Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 19.1927

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DIE SAMMLUNG BENSON
VON FRANK E. WASHBURN FREUND
Mit seinem erstaunlichen Instinkt für dramatische Effekte ließ Sir Joseph Duveen
zur Mitsommerzeit, als kein Konkurrent ihm die Solo-Melodie beeinträchtigen
konnte, urbi et orbi den Riesenankauf der Sammlung Benson-London verkünden,
die eine ganze Reihe von Meisterwerken der verschiedenen italienischen Schulen
enthält. Die über hundert Gemälde, so heißt es, seien nicht im Aufträge eines
Sammlers gekauft worden, sondern würden zum Einzelverkauf an Liebhaber
bald nach New York gebracht werden.
Das ist sehr verständlich, denn wenn man die Liste dieser fast einzigartigen,
gerade durch ihre nationale Beschränkung so starken Sammlung durchgeht, so
staunt man, wie Mr. Benson, ob durch zufällige eigne Neigung, Voraussicht
oder aber kluge Beratung bleibe dahingestellt, den seit einigen Jahren in Ame-
rika herrschenden Sammlergeschmack getroffen hat, so daß man, selbst ohne
Sir Josephs unübertroffene Kenntnis der hiesigen Wünsche und Sehnsüchte, pro-
phezeien kann, daß der Verkaufserfolg dieser Sammlung riesengroß sein wird.
Aber noch ein anderer Punkt fällt beim Durchgehen der Kollektion auf, die


Cosimo Tura. Flucht nach Ägypten

55 Der Cicerone, Jahrg. XIX, Heft 16

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