Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 19.1927

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Wilhelm Trübner

Balkonzimmer am Starnberger See. 1912

WILHELM TRÜBNER
ZUR GEDÄCHTNIS-AUSSTELLUNG IN DER BASLER KUNSTHALLE
VON WILLI RA EBER
Der Basler Kunstverein hat es unternommen, dem großen deutschen Maler
Wilhelm Trübner (1851-1917) die längst fällige Gedächtnisausstellung zu
veranstalten. Nahezu anderthalbhundert Gemälde aus allen Schaffensjahren des
Künstlers, dazu eine größere Anzahl von Zeichnungen und Skizzenbüchern,
die unter großer Mühewaltung aus deutschem und schweizerischem, tschecho-
slowakischem und österreichischem musealen und privaten Besitz zusammen-
gebracht wurden, sind in der Kunsthalle zu einer Schau vereinigt, die das
Gesamtwerk Trübners als geschlossene Einheit vor Augen führt. Mit viel Ein-
sicht und Klugheit ist die Ausstellung, deren Zustandekommen letzten Endes der
Initiative des Direktors der badischen Kunsthalle in Karlsruhe, Dr. W. F. Storck,
zu danken ist, zusammengestellt worden, so daß das Fehlen einiger unerreich-
barer Hauptwerke des Meisters, wie etwra der auf die deutsche Sperrliste ge-
setzten »Dame auf dem Kanapee«, des »Hoffmeisterbildnisses« der National-
galerie in Berlin, ferner das »Bildnis des Dichters Martin Greif« des Städel-
schen Institutes zu Frankfurt — um nur die hauptsächlichsten zu nennen, de-
ren Abwesenheit besonders bedauert werden muß — so daß das Fehlen dieser
Werke das klare Gesamtbild keineswegs trüben kann. Die verschiedenen
Perioden im Schaffen Trübners sind durchwegs gut, ja ausgezeichnet vertreten.
Was nicht Anspruch auf Qualität und besondere Lebendigkeit machen kann,

6 Der Cicerone, Jahrg XIX, Heft 3

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