Böker, Doris [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 19): Landkreis Cuxhaven — Braunschweig, 1997

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Hagen, Amtsdamm 31, 1908



Hagen, Amtsplatz 2, ehem. Amtshaus, Anf. 19.Jh.

Hagen, Amtsplatz 3, ehem. Amtsgericht, 1846



stücke der Bebauungszeit wesentlich beitragen,
konnte durch die Rekonstruktion der Schablo-
nenmalerei in den achtziger Jahren des 20.Jh.
wiederhergestellt werden.

Südöstlich der Kirche, jedoch zurückgesetzt von
der Straße, erhebt sich das traufständige, ehe-
malige Amtshaus, ein Fachwerkbau des frühen
19. Jahrhunderts, der heute als Sitz der Samtge-
meinde Hagen dient (Amtsplatz 2). Entspre-
chend der Entstehungszeit zeigt die der Straße
zugewandte Westfassade eine grau gefaßte
Holzverschalung, während die Ostwand einen Bi-
berschwanzbehang besitzt. Nach Südwesten
schließt sich der zweigeschossige Backsteinbau
des ehemaligen Amtsgerichts an (Amtsplatz 3).
Der 1846 über fast quadratischem Grundriß zwei-
geschossig aufgeführte Backsteinbau zeigt als
Gurtgesims ein Deutsches Band, als Kranzge-
sims einen Tropfenfries. Werksteineinfassungen
akzentuieren den Eingang und einige Oberge-
schoßfenster.

Südwestlich des Amtsplatzes hat sich am Ende
eines kurzen Stichweges eine Hofanlage mit
Wohnwirtschaftsgebäude und Scheune des spä-
ten 18.Jh. erhalten, wobei vor allem das Hallen-
haus durch Erneuerung des Wohnteils mit massi-
vem Anbau starken Eingriffen unterworfen war
(Amtsplatz 6). Von einem beachtlichen Wohl-
stand, den heimkehrende Auswanderer mit sich
brachten, zeugt das repräsentative Wohnhaus
Amtsdamm 31, das sich die Familie des aus
England zurückgekehrten Gutsbesitzers Arend
Hüncken 1908 in neugotischen Formen errichten
ließ. Charakteristisch für die hier fortgeführte
späthistoristische Architekturvorstellung ist die
Verwendung unterschiedlicher Materialien wie
Werkstein, Putz, Fachwerk und Schiefer sowie
die Ausbildung einer malerischen Silhouette - be-
sonders monumental der Turm an der südlichen
Traufseite. Beachtlich ist die erhaltene Innenaus-
stattung von Speisesaal und zweigeschossiger
Diele, die von einem vierbahnigen Fenster mit
szenischer Darstellung belichtet wird. Die Bedeu-
tung der Familie Hüncken dokumentiert das
1886 in einem Östlich des Friedhofs gelegenen
Waldstück erbaute Mausoleum (Architekt Goet-
ze), ein Rohziegelbau mit Werksteinportal.



Hagen, Mühlenstr. 1, 1778



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