Südwestdeutsche Rundschau: Halbmonatsschrift für deutsche Art und Kunst — 1.1901

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fd)ief)t biircf) ben Sfiljuenttdjtregutator, beffen oerfdjiebene Äonftrnfttonen an ber
Jpanb oon 3^tc£)mingeu befprocfjen würben. ®ang befouberS eignet ficf) bie @tef-
trr,itat für bie Wad)aE)muug oon überirbifdjen @rfd)einungen, rote jte in Sßagner'S
Opern üorfommen. ©er (eudjtenbe ©ral wirb burd) einen ©(aSbedjer, in beffen
Snnerem fid) eine fteine ©lüfyfampe mit Stffumulator befinbet, imitiert. 33ei ber
gedjtfgene in ©oettje'd unb ©ounob'S „ftauft" tft ber eine ber ©djaufpieler mit
bem pofitioen *ßot, ber anbere mit bem negatioen s#oI einer Spnamo üerbunben,
fobaß bie gunfen fprüfjen, roenn üDceptrifto mit bem Segen SSatentin'S SBaffe
pariert. (Sbenfo roirb baS ©prüfen ber guttfen in ber ©djmiebef^ene beS „Sieg«
frieb" erreidjt u. a. mefjr. Sind) bie (Sieftri^ttät als Äraft fiitDet 311m Slntrieb üon
(Steftromotoren auf ber 33ül)ne oft SSerroenbung.

Sie Saufdjung burd) bie Äouüffen unb ipintergrnnb muß burd) entfpredjenbe
SBemafung erhielt roerben. Ser Sfjeatermater »erlegt, ba bie Silber nie oon aßen
©eiten unb üxängen perfpeftioifd) richtig gefet)en roerben fönnen, ben Slugenpunft
ungefähr in bie 2D2itte jrotfd)en erften 9tatig unb parterre. 33ei biefer Arbeit ift
mit Sfjeorie nid)t nie! anzufangen, nur (angjäfjrige s-ßra);iä giebt ben fixeren 33Itcf
für bie richtige SBirlung. Stile biefe Hilfsmittel, bereu tecrjntfctje SJottenbung be-
fonberS SBagner ju bauten ift, tonnen uns aber trot3 raffiniertefter SluSffi'fjrung
bie SBtrflidjfeit nidjt öottfontmen oortäufd)en, bagegen roerben fenfibfe, intime
Sid)tungen (üftaeterlincf, £>olgamer) burd) ben großen unb groben 33üljnenapparat
t£)re<g poctifdjen ©etjaftö beraubt, teuere 33eftrebungen gerjen bafyer auf bie @r-
rid)tung eigenartiger ©pielfjäufer aus, bie burd) intimere SluSftattung unb ein«
fadjfte SDfittel bem Jpörer fjelfen foden, jene Smpfinbungen auSjutöfen, bie bem
Söerfe beS SidjterS entfpredjen. Sinen ber erften unb gehtngenften biefer 35er*
fud)e t)at bie Sarmftäbter Äünftlerfofonie mit ifyrem ©pietftaufe gemacht.

Sem Vortrage folgte eine längere S.iSfnffton, in ber befonberS §err stud.
Äronftein fid) über bie »or^üglicfjen Qinridjtungen ber SSiener §ofbü(jne auslief.

Unfer näd)fter Slbenb bringt uns eine SBorlefung Oon „©ugeline" unb
„SobetanV' mit anfdiüefjenber 23efpred)itng.

Sie ibeaten SSeftrebungen uuferer jungen Slbtetfuug üerfcbaffen uns and) in
nid)taf'abemifd)en greifen ein berartigeS (Sntgegenfommen, baß uns bereits oon ^3ro-
fefforen ber §od)fd)u(e, forme oon litterarifd) unb f'ünftterifd) befibefannten §erren in
liebenSroürbigfter SBeife Vorträge jugefagt finb, bie bann oor größerer Deffentlidjfeit
ftattfinben roerben.

Sie Iitterarifd)e Slbteifung ber Sarmftäbter ^infeufcfjaft
i. 31.: §ugo §er,felb.
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