Donath, Adolph [Hrsg.]
Der Kunstwanderer: Zeitschrift für alte und neue Kunst, für Kunstmarkt und Sammelwesen — 7./​8.1925/​26

Seite: 462
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Murtener Festspiel de Reynolds mit Bühnenbildern. In Turin tra-
gen eine Anzahl meist westschweizerischer Mäler einen bemerkens-
werten Triumph davon. In Genf wird das „Bureau Internationale
du Travail“ eröffnet, ein Bau des Architekten Epitaux, zu dessen
Vollendung vornehmlich die beiden Bildhauer Luc Jaggi und
Maurice Sarki beigetragen haben, während im Inneren mannig-
facher, z. T. heterogen wireknder plastischer, malerischer und
kunstgewerblicher Schmuek, Gaben der verschiedenen Bundes-
völker, unter- und angebracht sind. W.

Kun(?aus{fellungcn.

Bcp(in.

Die N e u e Kunsthandlung (S. Margules) hat sicli ein
besonderes Verdienst erworben, daß sie anläßlich des Internationa-
len Schauspielerkongresses in Berlin in der Berliner Seces-
s i o n eine Ausstellung von Bildern, Graphiken und Plastiken ver-
anstaltete, die im Zusammcnhang mit der Kunst der Btihne stehen.
Der Präsident der Btihnengenossenschaft W a 11 a u e r anerkannte
dies in seiner Eröffnungsrede, und auch in einem Vortrag des Kunst-
historikers Professor Dr. Oskar F i s c h e 1 iiber bildende Kunst
und Btilme kam dieses Lob zum Ausdruck. Die Ausstellung selbst
umfaßte an fünfhundert Arbeiten. Im großen Hauptsaal der Seces-
sion hingen neben den Entwürfen zum „Faust“, die Lovis
Corinth, der unvergessene große Ftihrer der Secession für
Direktor Barnowsky geschaffen hatte, zwei Werke von Lesser
Ury, dem Ehrenmitglied der Secession, ein meisterliches Pastell-
bildnis von Otto Brahrn aus dem Jahre 1894 und das jüngste her-
vorragende Porträt des Meisters, das von Ludwig Hardt. Und um
Corinth und Ury, um L.iebermann und Slevogt, gruppierten sich
Charlotte Berend, Spiro, Finetti, Büttner, Jaeckel, Batö, Krauskopf,
Michelson, und zu ihnen gesellten sich die Graphiker Fingesten,
Lederer, Alexander Oppler u. a., die zumeist Darstellungen von
Schauspielern und Schauspielerinnen, den LJeblingen des Theater-
publikums, zeigten. Ein eigenes Kabinett hatte Emil 0 r 1 i k , der,
ein Künstler des Theatererlebens, seit drei Jahrzehnten mit
sicherstem Blick und sicherster Hand im Theatergetriebe zuhause
ist, und eine Wand für sich hatte Ernst Oppler, dessen graplii-
sche Balletszenen längst schon auch ihre Sammer haben. Daß
schließlich der Humor, namentlich in den Zeichnungen von Rudolf
Großmann und George Grosz, zu Worte kam, und daß die wich-
tigsten Biihnenentwtirfe und Figurinen von Cesar Klein, Pirchan,
Aravantinos, Krehau, Ernst Stern u. a. mitausgestellt waren, ge-
hörte selbstverständlich zu dem Programm dieser wertvoilen Aus-
stellung „Berliner Bühnenbilder“.



IJie Galerie J. C a s p e r stellt im Juli und August Werke
deutscher und französischer Maler aus, wie: Adrion, Batö, Corinth,
Gaile, Herrmann, Honigberger, Krohne, Liebermann, Loiseau,
Slevogt, Thaulow, L.esser Ury u. v. a.

Inr Verein Berliner Künstler gelangen im Juli-
August Werke moderner und alter Meister zur Ausstellung, wie:
Achenbach, Brendel, Corinth, Hosemann, Munthe, L.eistikow, L.ie-
bermann, Schönleber, Slevogt, Ziigel, Camoin, Chagall, Grosz,
Hofer, Hübner, C. F. L.essing, L.aurencin usw.

Die Galerie F 1 c c h t h e i m ist von Mitte Juli bis Mitte
August geschlossen und eröffnet ihren Ausstelungszyklus Anfang
September mit ncuen Arbeiten von Masereel, denen neue Bilder
von Picasso, dc Vlaminck, Hofer und Rudolf Levy folgen.

Dic Kunsthandlung Fritz Gurlitt bringt in ihrer Juli-Aus-
stellung Gemälde von Bombois, Dufy, vom Hügel, Kisling, Lanskoy,
Modigliani, Oudot, Kascin, Per Krogh' Salvado, Soutine, Utrillo.

CbemniK-

Die K u n s t h ü 11 e zeigt im Juli und August eine Ausstel-
lung „Siidsee-Plastiken“ der Sammlung Flechtheim in Berlin.

Ausstellung Gerstenberger: Meisterwerke des 19.
Jahrhunderts von Defregger, Grützner, Albert v. Keller, Schucli,
Trübner, Thoma, Leistikow, Hugo Kauffmann, Otto Gebler, Achen-

bach, außerdem Charlotte Berend, Franz Heckendorf, Carl Hofer,
Eugen Spiro, Pechstein, (vo Hauptmann, Jos. Hegenbarth, Rudolf
Otto-Dresden, Hans Unger, Ferdinand Dorsch, Fritz Beckert, Willi.
Claudius, sowie bekannte Münchner Kiinstler aus dem Kreise der
Münchner Kiinstlergenossenschaft.

Dt?csdcn.

In der Kunsthandlung von Max S i n z sind neuere Werke
von Prof. Max F r e y ausgestellt. Von den vier Gemälden, die die
I-iebe verherrlichen („L.icbesgliick“, „Liebesfrühling“, „Papagena“,
„Amor im Park“), und in denen der Kiinstler Amoretten in lieb-
licher Symbolisierung zu Hilfe nimmt, ist das Letztere besonders
bemerkenswert, wo ein in prächtigen Farben glänzender Pfau am
Rande eines Brunnenbeckens sitzt, während die Fontäne ilire leucli-
tenden Strahlen aussendet und das Ganze von einem roten Karton
umrahmt ist; im Hintergrunde ein Liebespaar. Kräftig-satte Farben
verwendet der Künstler vor allem auf dem Bildc „Paradies“, das
erste Menschenpaar unter mächtigen, farbenreichen Blumen, die
es gleichsam beschützen,d arstellend. Von wilder Romantik zeugt
„Die Jagd“, — immer tritt der Meister der Farbe hervor.

Den letzteren Titel, wenn auch mit gewissen Einschränkungen,
kann man Paul Klee beilegen, von dem die Neue Kunst Fides
ca. 100 Aquarelle ausstellt. Dieser Salon scheint es auf die Des-
sauer Bauhausmeister abgesehen zu haben. Von seinen Kollegen
unterscheidet sich Klee nicht unvorteilhaft durch seine phantastisch-
symbolischen zeichnerischen Gestaltungen, denen er im Verein
mit Farbenstimmungen einen eigenartigen Ausdruck zu verleihen
versteht. Auf diese Weise ist es möglich, den Intentionen des
Künstlers vielfach zu folgen. Viele seiner Arbeiten erhalten durch
diese seine Eigenart fast spiritistischen Charakter, andere wieder
könnte man — nach seinen eigenen Worten, indem er eines seiner
Bauhausbücher so benennt — als „pädagogische Skizzen“ bezeich-
nen. Klees Arbeiten zeugen entschieden von ideenreieher
Originalität. P. S.

Emil R i c h t e r s Moderne Galerie und Bücherstube (E. E.
Baumbach): Während des Juli zum ersten Mal in Deutschland:
Gemälde von E. Boyer-Paris; ferner Handzeichnungen und
Pastelle von Nikolaus Farkashazi-Budapest; Plastiken von Hein-
rich Salze-Berlin und Hugo Peters-Dresden.

Galcrie Arnold zeigt deutsche und französische Impres-
sionisten, außerdem eine Kollektion von Landschaften von Arnold
B ö c k 1 i n aus dem Albaner Gebirge aus den Jahren 1850—52.
In Vorbereitung ist eine Ausstellung von D e g a s - Bronzen.

6(berfßfd.

Das Lohmann-Haus veranstaltet socben eine Ausstcl-
lung von Plastiken und Graphik des E. ALueller-Blensdorf.

prankfurt a. N-

Die Kunsthandlung Heinrich T r i 111 e r stellt zur Zeit in
ihrem graphischen Kabinett Aquarelle und graphische Arbeiten
des Freiburger Maler-Radierers Johannes Thiel aus.

Kö(n.

Im Monat Juli zeigt der Kunstsalon Abels eine Ausstellung
von Professor Robert Seuffert. Der Kiinstler, ein geborener
Kölner, besuchte die Diisscldorfcr Akadcmie unter Prof. Eduard
von Gebhardt und Prof. Peter Janssen. Im Jahre 1902 malte er
die Deckengemälde im Zuschauer-Raum des Kölner Opernhauses
und 1908 erhielt er den Italienpreis. Die Ausstellung seiner Gc-
mälde und Aquarelle zeigt Werke der letzten Jahre und dauert bis
Endc Juli.

Nüncbcta.

Dcr Maler Rudolf Treumann (München), über dessen
Kunst vor kurzem Hermann George Scheffauer im „Kunst-
wanderer“ schrieb, stellt jetzt in Brakels Kunsthaus am Beethoven-
platz eine Reihe seiner Bilder aus. Sir wirken auch hier außer-

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