Dehio, Georg
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler (Band 2): Nordostdeutschland — Berlin, 1906

Seite: 182
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HEILIGENWALDE. OPreußen Samland. Inv. I.
Dorf-K. aus der Ordenszeit. Im rck. Chor 2 Sterngwb. Lhs.
flachgedeckt. W-T. später zugebaut. — Von der ma. Ausstattung
hat sich eine Kreuzigungsgruppe am Chorbogen erhalten und in
der Sakristei eine kleine holzgeschnittene Maria auf der Mond-
sichel0, gute, wohl fränkische Arbeit um 1500. Altarmaße got.,
Aufsatz 1690, von Chr. Klodssey, Kanzel 1675.

HEILSBERG. OPreußen Ermland. Inv. IV. — Abb. v. Quast.
K. Pfarr-K. Gew. 1315, rest. nach Bränden 1497 und 1698. HUk.
von 5 J. ohne gesonderten Chor, Pfl. und Scheidbg. Gliederung wie
in Frauenburg. Barockaltäre.

Bischöfl. Schloß. Es nimmt unter den zahlreichen ma. Schloß-
bauten Ostpreußens durch gute Erhaltung wie durch architektoni-
schen Wert den ersten Platz ein. Erste Gründung 1243, Neubau
1350—1400. (Eine vor der SFront 1673 ausgeführte luxuriöse
Residenz seit 1772 verfallen und 1840 abgetragen). Die Hauptburg
Quadrat von 40 m äußerer Seitenlänge; im Innern ein Hof von
16:18; die Stärke der äußern Mauern 2 m; Material Backstein.
Von den 4 Ecktürmen ist einer stärker und im Gr. vorspringend,
die 3 andern, mit Blendnischen reich verzierten, entwickeln sich
durch Vorkragung aus den Mauerecken. Das Erdgeschoß dient zu
Wirtschaftsräumen; die einfachen Rippengvvbb. sitzen auf ganz
kurzen Granitpfl. Das Hauptgeschoß hat im SFlügel die Kapelle,
ein 1 sch. Saal mit verschränkten Sterngwb. Der OFlügel fast
ganz vom großen Remter (22 : 7,5 m) eingenommen; unter der
Tünche alte Malerei. Unter dem großen T. ein als bischöfl.
Hauskapelle gedeuteter Raum; Reste von Wandmalerei mit dem
Wappen des Bisch. Watzelrode f 1512. Im NFlügel der kleine
Remter, zur Wohnung des Bischofs gehörig; die ornamentale
Gwb.Mal. gut erhalten. Der WFlügel mehrfach verbaut. Der
Hof von doppelgeschossigem Kreuzgang umgeben.
Stadtmauern. Von den Toren das hohe Tor mit Doppeltürmen
gut erhalten.

HEIMS0TH. WPreußen Kr. Thorn. Inv. VI.
Dorf-K.° um 1301. Kleiner Feldsteinbau mit Ziegelumrahmung
der Fenster und Tür. Das eingezogene quadr. Altarhaus hat (für
diese Gegenden ungewöhnlich) 3/s Schluß. Der T. (W) aus der
ersten Anlage.

HEINERSDORF. Brandenburg Kr. Nieder-Barnim. Inv. — [K.]
Dorf-K. Spgot. rck. Bau von Granitquadern und Ziegeln, im
19. Jh. erweitert. An der SSeite Vorhalle mit Netzgwb.— Tauf-
stein0 1621.

HEINERSDORF. Brandenburg Kr. Lebus. Inv.
Dorf-K. Sprom. Granitbau, 1762 ern. — Schöner spgot. Kelch.
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