Donath, Adolph [Editor]
Der Kunstwanderer: Zeitschrift für alte und neue Kunst, für Kunstmarkt und Sammelwesen — 2.1920/​21

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Der blinde Tobias.

Die Anbetung der Hirten bei Laternenschein

La petite tombe.

Dasselbe Blatt.

Das Hundertguldenblatt.

Christus in Emmaus.

Der Tod Mariae.

Die große Löwenjagd.

Die Landschaft mit dem Turm.

Die Landschaft mit dem Obelisken ....

Der Greis im Sammetmantel.

Van der Linden.

Mark No. Mark

6 600 437 Jan Asselyn . 4 800

4 000 438 Uytenbogaert. 13 000

26 000 439 Der Geldwechsler. 8 000

7 800 441 Der Jude Philo. 3 000

7 000 442 Die große Judenbraut.11500

6 200 451 W. W. Ryland, Die Herzogin von Richmond . . 3000

3 400 456 Schäufelein, Zwei Landsknechte. 13 000

3 100 462 Schongauer, Verkündigungsmaria.17 000

6 500 466 Die Geißelung Christi.11500

14 500 468 Christus dem Volk gezeigt. 7 000

8 000 469 Die Grablegung Christi. 5 200

5 400 470 Die große Kreuztragung. 14 500

Stn neuentdecktes lugendtoeek von Rembt?andt

üon

Sgon pUillevzfiambuvg,

*) Im 1. Oktoberheft des
„Kunstwanderers“
(1920) aus dem Besitz Goud-
stikkers von Batavus-Amster-
dam publiziert.

Der Hamburger Kunstsachverständige Egon Müller pu-
bliziert hier ein von ihm in einem kleinen Städtchen des
Harzes entdecktes Jugendwerk Rembrandls, dessen Echtheit
auch von Bode, Pauli, Hofstede de Groot und Glück bestä-
tigt worden ist.

I rotz aller bisherigen Forschungsarbeiten auf dem
Gebiete der älteren Kunst gelingt es immer noch,
neue bis jetzt unbekannte Werke berühmtester Meister
ans Tageslicht zu ziehen
— und dieses in den
letzten Jahren mehr denn
je. Durch die ungeheuren
Vermögensverschiebun-
gen, welche der Krieg
und seine Folgen in allen
Schichten der Bevölke-
rung verursacht hat, mag
dieser Umstand mehr
oder weniger indirekt
hervorgerufen sein. Man
denke nur an die vor
noch nicht Jahresfrist bei
der Firma Goudstikker in
Amsterdam aufgetauchte
Landschaft mit den bei-
den Brücken, an den
Porträtfund in Christiania
und an die einwands-
freie Echtheitsfeststellung
des bei Christie in
London erst vor wenigen
Wochen verkauften Ge-
mäldes „Heraklit und
Demokrit“,*) welches vor
der Reinigung für den
Spottpreis von 4800 Gui-
nees verkauft wurde.

Jetzt habe ich persönlich das außerordentliche Glück
gehabt, ein Jugendwerk des Meisters in völliger Ver-
borgenheit aufzufinden. ln einem abgeschiedenen, kleinen
Städtchen des Harzes fand ich das nebenstehend ab-
gebildete Gemälde und konnte die einwandfreie Authen-
tizität Rembrandt’s feststellen.

Dieses Bildnis zeigt ein von Rembrandt auch auf

anderen Gemälden sowie
auf verschiedenen Radie-
rungen und Zeichnungen
benutztes Modell mit
dem Aussehen eines vor-
nehmen, alten Herrn, ist
mit Ölfarbe auf eine
achteckige Eichenholz-
tafel gemalt und mißt in
ganzer Höhe 551/1 cm
bei 40 cm Breite. Die
Monogrammierung aus
Rembrandt’s Leidener
Zeit, die typische Ver-
schlingung der Buch-
staben R H L befindet
sich auf der rechten
Hintergrundseite am Ran-
de oben oberhalb der
Schulter. Von besonde-
rem Interesse ist auch
der alte Originalrahmen,
welcher nach Feststellung
von Dr. Hofstede de Groot
nach Rembrandt’s persön-
lichen Angaben für dieses
Bild angefertigt worden
ist und der aus Föhren-
holz mit Hornauflage ge-
arbeitet ist. Das Werk
besitzt den außerordent-
lichen Vorzug, daß es bis-
her keinerlei Restaurierung
oder Reinigungsarbeit
unterworfen wurde und

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