Donath, Adolph [Editor]
Der Kunstwanderer: Zeitschrift für alte und neue Kunst, für Kunstmarkt und Sammelwesen — 2.1920/​21

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ander abliegen. Vorläufig reichen die Magazine, in denen
die Bestände an alter Musik bis zum Jahre 1700 und
sämtliche Handschriften untergebracht sind, noch aus,
aber die Zeit ist keineswegs mehr fern, daß ein Teil
dieser Bestände in den bis jetzt der neuen Musik seit
1701 vorenthaltenen Räumen untergebracht werden muß.
Diese Räume, die sich auf 4 Halbstockwerke verteilen,
können auch nur durch Hinzunahme des an der Musik-
abteilung anstoßenden Teils des 13 Stockwerks erweitert
werden. Dieses Teilstück ist zu einem großen Teil
schon kürzlich (im September) belegt werden, da Dr.
Werner Wolffheim seine umfangreiche wertvolle Musik-
bibliothek als widerrufliche Leihgabe der Musikabteilung
anvertraut hat. Trügerisch ist auch die Hoffnung gewesen,
daß die seit 1701 erschie-

I t

nenen Bücher über Musik
und musikalischen Zeit-
schriften auf der Galerie
des Lesesaals und in dem
von diesem abgenommenen
dunkeln Korridor, aus dem
man zu den am Oberlichthof
Hegenden Beamtenzimmern
gelangt, vollständig ihre
Aufstellung finden könnten.

Die Zeitschriften, die Mis-
zellan - Abteilung und die
Textbücher mußten bereits
anderweitig untergebracht
werden. Das Heraussuchen
ist daher nicht sehr bequem,
doch ist eine Tabelle der
Aufstellung vorhanden; auch
heben sich die einzelnen
Signaturen deutlich von ein-
ander ab. Übrigens sind
die Bestände der deutschen
Musikabteilung von den aus
der alten Musiksammlung
überkommenen räumlich ge-
schieden.

Die Aufstellung der Mu-
sikalien seit 1701 ist nach van Dyck
zwei Formaten erfolgt und
zwar rein mechanisch nach f ..

fortlaufenden Nummern. Dieses in Frankreich un a'en
hauptsächlich gebräuchliche Aufstellungsprinzip a e
kanntlich den Vorteil der größten Raumausnutzung, be-
dingt aber immer Kenntnis der Signatur, die nur durch
Nachschlagen im Katalog gewonnen werden kann, un
trennt Zusammengehöriges; so können z. B. 20 Ausgaben
ein- und desselben Werkes an 20 verschiedenen Stellen
stehen und haben dann 20 verschiedene Signaturen, was
das Heraussuchen außerordentlich erschwert. Bei Neu
einrichtungen von Bibliotheken ist aber diese rein
mechanische Aufstellung die vorteilhafteste; ihre Haupt
mängel zu verbessern, ist immerhin wenigstens in mancher
Hinsicht möglich, doch ist hier nicht der Ort, darauf
einzugehen.

Ich darf nicht schließen, ohne über den Stand der
Katalogisierung zu berichten. In der alten Samm-
lung sind die großen Reste an Autographen und Hand-
schriften mit Ausnahme der Fragmente und Anonyma in
den letzten Jahren völlig aufgearbeitet worden; eine
große Leistung. Daß zu dieser rein wissenschaftlichen
Arbeit mehr Spezialkenntnisse erforderlich sind als zur
Katalogisierung neuerer Musikalien, darf nicht unerwähnt
bleiben.

Ein Standortsverzeichnis für die Autographen
fehlt noch, ebenso ist ihre fortlaufende Numerierung
noch nicht durchgeführt, doch sind wenigstens die auto-
graphen Werke der besonders reichhaltig vertretenen
Tonsetzer mit Nummern versehen.

Ganz neugeschaffen wur-
de ein brauchbarerd i. über-
sichtlicher und für Nach-
träge reichlich Platz bieten-
der Standortskatalog
für die Handschrif-
ten, die nach dem Alpha-
f bet mit springenden Num-

mern aufgestellt sind und
zwar ohne nach den For-
maten getrennt zu sein.
Diese Trennung, deren ein-
ziger Vorzug nur in der
Raumersparnis liegt, schon
jetzt vorzunehmen, war nicht
unbedingt nötig gewesen,
und ist bisher unterblieben.
Da jede Handschrift ihre

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Standortssignatur deutlich

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Hollstein und Puppel, Berlin

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