Südwestdeutsche Rundschau: Halbmonatsschrift für deutsche Art und Kunst — 1.1901

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DIE DARMSTÄDTER SPIELE 1901

heraus, dass die Aufgaben der Künstler-
kolonie keine Grenzen haben. Die erste
Aufgabe hat sie sich selbst gestellt, es
ist die Ausstellung; alle übrigen — that-
sächlich unzählbaren Aufgaben ergeben sich aus dieser
einen. Sie folgen ihr nicht zeitlich und räumlich, sondern
tauchen auf und drängen sich schon in die erste hinein.
Wenn hier schon einigemale Ausstellungen stattgefunden
haben, welche dem Publikum vor Augen führen sollten,
wie es überall im Lande, im Reiche sich regt in künst-
lerischer Beziehung, wie überall Künstler darauf hin-
arbeiten, die Gewerbe auf ein höheres Niveau zu heben,
gerade sie zum Ausdruck eines allgemeineren Kunst-
empfindens zu machen, so war das an sich gewiss ver-
dienstlich, einen wirklich praktischen Erfolg hat es aber
nicht gehabt. Denn dazu war die Sache zu einseitig.
Wenn in einer Ausstellung, die ausdrücklich als kunst-
gewerbliche bezeichnet wird, im grossen oder im kleinen
eine Menge kunstgewerbliche Erzeugnisse in den zur
Verfügung stehenden oder besonders errichteten Räum-
lichkeiten aufgebaut wird wie in jedem beliebigen
Geschäftslokal, in dem berufsmässig mit diesen Dingen
gehandelt wird; wenn von dem zur Schau gestellten
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