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Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 1): Die Kunstdenkmäler des Kreises Konstanz — Freiburg i.Br., 1887

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https://doi.org/10.11588/diglit.1229#0492

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BODMAN

SCHÖNHUTH Die Burgen des Höhgaus. IV1—63. — DERS. Die
Burgen, Klöster und Kapellen Badens und der Pfalz, II 198-—2J1. —
SCHWAB, G., Der Bodensec nebst dem Rheinthale2', Stuttg. 1840. I 22.
?6. 92. 98.124. II83. 164. 179. 285. — UHLAND Bodman, in PFEIFFER's
Germania, 183g, IV 33—96 (mit Benutzung einer hs. Hausgeschichte von
Dr. MÜLLER). — P01NSIGN0N Bodmansche Regesten v. 869—1361
(Schriften des Vereins f. Gesch. d. Bodensees X, XI, XIIAnhang. 1880—83).
— H. v. LIEBENA U Urkundensamml., veröffentlicht zur Lebcnsgesch. der
verwittw. Königin Agnes v. Ungarn (Argovia V 1—192).

PFAHLBAUSTATIONEN. In der Nähe sind im Bodensee zwei
Pfahlbaustationen (vgl. MONE Ztschr. XVII 40J), die eine grössere im
Osten des Orts. Eine schöne v. Domänenrat Ley in Bodmann zusammengebrachte
Sammlung von Fundstücken (Stein-, Hörn- und Beingerät, Thongefässe etc.) ist im
Besitz des Freiherrn von Bodman auf Schloss Bodman. Neuerdings sind auch
Broncefunde von dort bekannt. (W.)

RÖMISCHE RESTE. Eine halbe Stunde nordwestl. von Bodman, am
Dättelbach, wurde schon 1686 (s. darüber i. d. Schriften des Bodensee-
Vereins V 1824 p- 160 ff.) die Reste einer römischen Villa mit Hypokausten-
heizung entdeckt. Vor längerer Zeit fand man hier noch 2 Broncegefässe. Der
Ort, jetzt Ackerland, führt noch den Namen 'auf Mauern'. Die Frucht wird hier,
so wie die Fundamente laufen, strichweise früher gelb. (W.)

Im Gewann Fr aasen', unterhalb der sog. Bodenburg steht ein Grabhügel.
Die Untersuchung ergab Reste von Leichenbrand; hohle Armringe von Bronce.
In der Nähe fand sich ein Hammer aus Hirschhorn (wahrscheinlich aus den
Pfahlbauten). (W.)

Seit dem 9. u. 10. Jh. (UHLAND nimmt noch an, seit der zweiten Hälfte
des 8. Jhs.) erscheint Bodman als Sitz königlicher Statthalter in Alemannien, dann
als Hof (curtis regia, so 912, Reg. Const. No. 28J., curtis regia publica), Weiler,
(villa, villa regia) mit Königspfalz (Potamico palatio; so Bodoma palatium regium,
839, Apr. 6, wo Kaiser Ludwig d. Fr. Ostern zu B. feiert und die Unterwerfung
seines Sohnes Ludwig entgegennimmt). Schon UHLAND macht die gewiss richtige
Bemerkung, dass die Königpfalz nicht auf den Berggipfeln, sondern, wie die Ver-
gleichung anderer karolingischer Pfalzen zeigt, an bequemer, zugänglicher Stelle

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