Wingenroth, Max ; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 7): Die Kunstdenkmäler des Kreises Offenburg — Tübingen, 1908

Page: 177
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AMT OBERKIRCH. — GAISBACH. (RUINE SCHAUENBURG.)

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worden. Aus hochgotischer Zeit
hebe ich hervor das Stück eines
Drachen (s. Fig. 97), die gut-
erhaltene Kachel mit der Figur
eines Greifen (s. Fig. 98), die
mit einem Papageien (s.Fig. 99).
Die ersten beiden kehren auf
Schloß Hohenbaden, aber nicht
aus demselben Model gepreßt,
wieder. Dann die spätgotischen
Stücke: Rest einer Engelsfigur
(Fig. 100 a), ein Mann mit
Schriftrolle über einer Nische
(Fig. 1 o o b), ein Ritter (Fig. 1 o o c),
auf vorzügliche Model zurück-
gehend. Aus der Renaissance-
zeit vor allem eine weibliche
Figur (s. Fig. 101), in zahl-

Fig. joi. Renaissancekachel von der Ruine Schauenburg.

Fig. 100 c.
Spätgotische Ofenkachel von der Ruine Schauenburg.

reichen, glasierten und unglasierten Exem-
plaren erhalten. Des weiteren: Teil eines
runden Aufsatzes mit Rautenverzierung,
Reste eines Zinnenkranzes mit Blend-
fenstern, Teil eines Adlers sowie eines
Pfauenschweifhelmschmuckes, beide aus
dem Anfange des 16. Jhs., letzterer von
« der Bekrönung eines offenbar sehr reichen,
^ grünglasierten Ofens, eine Kachel mit
einem thronenden König, ca. 1500, dann
eine Anzahl von schwarzglasierten Stücken
des 17. Jhs., wie sie bei dem damaligen
schwunghaften Modelhandel überall vor-
kommen, kurz, nach Zahl, Verschiedenheit
und Glasur die Reste von etwa 10—20
Ofen von 1400 bis gegen 1650. Einige
Tonziegel wurden weiter gefunden, ein
Stück einer Pulvermühle, ein sehr früher
Sporn (Stachelsporn), ein kleines Bischofs-
köpfchen, ca. 2 cm hoch aus Ton mit
niederer Mitra (13./14. Jh.??), ein Spiel-

zeug (?), eine Anzahl Pfeilspitzen u. a. m.

Band VII.
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