Dehio, Georg
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler (Band 2): Nordostdeutschland — Berlin, 1906

Seite: 243
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etwas stärker als die Rippen; an denen des Lhs. beide gleich.
Strebepfl. nur an den Ecken der Kreuzflügel, in diagonaler Stellung.
Fenster 3teilig, das Maßwerk aus Dreipässen, die Pfosten ohne
Fuß- und Kämpferglied, die Leibung einfach. — Im W 2 Barock-
Türme um 1700. — NO am Chor die 1312 gegr. fürstl. Begräbnis-
Kp. ein griechisches Kreuz mit polyg. geschlossenen Armen. —
Am n Qsch. die Loretto-Kp. um 1700. — Barockausstattung
von großem Aufwand. Das Chorgestühl0 von wild forcierter
Pracht; schwere Laubmassen, in denen der Sturm zu wühlen
scheint, und Scharen kleiner und großer Musikengel. Strenger
der Hochaltar. — An den Hochwänden Ölgemälde von Wilimann,
Schefßer, Bentum in prunkvollen Rahmen. — Ausgezeichnet die
schmiedeeisernen Gitter. — Piscina" sprom. in Form einer kurzen
Sl. mit reicheren Blatt- und Vogel-Kapt. — Tumba für Hzg. Bo-
leslaus III., alt nur die Deckplatte mit dem Rundbild des Ver-
storbenen f 1352. — Grabsteine mit lebensgroßen Figg. in Bronze-
einlage: Boleslaus0 der Lange j 1201; Przemislaus0 f 1289; Kon-
rad0 v. Sagan f 1304 — alle drei'gleichzeitig ausgeführt, wohl bald
nach dem Tode des letzten.

Klostergebäude zwischen 1680—1740 entstanden; die größten
in Schlesien; sie zerfallen in die Prälatur und die eigentlichen
Klosterräume. Die prächtige italisierende Hauptfassade in der
Flucht des Westbaus der K. Das Innere mit viel Aufwand durch-
geführt, die meisten Räume gewölbt. Der Fürstensaal ist der
prächtigste Festsaal, den Schlesien besitzt; die Decke ausnahms-
weise flach mit riesigem Gemälde von Bentum, an den Fensterpfl.
große plastische Gruppen zum Ruhme Maria Theresias von Mangold
aus Breslau. Ferner zeichnen sich aus die Bibliothek mit Fresken
von Bentum und das Sommerrefektorium mit Deckenmalerei von
Felix Anton Schefßer (1733).

Ev. Pfarr-K. S. Jakobi°. Anscheinend E. 17. Jh., griechisches

Kreuz mit Tonnengwb., klare, strenge, dem Klassischen zuneigende

Barockformen. — Epit. 1679 in schlimmstem „Knorpelstil", die

Alabasterreliefs von einem älteren Werk.

Torhaus. Mit Pförtnerwohnung; A. 17. Jh.

Nepomuksäule. 1723. Mariensäule. Ungefähr gleichzeitig.

LEUNENBURG. OPreußen Kr. Rastenburg. Inv. II.
Dorf-K. Angeblich 1326; der polyg. Chor und der Sattel-T.0 mit
gekuppelten Blenden später, wohl erst 15. Jh.

LEUTHEN. Brandenburg Kr. Kottbus. Inv.
Dorf-K. Spgot. rck. Ziegelbau; am Giebel der SVorhalle figürl.
Malerei. — Räuchergefäß0 und Friedhofportal0 spgot. —
Altar 1593.

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