Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 5.1930

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mus" nämlich)? Warum nicht weißes Bild auf weißem
Grund? Dann hätten wir endlich Ruhe.

Dann können wir an wichtige Dinge denken, zum
Beispiel das Problem des langen Frauenkleides, wel-
ches die Couturiers erfunden haben, um sich wieder
unersetzlich zu machen. Da aber die Damen keine
Lust haben, beim Ein- und Aussteigen aus Autobus,
Eisenbahn und Metro über ihr Kleid zu stolpern oder
sich darauf treten zu lassen, werden sie statt des
langen „Nachmittagskleides" das kurz gebliebene
„Sportkostüm" anziehen und die Revolution wird

ein Revolutiönchen gewesen sein. (Ein Problem für
Statistiker: Wieviel Sekunden müßte die Untergrund-
bahn länger an jeder Station halten, wenn die Rei-
senden beim Aussteigen einen Schritt Abstand hin-
ter jeder Dame einhalten müßten?)

Doch eine andere erwartet uns! Der Stadtrat be-
faßt sich wieder mit dem Verkehrsproblem. Man
will eine unterirdische Straße bauen mit mechani-
schen Ventilationsanlagen. Dann wird der Verkehr
wie am Schnürchen gehen oder Paris wird die erste
gemeinnützige Selbstmordanlage der Welt besitzen.

INNENRÄUME EINES EINFAMILIENHAUSES IN BRÜNN

ARCHITEKT BOHUSLAV FUCHS, BRÜNN
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