Dehio, Georg
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler (Band 2): Nordostdeutschland — Berlin, 1906

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Ahr

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All

TriumphkreuzT. H. 15. Jh. Glocke 1510 von Hinrich v. Campen.
6 Gräbst, aus der Klosterzeit 1413—1523. Das außen eingemauerte
große Kreuz aus gotländischem Kalkstein wohl ein ehenial. Feld-
kreuz.

AHRENSBURG. Schlesw.Holst. Kr. Stormarn. luv. II.
Kirche. 1592—96 in gotisierender Renss., im 18. Jh. schlimm be-
handelt. Eigentümliche Gestaltung der Decke0: die quadr. Felder
als schwebende Zellengwb. gestaltet; sie sind aus Ziegeln und
Stuck, zwischen die Deckbalken eingespannt. Das prachtvolle G rab-
mal des Stifters, Peter Ranzau, 1820 abgeräumt. Der stattliche
Kanzelaltar von 1716 steht noch dem nordischen Barock nahe.
Großes Wandepitaph des ersten Pfarrers Görmar 1643 mit gutem
Bildnis.

Schloß Peter Ranzaus mit der K. gleichzeitig. Gr. quadr. 3 pa-
rallele Satteldächer, 4Eck-T. Von Zierformen wenig erhalten.

ALBENDORF. Schles. Kr. Neurode. Inv. II.
Wallfahrts-K. 1730. Über hohem Treppenaufgang prächtige, itali-
sierende Barockfassade, 2geschossig, aber wesentlich in die Breite
gehend, horizontaler Abschluß mit Statuenbalustrade, an den Seiten
weit vorspringende Risalite, Eckbalkons.

ALBERSDORF. Schlesw.Holst. Kr. Süd-Dithmarsch. Inv. I.
Kirche. 13. Jh. Langer Feldsteinbau, mit wenig eingezogenem rck.
Chor. Durch Umbauten alles Charakteristischen beraubt. — Altar
1646. Kanzel0 1622, wertvolles Werk des Rendsburger Typus.
Taufkessel0 um 1400, reicher Erzguß, als Stütze dient 4mal
St. Georg, den Drachen stechend; an der Kumme 16 Heilige in
einer kielbogigen Arkatur; der 17. Bogen nur halb.

ALLENBERG. OPreußen Kr. Wehlau. Inv. II.
Stadt-K. gegr. 1405. Schiff großes Rck. von 14:38,5 m äußerer
Abmessung, mit Strebepfl. besetzt, Bretterdecke; großer W-T°, ge-
gliedert teils mit Lisenen und gekuppelten Kleinbogen, teils mit
Spitzbogenblenden; an den Giebeln des Satteldachs Fialenpfl.

ALLENSTEIN. OPreußen Erml. Kreisstadt. Inv.IV. — Meß-B.
Stadt-K. 1353? Falls dies Datum überhaupt auf den gegenwär-
tigen Bau bezogen werden kann, so hat im 15. Jh. ein um-
fassender Umbau stattgefunden. — Chorlose Hllk. von 23:44 m
im Gr.° Der T. liegt vor dem WGiebcl, hat aber noch 2 gleich-
zeitig angelegte niedrige Seitenhallen in der Flucht des Lhs. Da-
mit erreicht die äußere L. 58 m. Das Lhs. in 6 J. geteilt, das
Msch. bedeutend breiter als die Ssch. Außerordentlich klein-
maschige Netzgwb. in wechselnden Mustern; anscheinend aus spä-
tester got. Zeit. Die 8eck. Pfl. ergeben das Profil der Scheidbg.
An Stelle des Kämpfers ein breites aufgeputztes Band, die Bemalung
erneuert. Der OGiebel 5fach abgetreppt, daher sehr schmale Tei-
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