Südwestdeutsche Rundschau: Halbmonatsschrift für deutsche Art und Kunst — 1.1901

Page: 606
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ruäl)renb fein £>ilb „3)ie Sriegsleute unb ber Stob" mit fetner bisfreten
^arbennrirtung bas büftere 9Jiüieu bes SDlottt)§ rounbernoll trifft. ©d)nug,
ber es mit feinem fünftterifcfjen ©erufe ernft meint, rairb biejenigen, melctje
tfjr ^ntereffe ber etfdffifdjen 9Jiaterei rmbmen, ntd)t enttäufd)en, fonbern
nod) otjne 3nieife^ manches @rfreulid)e bieten.

Unter ben jungen, im ßlfafs roirfenben 9Jiatcrn ift auf?er hänfener,
ber mehrere fefjr gute Silber, Sftotioe aus ber SJßorpgroeber unb 9if)eim
gegenb, ausftellt unb neben feiner 3lf)ätigfeit al§ Cefyrer an ber ©traf?-
burger Ä';tnftfd)ule als SDtaler von Str^eaterbetorationen rec£)t 3:üc£)ttge§ ge-
leiftet £>qt, nocl) Zorbau, SJßal^ Unb 9kufird) $u nennen, £)einrid) &ou£
ift ebenfalls ein neben ©d)nug fetjr bead)tensroertes Talent. fieiber leibet
bas befte unter feinen ausgefeilten Silbern, roelcfjes einen ,,^rofcl)fänger"
barftellt, beffen £aternenfd)ein bas 2)unfle ber 9?ad)t in fd)öner 38irfung
gebämpft burd)bringt, unter f)öd)ft ungünftiger 53eleud)tung. Soerttge unb
©eebad) fjaben fid) am meiften als 5DM er etfäffifdjer Sanbfd)aften unb
Seppen bemä^rt.

äöie man fic()t, ift es bereits eine ganj ftattlicbe 2Xngnt)t oon ftünft-
lern, Welche nad) genoffener 2lusbilbung an ausraärtigen großen Stunft-
fd)ulen, im ©Ifafj, l)auptfäd)lid) in ©trajsburg bas ^elb ifjres Schaffens
eru>äf)lt baben. ©s ift ein erfreuliches 2lttjeict)ett, baf3 fid) im (Slfap, bas
$af)rfmnberte lang, als 9iu^ eingeteilt, jtütfcrjen jroei fid) nid)t freunb-
fd)aftlid) gefinnten Golfern fd)tr>ere unb unruhige Qeite« burd)gemad)t unb
baf3 nad) bem §in= xtnb §erpenbetn jurifdjen franjöfifcfjer unb beutfdjer
Sultut bie Pflege ber fd)önen fünfte aus bem eignen fianbe fjerauä 31t
mad)fen beginnt. ®as ift ber befte SemeiS, bafj bie testen breijjig g-riebens--
jaf)re bas ©Ifafj crftarft unb gehoben t)aben, benn nur in einem fianbe,
bas nid)t burd) materielle unb alttägtid)e ©orgen bebrängt ift, tonnen fid)
bie ibeaten unb fd)öngeiftigen s-8eftrebungen, tüte fie bie ^ungelfäffer je^t
aus eignem 2tntrieb pflegen, in biefer Sßeife regen. 9Jföd)ten bod) bie
jungen etfäffifcfjen Stünftter gerabe burd) bie 91id)tbead)tung alteingefeffener
ein£)eimifd)er Streife erftarfen, fid) neibtos ju einer Bereinigung jufammen-
finben, um in gemeinfam emftfmftem Beftreben itjrem l)eimattid)en (51fa}3
nad) fo langer Qtit tunftterifd)er ©Ieid)gültigfeit eine v}>eriobe ber $Hüte 31t
fd)enfen!

Jnduftrie an der Saar.

Ii.

Unfer ©aargebiet ift eigenttuntid) fd)ön. 3ln ben meiften Stetten ift
es tieblid), präd)tig ift es nur fetten. 2ius>gebel)nte SMIber bebeden bie
£>änge, bie im ©üben £mgeltanb bilben, um nad) Horben, bem £mnsrüden
ju, allmäl)lid) in SJiittelgebtrge überjuge^en. £l)at auf, 2d)at ab! Unb
faft in jebcm Stt)al ein SEBäfferteilt, bas uon ben §öfjen fjerabgefprungen
tommt, um fdjtiefdid) bireft ober inbireft in bie ©aar 31t münben . . .
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