Wingenroth, Max ; Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 7): Die Kunstdenkmäler des Kreises Offenburg — Tübingen, 1908

Seite: 103
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AMT LAHR. — PRINZBACH. . 103

schlichter aus dem 17. Jh. Aus dem 18. Jh. (nach 17 71 ?) die silbergetriebene, vergoldete
übliche Sonnenmonstranz ohne Zeichen und die Kreuzpartikel.

An der Nordwand der Kirche Empire-Epitaph des Joh. Ant. Ed. Sartori Pfarrer Epitaph
•j* 14. Dez. 1807 und vor der Kirche grosser Crucifixus mit Maria und Johannes, derbe
Arbeit von 1740.

Kath. Pfarrhaus von 1749 bezw. 1782, schlichter Bau. Kath. Pfarrhaus

PRINZBACH

Schreibweisen: Brunsebach 1270; Brunspach 1367; Brünsebach 1368; Printzbach
1493; Brinspach 16. Jh.

Archivalien der Gemeinde und Pfarrei: Mittheil. d. histor. Komm. Nr. 15 (1893)
S. 102.

Ortsgeschichte: Die Sage, für die aber nicht die geringsten Anhaltspunkte vor- Ortsgeschichte
händen sind, erzählt von einer römischen Stadt und römischen Silberbergwerken, auch')
von einem Fund römischer Münzen von Hadrian und seinen Nachfolgern. Wenn letzteres
wohl nicht undenkbar ist, so beweist es doch nichts für das Erstere, ja, könnte geradezu
der Ursprung der Sage sein. Wie es scheint, sind Erwähnungen des Ortes vor dem
13. Jh. nicht zu konstatiren. Erst aus dieser Zeit finden sich denn auch Nachrichten
über die während einer kurzen Periode ergiebigen Silberbergwerke, die offenbar die
Hauptquelle für Walters II. Macht und Reichthum gewesen sind.2) Möglich, wie
Ruppert bemerkt, dass in dem spärlich bewohnten Thal sich daraufhin die Zahl der
Ansiedler mehrte, aber eine Stadt war P. nie. Die aus verschiedenen Gründen unmög-
liche Notiz Kolb's3), dass die Stadt (!) Prinzbach i. J. 1008 (sie!) am Charfreitage von
den Freiburgern überfallen und geplündert, die Schmelzöfen und Münzwerkstätten aber
zerstört worden seien, mag vielleicht auf ein ähnliches Vorgängniss im 13. Jh. im
Zusammenhang mit der Gefangennahme Walters durch den Grafen von Freiburg zurück-
zuführen sein.4) Dass bei der Theilung 1277 Prinzbach wie alles Land ostwärts der
Bischofsmühle in den Besitz Heinrichs von Geroldseck -Veldenz kam und die Lahrer
Linie sich nicht den Mitbesitz sicherte, wie seinerseits Heinrich an dem in ihrem Theil
gelegenen Schwanau, könnte meines Erachtens darauf hindeuten, dass die Bergwerke
erschöpft waren und man ihnen keinen Werth mehr beilegte. Später hat man ver-
schiedentlich nach Silber wieder gesticht, aber ohne grossen Erfolg, weder bei den
Nachforschungen durch Bischof Friedrich von Blankenheim 5) (1375 bis 1393), noch als
Pfalzgraf Friedrich i486 die Herrschaft erobert hatte und nach Silber oder Blei suchen
Hess. Es werden erwähnt 1496 »zwo gruben mit namen sant Mauricius fundtgrub im

*) Kolb III 73 und Berstett Münzgesch. p. 171.

2) Anhaltspunkte dafür hat Ruppert (S. 247) gefunden in Richerius Senon. und in den
Colmarer Annalen, die z. J. 1257 bemerken: »In Brusbach monte Brisgaudie inveniebant argentum
in magna quantitate«.

8) Kolb III 74.

4) Wie Ruppert wohl mit Recht vermuthet, der die früheste Notiz darüber (S. 247) in einem
Kopialbuch des XVI. Jhs. gefunden hat, das sie einem alten Messbuche entnommen haben will.

5) Königshofen Deutsche Städtechroniken. Strassburg 1679. Mone Quellensammlung I
S. 267.
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