Wingenroth, Max; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 7): Die Kunstdenkmäler des Kreises Offenburg — Tübingen, 1908

Page: 572
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KREIS OFFENBURG.

Altäre
Ölgemälde

Beichtstühle

Äußeres

Kirchengeräte

Riegelhäuser

Kruzifix

brennenden Dornbusches, an der Decke des Langhauses in großem Oval ein Bild der
Übergabe der Schlüssel, bezeichnet: Ex sump. Phil. Jac. Waidele C. P. 1783. Am Chor-
gewölbe die vier Kirchenväter; gute Durchschnittsleistungen des 18. Jhs.

Die Altäre im üblichen, dekorativ meistens erfreulichen Barocksäulenaufbau, am
Hochaltar Ölgemälde, darstellend die Heiligen Sixtus und Laurentius, am rechten Seiten-
altar Gemälde des Gekreuzigten.

Einfache, geschnitzte Beichtstühle aus der zweiten Hälfte des 18. Jhs. Schlichter,
noch spätgotischer Taufstein des 17. Jhs. An der Südwand des Langhauses Epitaph
eines Pfarrers, Sandsteinplatte mit Kelch, Kreuz und Totenkopf, durch früheres Abtreten
ganz verwischt, mit unleserlicher Inschrift.

Die Glocken waren mir unzugänglich.

Nach einem Visitationsprotokoll von 1616 ]) war die ganze Kirche ausgemalt, wohl
aus mittelalterlicher Zeit (worauf bei eventuellen Erneuerungsarbeiten zu achten wäre):
Tota ecclesia antiquitus pieta est* Außerdem befand sich in ihr ein sehr großer Tauf-
stein (vielleicht noch für Immersionstaufe): magnum antiquumque mundumque.

Das Äußere der Kirche ist ganz schlicht, nur durch die Sandsteingewände der
rundbogigen Fenster gegliedert. An der Fassade Portal mit gebrochenem Giebel, woran
die Zahl 1743; darüber eine Madonnenstatue in der damals beliebten, stark bewegten
Haltung. An ihrem Postament steht: Dises Bild hat machen lassen Josef Guot 1744.

An der Südwand des Chors, wohl von der alten Kirche eingemauert, eine sehr
verwitterte Löwenfigur (?) mit einem Gebälkstück, wohl Rest einer ehemaligen Konsole.

Von Kirchengeräten ist zu nennen: eine Sonnenmonstranz in den Formen des
ausgehenden 18. Jhs, silbervergoldet, getrieben, neuerdings restauriert; ein Kelch, silber-
vergoldet, getrieben, in Rocailleformen; Meßkännchen, silbervergoldet, getrieben, Rocaille,

gute Arbeit, mit dem Augsburger Beschauzeichen und M ; an Gewändern eine rote und

eine weiße Casel, erstere mit bunter Seidenstickerei, letztere mit eingewebtem bunten
Muster, etwa Mitte 18. Jhs.

Die Kirche liegt auf einer Anhöhe über dem Ort, der sie umgebende Friedhof ist
ummauert, aber nicht etwa richtig befestigt.

Im Ort eine ganze Reihe teilweise leider verputzter Riegelhäuser, ich hebe ins-
besondere Nr. 159 und 171 hervor.

Vor Zunsweier an der Straße nach Berghaupten Kruzifix, Sandstein, etwas derbe
Arbeit, auf Rocaillesockel, von 1764.

*) Publiziert von Staudenmäier, FDA. XIV, S. 276.
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