Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 19.1927

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Oberweseler Hochaltar, rechte Außenseite. Teilansicht. Um 1531

ALTE KUNST AM MITTELRHEIN
II. DIE TAFELBILDER AUF DER DARMSTÄDTER AUSSTELLUNG
VON MAX J. FRIEDLÄNDER
Von der Ausstellung, die in dem ordentlichen und vernünftigen Museum zu
Darmstadt stattfindet, war hier schon die Rede. Peler Metz hat über die Plastik
und das Kunstgewerbe berichtet, damit über so ziemlich alles wesentliche, ab-
gesehen von der Tafelmalerei. Der Leser ist über die örtlichen und zeitlichen
Grenzen, die der dankenswerten kunsthistorischen Veranstaltung gesetzt waren,
bereits unterrichtet.
Ich soll, was die Malerei betrifft, das Ergebnis der Ausstellung buchen und ge-
rate dabei in einige Verlegenheit. Mit Bemerkungen zu den einzelnen Bildern
vermag ich nicht viel mehr und nichts wesentlich Anderes zu bieten als der
Katalog, in dem Erl. Dannenberg vortreffliche Arbeit geleistet und sogar über
den Zustand der Tafeln zuverlässige und scharfsichtige Beobachtungen nieder-
gelegt hat. Ein Gesamtbild wäre als das eigentliche Resultat erwünscht, näm-
lich eine Vorstellung von dem besonderen Wesen der mittelrheinischen Mal-
kunst. Was Scheibler für Köln und Thode für Nürnberg aufgebaut haben —
übrigens: wie wenig haben doch die Jüngeren hinzugefügt -—, könnte auch
für die Kunstprovinz des Mittelrheins unternommen werden. Und Thode hat
zu der Konstruktion angesetzt in seinem vor vielen Jahren im Jahrbuch d. pr.
Ksts. (1 900) erschienenen Aufsatz. In Darmstadt steht jetzt allerlei Leihgut aus
Kirchen und Museen und kann bequem mit dem bedeutenden heimischen Be-
stände verglichen werden. Eine verlockende Gelegenheit, Thodes Versuch aus

35 Der Cicerone XIX. Jahrg., Heft 17

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