Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 19.1927

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C. Pissarro
Aus der Sammlung Dr. v. Licht, Wien. Versteigerung bei Hugo Helbing,
Frankfurt a. M., am 7. Dezember
SAMMLER UND MARKT

BERLIN
Schon im letzten Heft wurde auf die Auktion
der Möbel und Gemälde aus den Sammlun-
gen Freiherr von Gemmingen, Pro-
fessor Yoß und anderem Privatbesitz hin-
gewiesen, die am 23. November bei Paul
Cassirer stattfinden wird. Es handelt sich
um niederländische Bilder, Kleinplastik, Bron-
zen, Porzellane und um gestickte Sanrtkaseln
des i5. Jahrhunderts, Yon den Bildern nenne
ich Coypel: „Triumph der Amphitrite“; Joos
van Craesbeeck: „Der Geldzähler“; eine ro-
mantische Gebirgsgegend, wahrscheinlich von
Josef Anton Koch; Huchtenburg: zwei Schlacht-
darstellungen ; Porcellis: „Seestück,“ bezeich-
net und datiert 1622; Salomon van Ruysdael:
„Flußlandschaft im Winter“ (Expertise von
Bode). Unter den Kasein mehrere italienische,
deutsche und niederländische des i5. Jahrhun-
derts, mit figürlicher Stickerei.
Am 22. November wird die Porzellan-
sammlung Andre Kirchberger, Ems,
ebenfalls bei Cassirer, versteigert werden.
Vertreten sind die Fabriken: Ansbach, Fran-
kenthal, Fulda, Gotha, Höchst, Ludwigsburg,
Meißen, Nymphenburg, Veilsdorf und Wien.
Wir nennen: von Frankenthal den „buckligen
Policinell“, Modell von Lanz:, aus der Samm-
lung Buckardt; von demselben ein „Liebes-
paar in der Laube“, Ausformung um 1755
bis 1759, Bemalung um 1785; von demselben,
ebenfalls aus der Sammlung Buckardt: „Pier-
rot“; von Lück Gesellschaftsgruppe: „Alle-
gorie auf den Geruch“ um 1760; von dem-
selben Gesellschaftsgruppe: „Die vier Jahres-
zeiten“ um 1770. Höchst: „Musikantenfami-
lie,“ Modell von Melchior um 1775; „Schä-

fergruppe“ von Melchior, 1770. — Ludwigs-
burg: „Spinettspielerin,“ Modell von Wilhelm
Beyer um 1765; „Die vier Jahreszeiten“ um
1765. Meißen: „Figur aus der italienischen
Komödie,“ Modell von Peter Rcinicke, 1745;
„Dottorc“ von Peter Rcinicke, 1743/44; von
demselben der „Scapin“ und der „Pantalone“.
Besonderen Hinweis verdient auch der Nach-
laß Rudolf Philipp Goldschmidt,
Berlin, der am 22. und 23. November an der
gleichen Stelle ausgeboten wird. Derselbe ent-
hält erstklassige Keramik, Steinzeug, Fay-
encen, Porzellan, Bronzen und Arbeiten aus
Kupfer und Messing, Skulpturen aus Holz, El-
fenbein, Stein, Miniaturen, Arbeiten aus Sil-
ber, Zinn, Kupfer, Möbel und Textilien, Ge-
mälde und Zeichnungen. Unter den Bronzen:
„Eine knieende Frau“ von Giovanni da Bo-
logna, ein „Springendes Pferd“ von demsel-
ben Meister, desgleichen ein „Schreitender
Stier“. — Unter den Möbeln: Rokokoschrank,
süddeutsch, Mitte des 18. Jahrhunderts. Vitri-
nenschrank, Polisanderholz, Holland, 18. Jahr-
hundert; Rokokokommode, Mitte des 18. Jahr-
hunderts. K
DIE SAMMLUNG HULDSCHINSKY BEI
PAUL CASSIRER
Im Frühjahr wird die bedeutendste Berliner
Privatsammlung bei Cassirer versteigert wer-
den. Eine europäische Angelegenheit. Niemals
in der Geschichte des Berliner Kunsthandels
kam eine solche Kollektion auf den Markt.
Weder die Sammlung von Kaufmann noch
die des Konsul Weber können sich mit ihr
vergleichen. Wir behalten uns die ausführ-
liche Würdigung für ein anderes Mal vor;
wird es sich doch um Bilder von Rembrandt,

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