Südwestdeutsche Rundschau: Halbmonatsschrift für deutsche Art und Kunst — 1.1901

Page: 159
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erften Wal roieberljoit He ©rieg'fdje Drdjefter=Suite „Peer Gynt". Dp. 46
Äünftler unb SMrtgent ernteten für bte borjügttdje Setfhtng retdjften SBeifaß.

3m Jhtnftberein erregt ©pple'S „©nfanna" berechtigtes 2tuffet)en. ©er
junge Sünftler (ein Stuttgarter) beabftd)tigt aud) bemnädjft baS gleidje ©ufet tu
SDiarmor auSguffeffen. 9?. Sf)oft fjat feiner Äotter'tion ein borgfigiicf)e8 2)cäuner-
Portrait beigeftellt. Ginige b,übfdje ©enrebilber bon Sart Jpartntann unb Otto
Sung'S „©Itern" füllten nidjt unerwähnt bleiben. 3u «ßrofcffor £1). 23aufd)'S
SBerfftätte ift baS ©ipsmobelt für ben 93ronceguß ber SDconumetital=33runnengruppe
bie für bie 3tanSbnrgftrafje beftimmt ift, fertig gefießt — ein im Sauffdjritt
befinbticfter Suuge er{)afd)t eine ber ängftlid) ftietjenbeu ©änfe — ein Sunftmerf,
baS ebenfo füt)n unb originell erfunben, als formboÜenbet in bie Gsrfdjeinung tritt.

L. E.-Merodach.

Bon netten BMjern. )

„£cv Stattfindet*, ein fünftlmfd)cs Problem", ©tubie bon
•äJtai i'i ar t er ft e t g. Verlegt bei Sugen 2)ieberid)C\ Skitigig, 1900.

yür bie ©efamtl)eit ber beutfdjeu ©djaufpieler fottte HefeS 33ltd) ein @r-
eignis fein, ©ein (Srftfjeinen hätte, fo fottte man meinen, unter Ännülern, bon
beueu es bis jefct bitrdjauS nod) nid)t als? unumftöfUicf) ermiefen galt, baß fie auf
Hefen Site! begrünbeten Slnfprud) haben, mie eine tSrlöfnug uurfeit müffen. SBon
atlebem ift nod) nidjtS 511 berfpfiren Sntmeber ift fid) bie übermiegeube i>ce[)r[)eit
ber beutfcfjeu ©djaufpieler längft fein Problem, befoubevs fein fünfttertfd)e8, meljr,
ober eS ift il)r oößig gleidjgiltig, ob mau t(jr 33emitf)en mit 9iedjt ober Unrecht
für Äniift nehmen nnu ober uidjt. Sßaö im tiefften ©runbe Sntuitton fei, —
ob eine fogenannte fd)anfpie(erifd)e SranSfigurattolt nurflid) erifttere ober nur bor-
gegeben werbe, um oaS auf rein meriianifdjem Jßege guftanbefotnmenbe ©efamtbilb
einer 9?eih,e uad)gemad)ter Sleufjerlidjfetteu mit einem Terminus gu bejeirtjnen,
ber geheimnisooüe, in 2Bat)rheit nicht borhanbene Gräfte ahnen (äffen fod, —
biefeit fragen hat überjeugenbe Slntmort bisher gefehlt. Und) biejenigen,
bie ba fühlten, baß mit einer medjaniftifebeu ©rflärung, bie bie ©djciiifpiclünuft ju
einer rein tedmifd)eu „&nnft"ferttgfett ^erab^te£)t, bte ©adje nid)t erfdjöpft fei,
fonnten bod) bon bem feeltfdjen $rogefj, ber bem tntuittben Srfaffen 51t ©runbe
liegt unb in ber augebtidjeu SErausftguration jutn 3lbfd)Iuf3 fommt, feine and) nur
aiinähernb beutlidje 33orftellung geben. Üfar sJJi a r t e r ft e i g geigt an ben @r-
gebniffen bei mobernen pfpchotogtfdjen ^orfd)ung, auf meldjetn SGBege allein bie
Vöfnng bes Problems gu Utd)en ift. Sr entroicfelt in (idjtbotter, ftiloolleubeter
2)arftelluug, bte au unb für fid] fdjon einen t)nt)eit ©eititß gemährt, bie pft)d)o-
phhfiologifdjen Vorgänge beS füuftterifd)en (SrlebenS unb sieht baranS bie für baS
fd)aufpielerifd)e £rd)affen fid) notroeubtg ergebenben Folgerungen. 2Bir ernennen
baS gel)eimniSOoüe (Sinnurfen einer 3bee ober eines ©egenftaubes auf bie fenfible
Äünftlcrfeele als biefelbe fuggeitioe traft, bie fid) in ber .'pbpnofe offenbart unb
bereu ©efetje unb sßebtngungcu in ber £>auptfad)e erforfd)t ju haben baS 5ßerbienft
ber mobernen @rperimentalpft)d)ologie bitbet. 2ßtr erhalten einen begriff bon bem
SBefen beS fünftlerifd)en Sugeninms, ben Urfadjen fünft(erifd)er eonberart, unb
bisher nnberftänblidje inbioibuette (äigenheiteit beS füuftlerifdjeu Naturells finben
einleud)tenbe (5'rflärung. Sir merben inne, mie im SDioment beS fuufilertfdjeu

*) tun gehaltene ©etbftaugetgen bon neuen 33üd)eru unb 3eitfd)riften
finben nur unter biefer 9ittbrif Aufnahme.

©S mußten megeu ^lafemanget einige Sefprechuitgeu bon £heaterbüd)ern
(^reSber jc.) gurücfgefteüt werben.
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