Wingenroth, Max ; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 7): Die Kunstdenkmäler des Kreises Offenburg — Tübingen, 1908

Page: 211
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AMT OBERKIRCH. — LAUTENBACH. 211

AUS DEM FEYR BIN ICH GEFLOSSEN DURCH STEFFENN NICOLAUS
ARNOLD PETTER BERNAR (sie!) AUS LOTHRINGEN BIN ICH
GEGOSSEN ANNO • I7oo • -;
aufgelötet das Bild der Schmerzensmutter und auf der anderen Seite das des Ge-
kreuzigten.

Die zweite Glocke zeigt oben einen Früchtekranz und die Umschrift:

feLix abbas aD oMnes sanCtos renoVari feCIt rUpta fUI,

unten:

MATTHEUS EDEL ZU STRASSBURG GOS MICH 1781,

aufgelötet das Bild eines h. Abtes (Norbert?) und eine Kreuzigung.

Die kleinste Glocke trägt die Inschrift: Ego sum effusa in honorem S. Barbarae
1590 e monasterio ad omn . . sanetos.

Kirchengeräte, teilweise in der Sakristei und teilweise im Pfarrhaus aufbewahrt: Kirchengeräte

Sonnenmonstranz, silbergetrieben und vergoldet, Relieffiguren, getriebene Medail-
lons am Fuß, darin: Abendmahl, büßende Magdalena und Abtswappen von Allerheiligen
mit der Umschrift in Kursiv: Josephus D. G. Abbas Collegii Con. Praemonstrad. ad
omnes Sanetos. Augsburger Beschauzeichen und I Z (?) (Johann Jeckel?), cf. Rosen-
berg Nr. 292.

Speisekelch, silbervergoldet, getrieben; nicht so stattliche Arbeit, Augsburger Be-

schauzeichen und wr(B. Wentzel?, •{• 1704, Rosenberg Nr. 228).

Kelch, silbervergoldet mit Silberfiligranwerk an der Cuppa und am Fuß Email-
medaillons aus der Passion, Augsburger Zeichen und I. Z (s. oben).

Desgleichen mit getriebenen Rocailleornamenten und Steinchen, Augsburger Zeichen
und R.

Desgleichen ebenfalls mit Rocailleornamenten, Beschauzeichen: Kreuz in schräg

I A

quadriertem Schild und _ .
' K.

Wettersegen 18. Jh. mit Silberranken in den Kreuzecken.

Meßkännchen, silbervergoldet mit kräftigen getriebenen Blumenornamenten; am
Weinkännchen das Straßburger Feingehaltszeichen von 1750 bis 1796 (cf. Rosenberg
■^r- I5°5) und nochmals die Lilie, worunter D (Jahresbuchstabe für 1755?, Rosen-
berg Nr. 1513); außerdem I M L I N; das Wasserkännchen nur mit D unter der Lilie.
Die Platte, wohl kaum dazugehörig, in kräftigen Formen getrieben, Früchte und Engels-
köpfe zieren sie; in dem vertieften Standort der Kännchen Namenszug Maria und Jesu.
Augsburger Zeichen und IBE (Joh. Baptist Ernst, -f- 1697, Rosenberg Nr. 258).
Treffliche Arbeit vom Ende des 17. Jhs.

Madonnenstatuette (s. Fig. 124), silbervergoldet, getrieben. Die Madonna auf der
Mondsichel (ca. 17 cm hoch) mit reichgelocktem, über die Schultern fallendem Haare,
trägt die (später aufgesetzte) Krone und hält in beiden Händen das unbekleidete Kind,
hinter ihr die Strahlenmandorla; sie steht auf spätgotischem, achteckigem (gegossenem)
Postament, in dessen Nischen zwischen fialengeschmückten Strebepfeilern kleine Engelchen
musizieren. Das Ganze ein hübsches Werk aus dem Anfange des 16. Jhs., mit den
deutlichen Zeichen der eindringenden Renaissance. Es steht jetzt auf einem silbernen

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