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Böker, Doris [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 19): Landkreis Cuxhaven — Braunschweig, 1997

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https://doi.org/10.11588/diglit.44259#0291

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Abknick, schließen sich an der Nordseite der
Straße die Häuser Nrn. 8/10, 12, 14, 16 zu einer
für diese kleinteilig parzellierte Straße charakteri-
stischen Baugruppe zusammen. Dabei vertreten
die Gebäude Nrn. 12, 14, 16, alle als einge-
schossige Ziegelbauten mit Drempel unter Sat-
teldach in den beiden letzten Jahrzehnten des
19.Jh. mit den zeittypischen Ziersetzungen wie
Tropfen-, Zahnschnittfries und Deutschem Band
errichtet, den giebelständigen Typ schmalen Zu-
schnitts. Dagegen führt das Doppelwohnhaus
Nr. 8/10, traufständig und mit Krüppelwalmdach
wohl in den fünfziger Jahren des 19.Jh. entstan-
den, eine ältere Bautradition fort.

An der nord-südlichen Verbindung zwischen Am
Schloßgraben und Am Kirchplatz, der wiederum
von großzügiger konzipierten, giebelständigen
Häusern bestandenen Küsterstraße, gibt das ein-
geschossige Fachwerkhaus Küsterstr. 13, ent-
sprechend dem Erbauungsjahr 1827 nur mit ei-
ner leichten Giebelvorkragung konstruiert, das
Beispiel eines asymmetrisch sechsachsig gestal-
teten Haustyps mit großen Fensteröffnungen der
Fassade. In der östlichen Parallelstraße, der



Küsterstr. 13, 1827

Schleusenstraße, birgt das Haus Nr. 9 ein ver-
mutlich dem ausgehenden 17.Jh. angehören-
des, mit durchgezapften Ankerbalken aufgeführ-
tes Fachwerkgerüst, das bereits im 18.Jh. u.a.
durch die Verschiebung des straßenseitigen Gie-
bels nach außen und im 19.Jh. durch Umbauten
verändert wurde, im überkommenen Zustand
aber bei der jüngsten Sanierung erhalten werden
konnte. Gegenüber diesem Gebäude zweigt von
der Schleusenstraße nach Osten die Landeshäu-
ser Straße ab, an deren Nordseite die beiden
zweigeschossigen Häuser Nr. 10 und Nr. 12 als
Gruppe baulicher Anlagen ausgewiesen sind,
die, mehrfach in ihrem Baubestand verändert
und mit Ziegelfassaden versehen, als Fachwerk-
bauten des 17. bzw. 18.Jh. architekturhistorische
Bedeutung besitzen. Bei dem Kernbau des Hau-
ses Nr. 10, dessen Fassade 1928 unter Verwen-
dung von Kerbschnittsteinen umgestaltet wurde,
handelt es sich um ein geschoßweise abgezim-
mertes Gerüst des 17.Jh. Während die Östliche
Traufseite vollständig in Ziegel ersetzt ist, sind die
Ständer an der westlichen Traufseite noch sicht-
bar. Dem Nachbargebäude Nr. 12, dem 1786 in
Stockwerkbauweise aufgeführten Landeshaus,

%

2

bei dessen Fassadenumbau 1901 man zumin-
dest im Erdgeschoß die ursprüngliche Dispositi-
on der Achsen beibehielt, kommt außerdem in
seiner ursprünglichen Funktion als Versamm-
lungsort der Hadelner Stände eine wichtige re-
gionalgeschichtliche Bedeutung zu.

DIE BEBAUUNG IM BEREICH DES RATHAUSES

Das historische Zentrum Otterndorfs am Zusam-
mentreffen von Landeshäuser Straße, Reichen-
und Marktstraße, also am Gelenkpunkt zwischen
Wurt- und Marktstraßensiedlung, bildet der Be-
reich um das Rathaus mit dem nach Süden
anschließenden, ehemaligen Marktplatz. Hierher
wurden aufgrund der Polizeiordnung von 1582
die bis dahin auf dem Kirchhof abgehaltenen
Krammärkte verlegt. Die einstige räumliche Ab-
folge innerhalb dieses Terrains - von der ehe-
mals nur sechs Meter breiten Reichenstraße ge-
langte man auf den abgegrenzten, nahezu qua-
dratischen Platz und von diesem nach links
schwenkend in die Marktstraße - wurde mit der
1954 begonnenen und 1977 abgeschlossenen



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Am Schloßgraben 8/10, 12, 14, 16

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