Dehio, Georg
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler (Band 2): Nordostdeutschland — Berlin, 1906

Seite: 150
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Gra

GRANZIN. Mecklenbg.Schw. LG Güstrow. Inv. IV.
Dorf-K. Neu. [Der Schnitzaltar0 um 1500 gehört zu den
schönsten in mecklenbg. Landkirchen gefundenen; jetzt im Mus.
zu Schwerin.]

GR ARU P. Schlesw. Holst. Kr. Hadersleben. Inv. L
Kirche. Hausteinbau im gewohnten rptn. Gr.; Chor spgot. ge-
wölbt; ungewöhnlich für diese Gegenden, wenn auch nicht völlig
singulär (vgl. Halk, Hjerndrup, Stepping), die Stellung des T. östl.
am Chor, der dadurch ein 2. J. erhält.

GR ÄTZ. Posen Kr. Grätz. Inv.
Pfarr-K. Spgot. Ziegelbau, 1672 nach venetianischen Kuppel-
bauten verändert. — Monstranz spgot. — Grabstein der Frau
Eva Lachhammer f 1627.

Bernhardiner-K. Barockbau mit Tonnengwb., 1739 gew.

ßRAUDENZ. WPreußen Kreisstadt. Inv. IX. — Phot.Stödtner.
Kath. Pfarr-K.0 1. Chor E. 13. Jh., ein öteiliges Gewölbejoch und
Ys Schluß, die maßwerklosen Fenster an den Kanten mit drei-
stäbigen Formsteinen besetzt, sonst das Äußere vielfach beschädigt.
2. Lhs. M. und 2. H. 14. Jh., 4 joch. Hllk., über dem w Joch der T.,
8 eck. Pfl. ohne Sockel, aber mit schmalem Kämpferband, Sterngwb.,
Msch. beträchtlich überhöht. — Ausstattung A. 18. Jh. Aus älterer
Zeit (etwa E. 13. Jh.) granitener Taufstein0, an der 8eck. Kuppe
Reliefs von Drachen, Diamantschnitt, Rosetten. 2 Tafeln mit
Marientod und Marienkrönung0, vielleicht von einem 1383 über-
gebenen Altar der Schloß-Kap.; die Flügel im Mus. zu Danzig;
aus der böhmischen Schule?

Seminar-K. (ehem. Jesuiten). Unbedeutender Gewölbebau 1682.
Das Kollegium hat ein Untergeschoß in Rustica und 2 Ober-
geschosse mit jon. Pilastern.
K. des Reformaten-Klst. (Zuchthaus) 18. Jh.
Ev. K. 1783, schmucklos und unbedeutend.
Ordensburg. Erb. c. 1250—60. Das Konventshaus umschrieb, den
Abhängen eines Hügels sich anschließend, ein unregelmäßiges
5 Eck. Erhalten hat sich nur der in einer Ecke des Schloßhofs
stehende, von der Umfassungsmauer abgerückte, von deren Wehr-
gang aus durch eine fliegende Brücke zugängliche Bergfrid(„I<limek") ;
kreisrund, von enormer Mauerstärke (3,2 bei einem Durchmesser
von 8,9; oben fehlt etwa '/ä der Höhe; außen Belebung der Fläche
durch breite Ringe von Glasursteinen.

GRAVENSTEIN. Schlesw.Holst. Kr. Apenrade. Inv. I.
Schloß0. Der großartige Bau von 1709 brannte 1757 ab und
wurde einfacher erneuert. Vom alten Bau erhalten die Kap.°;
holländischer Classicismus; flache Decke, ringsum 2 Ordnungen
korinth. SIL, die zwischen sich eine Emporengalerie haben; die
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