Wingenroth, Max ; Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 7): Die Kunstdenkmäler des Kreises Offenburg — Tübingen, 1908

Seite: 667
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AMT WOLFACH. — SCHNELLINGEN. STEINACH. 667

der Breite von 4 m, bestehend aus 50—60 cm langen und 40 cm breiten Granitsteinen,
die nach oben leise gerundet sind.

Etwas weiter hinauf ist ein kleines Plateau bemerkbar mit Mauerresten, einem Mauerreste
mittleren Hauptteil, um den herum geringe Trümmer einer weiteren Umfassungsmauer,
Spuren eines Grabens und davor eines Walles. Über den Zweck und die Geschichte
dieser Anlage vermag ich nichts zu sagen.

SCHNELLINGEN

Schreibweisen: Snellingen 1293; Snellingin 1330; Schnellingen erste Hälfte des 16. Jhs.
(Bei den Angehörigen des Snello.)

Archivalien: Mitteil, der histor. Komm. Nr. 16 (1894), S. 157.

Ortsgeschichte: Der Ort, Dorf und Schloß, war geroldseckisches und fürsten- Ortsgeschichte
bergisches Lehen eines Adelsgeschlechtes, das sich nach ihm nannte. 1293 erscheint ein
Frischeiin von Snellingen, 1306 ein Rudolf und »Mene seine eheliche wirtin, hern
Heinrichs tochter von Tiersberg«. Es folgt ihr Sohn Wigerich, seine Kinder (Dietrich,
Betli und Stißeli), 1371 verkauft »Mene, hern Wigerichs von Snellingen tohter, Renboltz
von'Windegge seligen witwe« ihren Teil an der Burg und an dem Dorf Schnellingen, am
Dorf Welschensteinach etc., aus welcher Urkunde wir von einem Burggraben hören.
Unzählige weitere Mitglieder des Geschlechtes werden genannt, das sich in zwei Äste
geteilt hatte, bis dasselbe um die Mitte des 15. Jhs. ausstarb. Seine Güter kamen an
die verwandten von Gippichen, an die von Blumeneck, Stoll von Staufenberg, Erasmus
von Harmersbach. Die Landeshoheit hatte Fürstenberg bis 1806, wo das Ort badisch
wurde. Im 15. und 16. Jh. wurde ein Bergwerk hier betrieben.

Von der Burg steht heute nichts mehr, nur der Name Schloßberg erinnert daran. Burg
Ob die Mauerreste im Anwesen des Wilhelm Pfaff, auf einem Bühel gelegen, tatsächlich
mit derselben zusammenhingen, kann ich nicht entscheiden.

Eine schlichte Kapelle zu Maria Himmelfahrt trägt über der rundbogigen Ein- Kapelle
gangstür die Jahreszahl 1745. An der Holzdecke gemalt die marianischen Symbole,
primitive Arbeiten des 18. Jhs. Ein holzgeschnitztes Kruzifix, Durchschnittsarbeit der
gleichen Zeit.

STEINACH

Schreibweisen: in Mortunagia Steinach 1139; Steinahe 1240; Stenahe 1250;
Steynach 1380; zu Stainach im dorf 1500.

Daneben hören wir im Gegensatz zu Welschensteinach 1381 vom dorf zu Tuschen
Steinach, 1411 Tütschen Steinach, 1464 Düczschen Steinach.

Archivalien: Mitteil. d. histor. Komm. Nr. 16 (1894), S. 157. — FDA. 14,
S. 273—278.

Ortsgeschichte: Nach Heyck ursprünglich zum Kloster Gengenbach gehörig, Ortsgeschichte
scheint Steinach wie andere Besitzungen des Klosters bambergisches Lehen der Herzöge
von Zähringen gewesen zu sein, nach deren Aussterben es ihre Erben, die Grafen von
Urach, beanspruchten. Auch belehnte später König Rudolf das Haus Fürstenberg damit,
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