Wingenroth, Max; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 7): Die Kunstdenkmäler des Kreises Offenburg — Tübingen, 1908

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304 • KREIS OFFENBURG.

Heinrich von Werdenberg in Straß bürg, von diesem 1488 an die Schauenburg und über
andere Besitzer 1697 an die von der Schleiß gelangte. Auch von dieser Anlage ist
nichts mehr zu sehen.

Kath.Pfarrkirche Kath. Pfarrkirche (ad S. Georgium Mart). Berghaupten war im Mittelalter eine

Filiale von Zunsweier, daher gehörten Zehnt und Kollatur dem Kloster Schuttern.
1443 hören wir von' einer Kapelle, 1512 heißt sie die kapel sant Jergen zu Berghoubten.
Bald nachher müssen aber zwei Kapellen dagewesen sein, denn wir hören 1455 von
unser lieben Frowen Kirche zu den vier Stegen zu Berghoupten, 1555 und 1564 »gen
Berckhaupten in beide Kirchen sanct Jergen, auch unser lieben frawen«. Welche von
ihnen 1556 vom Blitze getroffen darniederbrannte,1) können wir nicht entscheiden. Seit
1536 war ein eigener Kaplan am Ort, über dessen Bestallung ein besonderes Abkommen
'■ J- '539 getroffen wurde.2) In der Mitte des 18. Jhs. erhielt Berghaupten eine eigene
Pfarrei, und damals wurde auch die jetzige Kirche erbaut (1752).

Innenausstattung Es ist ein schlichter einschiffiger Bau mit geradlinig geschlossenem Chor. Auch

die Innenausstattung ist aus der gleichen Zeit. Der Haupt- und die zwei Seitenaltäre
mit dem üblichen Säulenaufbau; Kanzel mit wenigen Rocailleornamenten; entsprechende
Beichtstühle; Holzstatuen der Madonna, der Heiligen Johannes, Nepomuk ü. a., 18. Jh.;
Taufstein mit Rankenornament und:

A • B • V- I6S6 I • A • N •
späterer Holzdeckel.
Kirchengeräte Kirchengeräte■: Monstranz, silbergetrieben, teilweise vergoldet, mit Rocailleorna-

menten und Wappen am Fuß; Kelch, silbervergoldet, getrieben, mit Rocailleornamenten,
Augsburger Zeichen und L K; kleinerer silberner Kelch mit Allianzwappen am Fuß;
Wettersegen der gleichen Zeit.
Kruzifix Vor der Kirche Kruzifix auf üblichem Barockpostament von 1753.

Ehem. Schloß Ehemaliges Schloß, einfacher Barockbau des 18. Jhs. mit Mansardendach, am

Giebel das Schleißsche Wappen.
Bildstock Am Eingang in den Ort von Gengenbach her Bildstock von 1798: an der Straße

von Berghaupten nach Zunsweier ein weiterer.

BIBERACH

Schreibweisen: Biberaha 1220; Biberach 1233; Biberahe 1240; Pibrach 1479 etc-
(Zusammengesetzt aus biber und aha [Wasser].)

Archivalien: Mitteil, der histor. Komm. Nr. 16 (1894), S. 106 (Über Fischwasser),
und Nr. 19 (1897), S. 51—53.
Ortsgeschichte Ortsgeschichte: Erste urkundliche Erwähnung 787. (?)3) 1250 verzichtet Graf

Heinrich von Fürstenberg zugunsten des Bischofs von Straßburg auf seine Ansprüche an
Offenburg und Gengenbach und deren Zugehörden, ausgenommen Steinach, Haslach und
Biberahe; Fürstenberg nimmt es von Straßburg zu Lehen, es müssen also früher hier
Ansprüche des Zähringerhauses bestanden haben. Später gehörte Biberach zum Gebiet

1) Ruppert I, S. 247.

2) Hennig, Gesch. d. Landkapilels Lahr, S. 209.

3) Großh. Baden, S. 784. Wohl ein anderes Biberach.
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