Illustrirte kunstgewerbliche Zeitschrift für Innendekoration — 3.1892

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Die mit « versehenen Illustrationen sind
Driginalzeichnungen und stehen unseren
Abonnenten zur verwerthung srei.

verbreitet in allen Kulturstaaten. — Vertreter in Leipzig: Eduard Schmidt,
(Querstraße zp— Erhältlich durch jede Buchhandlung des In- und Auslandes.—
Nachdruck nur mit besonderer Erlaubnis; und Quellenangabe gestattet.

Kleinere Beträge sind vorauszubezahlen.
Nur „Tpezial-ksefte" einzeln ü Mk. 2. erhält-
lich. Telegr.-Adr.: Verlag Koch, Darmstadt.

III. Jahrgang. Darnrstadt, im Juni 1692.

Jum-Heft.

UeUchlnnck im "Mause bei ^
behinderen Gelegenheiten.

FiMiiiiig ülimi die
AekoeAtioil von Imimi-
HÄllmen diirlh die Hvnd
deis Hviisktkm.

Motto, „windet zum Kranze die
goldenen Aehren,
Flechtet auch blaue Lyanen

eierliche Veranlassungen,
wie sie als Familien- oder
Nationalseste in den enge-
ren Räumen des kjauses
stattfinden, verlangen in erster Linie jene Vorbereitungen, welche den
Äweck haben, dem Festraum durch einen passenden Schmuck den Karakter
des darin abzuhaltenden Festes schon im Voraus aufzudrücken.

Die Art und Weise der Ausschmückung kann ja eine sehr ver-
schiedenartige sein, die sich je nach den räumlichen Verhältnissen, dem
Tuten Geschmack und den Mitteln des Veranstalters richten, Immer
^der kommen bei allen derartigen Aufgaben dieselben bjauptslächen des
betreffenden Raumes als zu verzierendes Objekt in Betracht; es find
dies die Decke und Wände mit den darin sich befindenden Oeffnungen

kud Nischen.

Da der berufsmäßige Dekoratör aus naheliegenden Gründen nur
ungern eine derartige Arbeit übernimmt, dieselbe vom Fachmann aus-

geführt auch etwas theuer zu stehen kommt, so ist hier in der Be-
sprechung Rücksicht darauf genommen, eine Dekorationsart zu zeigen,
welche sich in ihrer einfachen Anlage ohne viele bsülfsmittel nur mit
etwas Liebe zur Sache sehr leicht selbst aussühren läßt.

Man hat bei der Dekorirung eines Festraumes vor Allem den
Karakter des Festes selbst streng im Auge zu behalten, um dem-
entsprechend die Dekoration nach Form und Farbe anzuordnen.

Das erste, was wir zu schmücken haben, wird der Vorplatz oder
Korridor mit den k)auptthüren, den Gingängen zu den eigentlichen Fest-
räumen, sein, bsier bedient man sich der einfachsten Mittel, indem man
je nach der Anlage der Räumlichkeit hauptsächlich lebende gflanzen,
Kübel- oder Topfpflanzen anordnet. In einfachster Form, wo man
aus dem Lande oder im Gebirge keine Gärtnereien in der Nähe hat,
bediene man sich grünen Reises, junger Tannen und Birken und gruppire
sie in zwangloser luftiger Weise.

Die Thüre mit dem „Willkommen", welche im Vorraum hauptsächlich
in Betracht kommt und eine sorgfältigere Dekoration verlangt, wird je
nach der architektonischen Ausbildung ihres Aeußeren geschmückt.

Die grünen Laub-, Tannen- oder Moosguirlanden erhalten einen
weiteren Schmuck dadurch, daß lebende oder künstliche Blumen in farben-
reicher Abwechselung mit eingeflochten werden.

Der Willkommenspruch muß so angeordnet sein, daß er sich gut
sehen und durch eine deutliche Schrift rasch lesen läßt. Ist die Thüre
reicher ausgebildet, so muß man sehen, wie man die Dekorationsmittel
am Besten anbringen kann, um eine gute Wirkung zu erzielen. Zun:
Beispiel wird eine Thüre mit Säulenvorbau, reichem Gesims und Giebel-
verdachung wohl am Besten dadurch dekorirt werden, daß inan die
Säulen mit einer Guirlande umwindet, deren Mitteltheil sich leicht
hängend unter dem Architrav hält und zwar immer noch in einer
solchen ksöhe, um den Gintretenden nicht zu belästigen.

Das „Willkommen" läßt sich entweder im Giebelfeld oder im Fries
anbringen; ist die Thüre jedoch sehr hoch, so hat dasselbe in diesem
Falle seinen besten jAatz in der Mitte der hängenden Guirlande unter
dem Architrav. — Natürlich kann hier schon dem Karakter des Festes
Rechnung getragen werden, indem man zum Beispiel bei einer natio-
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