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Böker, Doris [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 19): Landkreis Cuxhaven — Braunschweig, 1997

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https://doi.org/10.11588/diglit.44259#0300

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schiedlicher Fensterformen in den beiden durch
ein breites Gurtgesims getrennten Geschossen.
In dem mit horizontalem Fugenschnitt überzoge-
nen Erdgeschoß öffnen sich Rundbogen-, im
Obergeschoß segmentbogige Fenster. Das Inne-
re ist auch nach der Renovierung im wesentli-
chen von den alten Raumstrukturen und einzel-
nen Details (Türen; Fenster z.T. mit innenliegen-
den, in zuklappbaren Wandnischen sitzenden
Läden) gekennzeichnet. Reste von heute unter
Wärmedämmung verborgenen Wandmalereien
mit von szenischen Darstellungen durchsetzten
Landschaftsprospekten lassen die gehobene
Anspruchshaltung des Erbauers zumindest noch
erahnen.

An dem Weg nach Müggendorf verzeichnet be-
reits die Kurhannoversche Landesaufnahme von
1767 einige auf Wurten liegende Einzelhöfe, u.a.
auch denjenigen der heutigen Parzelle Müggen-
dorfer Str. 43 mit einem mächtigen, im Land-
schaftsbild hervortretenden Wohnwirtschaftsge-
bäude (erb. wohl Anfang 19.Jh.). Der ausge-
dehnte Wohnteil, am östlichen, siebenachsigen
Giebel über eine mittige, ädikulagerahmte Tür er-

Stader Str. 24, 1801/02

schlossen, ist gegenüber dem acht Fach langen
Wirtschaftsteil, der vom Flett durch eine Scher-
wand abgetrennt wird, leicht eingezogen. Da der
Westgiebel bis zum Dreieck massiv ersetzt wur-
de, zeigt vor allem das hohe Giebeldreieck im
Osten die von einer regelmäßigen Gefachunter-
teilung bestimmte Fachwerkkonstruktion.

DIE BEBAUUNG ÖSTLICH DES STADTKERNS

Laut Ausweis der Kurhannoverschen Landesauf-
nahme von 1767 gab es nicht nur westlich der
Altstadt, sondern auch jenseits des östlichen
Walls an dem in nordöstliche Richtung führenden
Weg, der heutigen Stader Straße, eine Bebau-
ung. Nach der Preußischen Landesaufnahme
von 1878 erstreckte sie sich vorrangig auf der
Nordseite, während die Bebauungsgrenze der
Südseite das heutige Grundstück Stader Str. 24
bildete. Hier wurde 1801/02 aufgrund einer testa-
mentarischen Stiftung des Landschöffen Johann
Hinrich Ayecke und seiner Frau Rebecca Doro-
thea ein Armenhaus durch den ortsansässigen
Maurermeister Christian Nebelung errichtet. Den





eingeschossigen, auf der Ostseite unterkeller-
ten Backsteinbau schließt ein Mansarddach mit
Schopf ab. Über den drei Mittelachsen der insge-
samt siebenachsigen Straßenfront erhebt sich in
der Dachzone ein Zwerchhaus. Seit 1933 nach
einem inneren Umbau bis 1977 als Altenheim ge-
nutzt, beherbergt das Gebäude heute im An-
schluß an eine 1982 durchgeführte Sanierung mit
entsprechender GrundriBänderung vier Vierzim-
merwohnungen. Den gestalterischen Prinzipien
des Klassizismus folgend, beschränken sich die
formalen Mittel auf zurückhaltende Details wie
die leicht stichoogigen Fensternischen, die Auf-
mauerung der Ortgänge mittels holländischer
Dreiecke und das mehrfach profilierte Traufge-
sims mit Viertelstab.

Weiter stadtauswärts zweigt von der Stader
Straße nach Süden der Kochenbütteler Weg ab.
Er führt zu der auf einer bis zu drei Meter hohen
Wurt gelegenen Hofanlage Stader Str. 50, die
sich bis 1722 im Besitz der Familie Bulle be-
fand und nach mehreren Eigentümerwechseln
schließlich 1841 an die Königliche Domänenver-
waltung gelangte. Von den älteren Gebäuden hat







SZEHNEERNS
SannSaLwNS





Müggendorfer Str. 43



& EEE N

Beufleth 2, 1875



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