Dehio, Georg
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler (Band 2): Nordostdeutschland — Berlin, 1906

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Küsi

KUPPENTIN. Mecklenbg.Schw. AG Plan. Inv. IV.
Dorf-K. Lhs. frgot. Feldsteinbau; ziemlich eleganter Chor aus
E. 15. Jh. — Kanzel0 bez. 1680, gute Arbeit noch ganz in der
Richtung der deutschen Renss.

KURNICK. Posen Kr. Schrimm. Inv.
Pfarr-K. Spgot. Ziegelbau 1437 beg., 3sch. Halle mit Chor-
umgang, in Anlage und Einzelheiten, namentlich den Strebepfl.
ähnlich der Marien-K. in Posen. — Grabmäler der Grafen Gorka
2. H. 16. Jh.

Schloß. Im 19. Jh. ern. — Gemälde, Verkündigung Maria, 1529.

KURSLACK. Hamburg-Land. [Dn.]
Johannis-K. Umbau von 1603, T. etwas jünger, große Rest. 1801
und 1903. Lhs. mit Satteldach, Qhs. mit Mansarddach, Decke
aus Durchdringung zweier Stuckmulden. Der Schieferhelm in der
Silhouette durch doppelte Einziehung belebt. — Gut geschnitzte
Kanzel von 1599.

Haus No. 98 bezeichnendes Beispiel der niedersächsischen Anlage.

KÜSSOW bei Neu-Brandenburg. Mecklenbg.Strelitz. — [K.]
Dorf-K. Rck. spgot. Granitquaderbau 15. Jh., Ruine, der Decke
und des Dachs beraubt, aber von späteren Änderungen unberührt.
Die W und erste STür aus Granit, zweite STür aus profilierten
und glasierten Ziegeln; Verschluß bei jenen beiden mit Balken,
bei dieser mit Schloß. Großes OFenster, der Teilungen beraubt;
in der N und SMauer je 3 schmale unverglaste Fenster; zwischen
den Fenstern Blenden mit gepaarten Spitzbg. An der NSeite Reste
einer tonnengewölbten Sakristei. — Die Anlage der K. in Küssow
wiederholen die zahlreichen kleineren Dorfkirchen des Landes Star-
gard, welche an dem seit M. 13. Jh. eingeführten Granitquaderbau
festhalten, in ihrer Mehrzahl vermutlich aber erst aus dem 15. Jh.
stammen. So z. B. 1476 Einweihung des Altars der K. in Pasenow
bei Woldegk (Urk.).

KÜSTRIN. Brandenburg Kr. Königsberg. Inv. — [K.]
Pfarr-K. 1767. Altargemälde von B. Rode, Himmelfahrt Christi.
— In der Fürstengruft unter dem Altar ist beigesetzt Markgraf
Johann von Küstrin f 1571.

Schloß. Jetzt Kaserne, an der Oder, M. 16. Jh. ern. Bei den Ver-
änderungen im 18. Jh. blieben erhalten im Hofe die 2 Portale der
Wendelstiegen, sowie mehrere Türen und Fenster, teils aus ge-
branntem Ton (wie am Fürstenhof in Wismar), teils aus Sandstein.
Ein 3. Portal0, aus Sandstein um 1600, wurde wegen Anlage eines
neuen Treppenhauses 1876 nach Frankfurt a. O. übergeführt, aber
1905 nahezu an den alten Standort zurückversetzt. — Am Zeug-
hause ein stattliches Portal, ebenfalls aus gebranntem Ton, M. 16. Jh.
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