Südwestdeutsche Rundschau: Halbmonatsschrift für deutsche Art und Kunst — 1.1901

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Sidjte ju fef)eit unb bann 511 fjanbeln. S)ie güuftigfte 3"t tß fjerangefommen":
2lüe SBett fietjt jefct auf ©armftabt, bie 3e'tuu9en ft110 öoü bon ben ungeheuer»
tieften, in ©armftabt 31t realtjterenben SBiUjuentolänen, au Sitteratentifdjeu in ^Berlin,
Hamburg, 3Jiihid)en, SBien, granifurt fprtdjt mau {jener, rote man immer am
aSettiebften Pom SXUerneueften fprtdjt, bon Sßeter Se&reuS unb feiner Üveformbüfjne.
©0 es in ben 3ielen biefe§ 33tatteS liegt, für unfere fübroeftbeutfdje Äunft ju rüften
unb f'ämpfen, fo fjat e8 and) für ben 9?uf üjrer Sweater in nötigen fällen ein$u-
treten. 3>aö Sßublifum erjiefje man in borfiäjtigen 3roifd)enräumeu Wetter, aber man
fud)e and) einen Seit ber treffe 311 erjieljen, bie, foroeit es ben auswärtigen 2>tenft be-
trifft, biet, tuet burd) mancherlei Säumen um ben 9iuf beä ©armftäbter ^oftljeater«
gefünbigt t)at. 3dl bertange nid)t, baß ein ernfteS boweljmeS Sunftinftitut Sceflame
madjt roie etroa ein 33orftabttb,eater. äJian beriudje einfad) aus fid) fjeraugjngeljen,
ben neuen felbftberoußteu SfjaraEter eine* ^Bürgers ber Äunftftobt Sarmftobt an-
gunetjmen unb t>anad) \a (janbeln. (§8 roirb glücfen, ©uggeftton tjUft biel, ro e n it
ber ©armftäbter erft fetbft au ben Jpodjftanb feine« Xfyeaterö glaubt,
faßt fein 9t uf frii() genug nurf) brausen So ben. Willy Levy.

Don neuen Büchern.*)

£uötmg Büdjner „Kalet6o$fop"**).

(Sin SR ad) taß ro er f.)

Sem ueueften 33üd]ner=33aub (jat SBiltjetm SBötfdje ein SSorroort geroibmet
mit bem Ittel: „3ur ©efä)id)te ber botfätümtidjen ÜJtaturforfdjung". 3n biefem
SSorroort jeigt er, baß ba§ Sott nidjt immer ber Sftaturforfdjung fo fremb gegen*
überftanb, roie mir meinen. 3ur 3e't öa Äonrab ©eßuer fein Sterbud) fdjrieb,
atfo etroa um 1670, beftanb ein enges SBertjältniS $roifd)eu SBotf unb 9Jaturforfd)ung.
SIttmäljIig aber trennte fid) bie iftaturforfdjung burd) if)re ins 2Beite unb breite roadjfenbe
(Sntroirf'elung, gaiu bom SSotfe fo8. (Sntbecfungen rourben gemacht, bie GsrferiutntS
um (Srfenutnig ermöglichten, ©ntbeefungen, bie root)I für ben Sftaturforfdjer frud)t-
brtngenb roareu, bem SSerftänbnt« be8 Sai^t aber fern blieben. ©0 mußte e§
fommen, baß ber ju beroättigenbe ©toff ein immer größerer rourbe, ben 511 über«

*) 3n ber Südjerbefprechung unfereS ^roeiteu 3anuarf)efte3 rügten roir bie
Slnlefjnuug beg ©otbfd)mibt'fd)en ©toffeö in ber Sftoöelle „©atatftea" au 3bfen'8
„SGBenn roir Soten erroacfjen". -Jtun ift uns öon bem granffurter Slutor eine be-
ridjtigeube 3"1d)rift zugegangen, bie intereffaut genug ift, um beröffenrüdjt $u
ro erben: £>ie „@atatf)ea" tjabe td) bor ca. 8 3af)rcn gefdjr'teben, (jabe jte bann
lange liegen laffeu unb jte erft ein paar 3at)re fpäter fertig gemacht. S)te „granff.
3tg." fjat bie ©efdjidjte tauge bor ber 2luffüljrung be§ 3bfeu'fd)en ®rama§ ge-
habt, ©ie rourbe ot)ne Stugabe ber ©rünbe jurüdfgefttjicft. ©arawf ließ id) fie
liegen, um fte ju bem ©ammetbanb „Äünjtlergefd)td)ten" aufzubeben, ©iefer gaft
beroeift mal roieber, baß ein ganj ®roßer unb ein gattj Äteiner fid) begegnen tonnen.
**) Vertag uou Html 9tott), ©ießen 1901. '
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