Wingenroth, Max ; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 7): Die Kunstdenkmäler des Kreises Offenburg — Tübingen, 1908

Page: 143
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AMT LAHR.

WITTELBACH.

143

Im Thal bei der Sagemühle und auf dem Langenhard schlichte Kapellen im Kapellen

Riegelbau aus dem 18. und 19. Jh. Auf letzterem beim Wirthshaus zur Eiche Kruzifix Kruzifix
des 18. Jhs., eines auch auf dem Weg nach Kippenheim. Auf dem Langenhard und

am Weg nach Mietersheim Bildstöcke. Bildstöcke

WITTELBACH

Fig. yj. Gewölberippe

mit Konsole im Erdgeschoss des

Thurmes zu Wittelbach.

Kirche

Schreibweisen: Wittilnbach 902, Fälschung; Wittilunbach 1144; Witilinbach 1185;
Wittilinbach 1186; Witteinbach 1270; Wittelbach 16. Jh. etc. (Bach des Wittilo).

Ortsgeschichte: Wie schon aus dem Namen hervorgeht, ein ziemlich alter Ort. Ortsgeschichte
1144 hatte das Kloster S. Trudpert irgendwelche Besitzungen hier, die es 1363 an das
Kloster Ettenheim verkaufte. Möglicher Weise gehörte der Ort ursprünglich den Dauten-
steinern, von denen nach Rupperts Vermuthung die zwei
Drittel des Klosters erkauft waren; ein Drittel ging später •
mit Dautenstein von Geroldseck zu Lehen. Wegen der
Ausübung der Gerichtsbarkeit, die die Geroldsecker bean-
spruchten, kam es zu verschiedenen Streitigkeiten mit dem
Kloster. — Bis 1803 gehörte der Ort zum weltlichen Be-
sitz des Hochstifts Strassburg (Herrschaft Ettenheim) und
wurde dann badisch.

Die Kirche (ad S. Petrum et Paulum) wird 1132
geweiht und zwar merkwürdiger Weise von dem Konstanzer
Bischof, trotzdem sie in der Strassburger Diözese gelegen
ist, anno n32 imperante Wernero abbate dedicatae sunt
ecclesiae a venerabili Udalrico Constantiensis ecclesiae
episcopus in honores trinitatis Witilinbach quidem et
Derlinbach. 1699 heisst es: Wittelbach ecclesia filialis
matricis in Schweighausen, cujus patronus in coelis
s. Petrus apostolus; collator et decimator d. abbas in
Ettenheim münster. — 1419 Walther Wetzel lütpriester
erwähnt, 1464 plebanus in Wittelbach.

Die Kirche, ein Bau aus Bruchsteinmauerwerk, mit Sandsteinquadern an den Ecken,
besteht aus einem kurzen, einschiffigen Langhaus (mit einfacher Balkendecke des 18. Jhs.),
dem das Untergeschoss des viereckigen Thurmes als Chor dient. An den Thurm stösst
die viel später (18. Jh.) angebaute Sakristei an. Der Thurm, dessen besseres Mauerwerk
durch zum Theil gut hergerichtete Bruchsteine sich von dem des Langhauses unter-
scheidet, hat im Erdgeschoss ein Kreuzrippengewölbe, dessen einfach abgeschrägte
Rippen, mit merkwürdiger Verzierung am Ende der Abschrägung, auf Konsolen ruhen,
deren Verzierung fratzenartige Köpfe bilden (s. Fig. 75). Der Thurm öffnet sich in das
Langhaus im Rundbogen, dessen Kämpferprofil auf der einen Seite vielfache Abtreppung,
auf der andern Seite den runden Wulst in einer Abtreppung zeigt. Während das untere
Thurmfenster im 18. Jh. eingebrochen ist, zeigt dagegen die kleine Rundbogenthür mit
Billeten (Kugeln) in ihrer Abfasung acht romanischen Charakter. An seiner Südseite
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