Illustrirte kunstgewerbliche Zeitschrift für Innendekoration — 3.1892

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Dezember-Heft.

Illustr. kunstgewerbl. Zeitschrift für Innen-Dekoration.

Leite 229.

M'

stun Mchlnff des III. -Dalzrgauges.

tit der vorliegenden Dezember-Ausgabe legen wir das Lchlußheft
des III. Jahrganges unserer Zeitschrift in die Hände unserer
geschätzten Abonnenten.

Ls liegt uns fern, ein Loblied pro äorcio singen zu wollen, aber
der Zustimmung dürfen wir wohl von jeder Leite gewiß sein, daß
wir reichlich das gehalten haben, was wir bei Eröffnung des jetzt
komplet vorliegenden stattlichen Bandes versprochen haben.

Auch für den nunmehr beginnenden IV. Jahrgang sind wiederum
verschiedene Erweiterungen in Aussicht genommen, und von hervor-
ragenden Mitarbeitern (Aünstlern und Hachschriststellern), deren Zahl
bedeutend vermehrt wurde und noch täglich erweitert wird, liegt bereits
eine stattliche Hülle trefflichsten Materials vor oder ist solches in sichere
Aussicht gestellt. -— Ein gediegener und vielseitiger Inhalt der kom-
menden Hefte ist somit garautirt!

Lonach dürfen wir uns wohl der berechtigten Hoffnung hingeben,
daß wir auch im nächsten Jahre unsere bisherigen Abonnenten „in
alten Treuen" wieder werden begrüßen können, und daß auch die Zahl
neuer Hreunde in erfreulichster Meise ein stetes Wachsthum zeigt und
dadurch unsere Zeitschrift immer mehr in die Lage kommt, ihr gutes
Theil beizutragen zur Hebung und Verbreitung deutschen Aunst-
gewerbes im Inland und Ausland! ^ SchriftteitMlg.

Mitarbeiterschaft betreffend!

erschlage für zeichnerische Beiträge, Ansichtssendungen von Skizzen oder fertigen
Entwürfen erbitten wir jeweils bis Mitte jeden Monats, da um diese Zeit
regelmäßig die artistischen Mitglieder unserer Schriftleitung behufs Prüfung des
Eingelaufenen zusammentreten.

mchersthau.

Brauch, Spruch und Lird der Bauleute, von Paul Rowald,
Stadtbaninspektor zu Hannover. Hannover, Schmorl A von Seefeld Nachf.
^92. Preis 2 Mark qm Pf. Raum auf einem anderen gewerblichem Gebiet dürfte
der dichterische deutsche Volksgeist so vielseitige Blüten getrieben haben, als gerade
auf dem des Baugewerbes, vom Plane des Hauses an bis zur Vollendung be-
gleiten Sprüchwort, Lied, Spruch und Brauch das Bauen und die Bauleute, lebendig
in dem durch des Tones Hebung und Senkung gegebenen Takte sich tummelnd,
oder im gemessenen Schritte des neueren Versmaßes einherschreitend; in dasselbe
Gewand gehüllt, in welches volksthümliche Dichtung auch sonst sich kleidet, in
schlichter, nur durch den Gebrauch in bestimmter Gestalt festgehaltener Rede, im
Schmucke des Stabreimes, des Anlautes oder des Reimes. — Das uns vorliegende
durch jahrelanges Sammeln geschaffene Merkchen dürfte an Vollständigkeit wenig
zu wünschen übrig lassen und versäumen wir deshalb nicht dasselbe in den be-
theiligten Kreisen weitgehendster Beachtung zu empfehlen.

Erläuterungen zum Gesetz betreffend den Schutz von Gebrauchs-
mustern von F. H. Hasse, Livil-Ingen. und Patentanwalt. Berlin ^892.
Verlag von Georg Siemens. Preis kart. t Mk. Diese Erläuterung kann allen
Denjenigen zur Grientirung empfohlen werden, welche den Schutz von Gebrauchs-
mustern erlangen wollen. Die Schrift bespricht alle einschlägigen Verhältnisse vom
praktischen Gesichtspunkte aus, zeigt die Grenzen der Anwendung des Gebrauchs-
mustergesetzes und erläutert, wie der Gebrauchsmusterschutz am wirksamsten und
ausgiebigsten zu beantragen ist. Beigefügt ist ferner ein verzeichniß von bisher
unter Gebrauchsmusterschutz gestellten Gegenständen. Das handlich und preiswerth
ausgestattete Buch wird allen Interessenten sehr gute Dienste leisten.

Für Ornamentstichsammler, Künstler und Gewerbetreibende.
Einen interessanten Beitrag zur kunstgewerblichen Literatur bringt soeben Ludwig
Rosenthal's Antiquariat in München in Gestalt des Kataloges einer höchst
reichhaltigen und werthvollen Sammlung von Ornamenten und älteren architek-
tonischen und kunstgewerblichen Merken, worunter eine große Anzahl von Raritäten
ersten Ranges, von den großen Meistern der Renaissance an bis zu den Zeiten
Ludwig's XVI. und des ersten Napoleon enthält der Katalog die meisten Namen,
die für die Geschichte der Ornamentik Bedeutung haben. In besonderen, höchst
interessanten Gruppen sind kalligraphische Werke, Stick- und Spitzenmusterbücher,
darunter mehrere Prachtstücke der italienischen Renaissance, ferner Entwürfe für
Gartenanlagen und endlich eine kostbare Sammlung alter Bucheinbände zusammen-
gestellt; sehr groß ist auch die Anzahl der Vorlagen für Goldschmiede und Juweliere,
von den hervorragendsten Meistern aller Perioden, wie Mignot, Lollaert, Pouget,
Germain und viele Andere. Die Ausstattung des reich illustriten Kataloges ist
des Inhaltes würdig. Der in schönster typographischer Ausführung hergestellte
Katalog enthält nämlich nicht weniger als so zum Theil blattgroße Reproduktionen
nach den vorzüglichsten Originalen. Diese im Verein mit den sorgfältig und unter
Benützung der einschlägigen wissenschaftlichen Literatur gearbeiteten Beschreibungen
der einzelnen Nummern in deutscher und französischer Sprache geben dem Kataloge
einen außergewöhnlichen Werth, so daß der dafür geforderte Preis von q Mark
nicht zu hoch erscheint.

vilettantin in V/. Sogenanntes Eisenpapier hat es schon ^85; auf der „Londoner
Welt-Ausstellung" gegeben. Neuerdings haben einige englische Fabrikanten die
Idee wieder aufgegriffen und es ist sehr wahrscheinlich, daß in Zukunft dillets-ckorix
und derartige „Dokumente" der „besseren Haltbarkeit wegen" auf „Eisen" geschrieben
werden. Im Uebrigen scheint uns aber diese Erfindung nicht viel mehr als eine
technische Spielerei zu sein.

preitrau L. v. 8. in L. Bezugsquellen für, in unserer Pariser Original-Korre-
spondenz besprochene kunstgewerbliche Erzeugnisse nennt der Autor dieser Korre-
spondenz „Otto Maldau, Rne Lortambert ^z" auf besondere Anfragen stets recht
gern. Warum indeß in die Ferne schweifen, liegt doch das Gute auch in
Deutschland so nah". —

/trcbittzkt 8. 0. in 6. Wenn Sie Ihrem befreundeten Berufsgenossen eine
Weihnachtsfreude machen wollen, so kommt der elegant in Leinwand gebundene
III. Iahrg. uns. Zeitschrift gerade noch zurecht, derselbe erscheint spätestens am
to. Dezember cr. und kostet bekanntlich nur Mk. 20.— franko.

li/löbslsckreiner L. w. in 0 . .. t. Ls ist durch interessante versuche schon
seit langer Zeit festgestellt, daß bestimmte Arten Holz, obgleich an und für sich von
großer Dauerhaftigkeit, doch auf einander gegenseitig zerstörend wirken, versuche
mit der Lypresse und Wallnuß und der Lyxresse mit der Leder weisen nach, daß
eins das andere faulen macht, wenn sie miteinander verbunden sind, daß aber
dieses Faulen sofort aufhört, wenn sie von einander gesondert werden, und daß sie
dann auf lange Zeit gesund bleiben. — Wir danken Ihnen indeß bestens für das
durch Mittheilung Ihrer diesbezügl. Erfahrungen für unsere Zeitschrift bekundete
Interesse.

kunklllrebtor X. in 8t. Schenken Sie Ihrer Gattin die im Verlag von Alex.
Koch, Darmstadt vor Kurzem erschienene äußerst belehrend und anregend geschriebene
Broschüre: „Wie können unsere Frauen zur Ausschmückung der wohnräume bei-
tragen" Preis Mk. gso franko. — Dieselbe wird sich in ihrem 2 farbigen elegantem
Umschlag auch kostbaren Gaben würdig an die Seite stellen. —

Lin llnrutrisöener öerün. wir verweisen Sie auf die am Eingang dieser Seite
stehende redaktionelle Notiz, wonach für den nächsten Jahrgang ganz ausschließlich
vorzügliches Material vorliegt. Ls ist natürlich nicht immer möglich allen An-
sprüchen in einem Heft gerecht zu werden, dafür ist das kunstgewerbliche Gebiet
ein viel zu großes!

Lrsu von 8. in r. Den schadhaft gewordenen antiken Teppich, werden Sie
durch Aufhängen an einer geeigneten Wand noch recht zweckentsprechend verwenden
können. — Die schlechten Stellen lassen sich dabei leicht durch ein Fächer-Arrangement,
verbunden mit künstlichen Blumen rc. verdecken. Kleinere schadhafte Stellen übermalen
Sie am einfachsten. Näheres darüber finden Sie in der kürzlich bezogenen Broschüre
„Wie können unsere Frauen zur Ausschmückung der Wohnräume beitragen, Seite ^7.

vekorationsmaier iV. in I. Im Februar n. Js. erscheint ein Spezialheft für
Malerei". — wir bitten Sie aber, nur den eben abgeschlossenen Jahrgang genau
durchzublättern und Sie werden bezügl. Motive in Fülle finden.

/Uckitskt L. 0. Posen. Der Artikel über „Bauernmöbel" erscheint bestimmt in
einem der ersten Hefte des nächsten Jahrganges. Genau läßt sich der Termin
noch nicht bestimmen, da es sehr schwer hält wirklich gute und stilreine Abbildungen
zu erlangen. — Das vorjährige „Spezialheft für Architekten" ist leider seit Monaten
vergriffen. -— Für die weitere freundliche Anregung besten Dank, dieselbe dürfte
sich jedoch aus verschiedenen geschäftlichen Gründen vorderhand kaum realisiren
lassen. — Wir behalten es jedoch im Auge!

Briefkasten.

Kunst-Beilagen im Dezember-Heft.

Um ersten Bogen: Holzdecke für ein Speisezimmer. Die Ausführung
ist in Kiefernholz gedacht und geschieht die Färbung durch Gelen und Lackieren.
Gesimse, Leisten, Konsolen, usw. sind dunkelbraun zu halten, die Rahmhölzer hell-
braun, etwas in's gelbliche gehend. Der Grund der Füllungen gelblich hell
„goldton". Das darauf liegende Ornament wird aus dünnem Eichenholz gesägt,
dunkel bebeizt und geölt. — Bei richtiger Behandlung lassen sich prächtige Farbtöne
entwickeln, die — da die Holzmasern noch durchscheinen — beinahe transparent
wirken. — Durch die reichliche Behandlung mit gekochtem Leinöl dunkelt das Holz
nach, wird viel satter und tiefer in der Färbung und mit der Zeit jenen prächtigen
alten Holz-Architekturen ähnlich, die man noch des Gestern in Tyrol und der
Schweiz zu sehen Gelegenheit hat.

Km zweiten Bogen: Schreibtisch aus italienischem Nußbaum, ent-
worfen und ansgeführt in der Hofmöbelfabrik A. Bembö, Mainz. Einzelne Theile
der Holzbildhauer-Arbeiten sind reich vergoldet. Die Füllungen bilden prächtige
auf den Schifffahrts-Verkehr Bezug habende Porzellanmalereien. —

Mit dem vorliegenden Heft erhalten unsere Abonnenten „Inhalts-Ver-
zeichnitz" und „Titelblatt" zum III. Jahrgang unserer Zeitschrift.

Druckfehler-Berichtigung. Im November-Heft spielte uns auf Seite 2O
Spalte 2 Zeile 37 von oben der Druckfehlerteufel einen Streich, indem er, wahr-
scheinlich da er zu jener Stunde einen besonderen Hang nach gastronomischen Ge-
nüssen hegte, „Wirtshäuser" setzte, anstatt es bei harmlosen „Miethshänsern"
zu belassen. —

Sämmtliche Abbildungen im ersten Bogen des vorliegenden Dezember-Heftes,
bei welchen versehentlich das ^ vergessen wurde, sind Originale und stehen unseren
Abonnenten für jegliche verwerthung frei.
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