Dehio, Georg
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler (Band 2): Nordostdeutschland — Berlin, 1906

Seite: 93
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hinzugezogene Joche des Lhs. — Reiche aber unbedeutende Aus-
stattung aus Bar. und Rok.

S. Bartholomaei am Schlüsseldamm. Haupt-K. der 1380 gegr.
Jungstadt. Nach einem nur die WTeile unzerstört lassenden Brande
Neubau seit 1500, zunächst als Fach werkbau, 1590 Massivbau, lsch.
flachgedeckler Backsteinbau mit nach innen gezogenen Strebepfl., T.
iin W. Die Zwischenräume zwischen den Strebepfl. eingewölbt.
Die Sakristei im N mit Sterngwb. Gewölbte Vorhalle im S, nach
dem ehem. Kirchhof zu, 16-47 angebaut. — Die beiden unteren
Stockwerke des T. und Teile des WGiebels stammen noch aus der
Bauperiode des 14. Jh. Von den 3 Portalen des T. ist das n durch
Anbau verdeckt, das s zugemauert, das w 1855 rest. Das zweite
Stockwerk mit 3 gut profilierten Blenden ist ziemlich unversehrt.
Die bar. Gipsdecke durch Pulverexplosion 6. Dezember 1815 zer-
stört. — Innenausstattung wesentl. aus Bar. und Rok., neu-
bemalt. — Gute Kronen- und Armleuchter und Blaker aus 17. Jh.

— Gutes Gestühl der Böttiger von 1617. — Anderes Gestühl im
Ohnnuschelstil von c. 1700. In gleichem Stil die gut geschnitzten,
aber neu bemalten Eingänge zur Sakristei. — Altar, ziemlich grobe
Barockarbeit. Orgel von 1624. Kanzel und Beichtstuhl rok.

H. Geist-K. lsch. flachged. Lhs., 6/s Chor. Chor und Sakristei
(N) eingewölbt. Pfarrstuhl 17. Jh. Bau aus 2. H. 14. Jh.
H. Leichnam. Kirche zum ersten Male erwähnt 1440. Der aus
5 Seiten des 8 Ecks geschlossene Chor, sowie Teile der Südmauer
des 1 sch. Lhs. stammen noch aus got. Zeit. — Zerstörungen 1520 und
1577. — 1688 baute B. Ranisch einen Flügel an die NSeite, so daß
der Bau den Charakter der Hakenkirche bekommen hat. — Am bar.
Hochaltar Ölbild „Maria Magdalena" von Andr. Stech 1696. —
Orgelempore mit zahlreichen Wappen 1766. — Porträts auf
Holz von Luther und Melanchthon 1523 aus L. Cranachs Werk-
statt. Pastorenbildnisse 1696, 1706. — An der s Außenwand
holzgeschnitzte Kanzel zum Gottesdienst im Freien von 1707.
Königl. Kapelle (Heil. Geistgasse) S. Johannis und Andreae. Erb.
im Auftrage König Johannes III. von Polen 1678—1681 von
Barihcl Ranisch. Kleiner rechteckiger Zentralbau, dessen 8eckige
Kuppel mit Laterne auf 4 quadratisch angeordneten Pfeilern ruht.

— Inneres schmucklos. Gutes Rokokogestühl. Außen reiche
Portal- und Fensterbildung zwischen 4 hohen Pilastern aus rotem
Sandstein.

Profanbauten (G. Köhler, Gesch. der Feslungen Danzig und
Weichselmünde 1903. — Charakteristische Giebelbauten und Por-
tale in Danzig aus der Zeit v. 14.—18. Jh., herausggeb. v. Danz.
Architekt.- u. Ing.-Verein; Aufn. v. Kuhn, Einleitg. v. Lehmbeck.
Danzig 1901. — Schultz a. a. O., Ortwein u. Scheffers. Lübke,
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