Dehio, Georg
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler (Band 2): Nordostdeutschland — Berlin, 1906

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Lüt

Klostergebäude. Nur ein Bruchstück erhalten, in den Formen
der K.

Schloß. (Amtshaus) einfach renss., wohl 1614, unbedeutend.

LUNDEN. Schlesw.Holst. Kr. Norderditmarschen. luv. I.
Kirche». Rest, nach Brand 1834. Im jetzigen Zustand nur die
Anlage von Interesse durch den ungewöhnlich langen, eingezogenen,
Sseitig geschlossenen got. Chor. — Prächtiger Kelch 1509. — Auf
dem Kirchhof viele Grabsteine des 16. und 17. Jh. mit figürl.
Reliefs, ein Museum ditmarsischer Geschichte bildend.

LÜSSE. Brandenburg Kr. Beizig. Inv. — Phot.
Dorf-K. Sprom. Granitbau, W-T. in der Breite des Schiffes,
quadr. Chor mit Kreuzgwb. und halbrd. Apsis; gutes Beispie!
dieses Typus.

LÜSSOW. Mecklenbg.Schw. LG Güstrow. Inv. IV.
Dorf-K." Frgot. Feldsteinbau 13. Jh. Im Lhs. 2, im eingezogenen
Chor 1 8rippiges Helmgwb. Massiger W-T. — Grabstein aus
14. und 18. Jh.

LUSS0W0. Posen Kr. Posen West. Inv.
Dorf-K.» Spgot. Ziegelbau, 1 sch. im O und W 3seit, geschl.,
Sterngwb. — Wandgrab um 1600.

LÜTJENBURG. Schlesw.Holst. Kr. Ploen. Inv. II.
Kirche". Der erste Bau, nach 1156, war wohl nur Notbau; der
vorhandene nach R. Haupt E. 12. Jh. Die Formen sehr entstellt.
Schiffe im Gr. 2 Quadr., Chor und W-T. je ein kleineres Quadr.,
Chor im 13. Jh. verlängert. Fast kegelförmig steigende rippen-
lose Gwb. auf '/s Sl. und schwacher rck. Vorlage, Ziegelwürfel-
kapt. Alle Gwb.linien gedrückt spitzbg., die gepaarten Fenster
und der Fries waren rundbg. Der T. hat geradläufige Treppe in
der Mauerdicke. — Spgot. Schnitzaltar» 1866 umgearbeitet, die
Kreuzigung des Schreins beschränkt sich auf 18 Figg. — Kanzel
1608. Gute spgot. Kreuzgruppe. Schöne Kanne 1631. — Be-
deutendes Denkmal" für Otto und Dorothea Reventlow 1608;
Sandstein mit Marmor und Alabaster; tumbenartiger Unterbau; je
3 Paare jonischer Sil. tragen die Deckplatte, an der Wand Reliefs;
oben knien Vater, Mutter und 4 Kinder als Freifigg. vor dem in
der Mitte aufgerichteten Crucifix; Eckfigg. zerstört. Die Anord-
nung stimmt genau überein mit dem zerstörten Herzogsdenkmal
von 1599 in der Stadt-K. zu Lauenburg; ob auch der Künstler
derselbe ist, wäre zu untersuchen. Seine Schulrichtung ist die
niederländische. Das Denkmal und die Gruft-Kap. ist aus dem
Verfall 189S in Stand gesetzt, wobei manches weggenommen, ver-
einfacht und auch ergänzt wurde.
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