Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 19.1927

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SAMMLER UND MARKT

„LE CLAIRON“ VON MANET
Der hier reproduzierte Trompetenbläser von
Manet vom Jahre 1882 gehört zwar nicht zu
den bisher unbekannten Bildern des franzö-
sischen Impressionisten, aber es ist immerhin
bedeutsam, daß er ein Glanzstück einer Ber-
liner Kunsthandlung darstellt, die auch sonst
zahlreiche Werke der gleichen Richtung ihr
eigen nennt und eben zu einer Sonderausslel-
lung vereinigt hat.
Hugo Perls kultiviert mit Vorliebe die fran-
zösischen und deutschen Impressionisten. Die
Manetsche Skizze ist malerisch nicht nur
überzeugend, sie steht im Werke des Meisters
— ein Jahrzehnt und mehr nach den Bil-

dern mit der Erschießung Maximilians ent-
standen — an hervorragender Stelle inner-
halb dieser künstlerischen Hinterlassenschaft.
Das Auge des modernen Menschen sucht von
hier aus wie von selbst den Weg zu anderen,
ähnlich monumental gebauten Werken der
letzten Zeit und es darf nicht überraschen,
wenn einem gerade in diesem vergleichenden
Gegenüber vor allem Munchs Name auf die
Lippen tritt. Biermann
VERSTEIGERUNGEN
Am 1. Februar findet bei Rud. Lepke-Ber-
lin die Versteigerung von Antiquitäten aus
süddeutschem Adelsbesitz statt. Die Samm-
lung enthält eine Reihe von besonders schönen


E. Manet

Le clairon. 188g
(Duret Nr. 2g2) / Bes.: Hugo Perls, Berlin

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