Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 5.1930

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Daran schließt sich eine Konsulatations- und Ver- Wir hatten bereits früher die Frage angeschnitten,

mittlungstätigkeit an, die geeignete Künstler in Indu- wie es mit der Aussicht steht, die S. S. F. für die

strie und Handwerk hineinzubringen sucht, Vermitt- Durchführung des Werkgedankens hat. Um nicht

lung von Aufträgen übernimmt. Mißverständnisse hervorzurufen, war es bisher ab-

Ferner werden Musterblätter mit Zeichnungen und sichtlich vermieden worden, von schwedischer

Beschreibungen von Möbeln usw. herausgegeben. Volkskunst zu sprechen. Sie existiert tatsächlich

Die Blätter werden auch in einem Katalog zusam- n°ch und relativ häufiger als in Mitteleuropa. Und

mengefaßt herausgegeben. wenn der lebende Bestand an Volkskunst bei uns

Außerdem verfügt S. S. F. über einen Fonds von über kurz oder lan9 verschwinden wird dort wird

ca. 220 000 Kronen, aus dem Prämien oder Reise- er Slch ha,ten- Diese Aussicht ruht auf den beson-

stipendien an Handwerker und Künstler verteilt deren Verhältnissen. Man bedenke, daß Schweden,

werden können nahezu so groß wie Deutschland, eine Bevölkerungs-

.„",'"-. , dichte von 1,3 pro qkm hat (Deutschland 13,2). Man

Die Te. nähme an Warenmessen und Ausstellun- bedenke weiter; daß die überwiegende Zahl des

gen ist selbstverständlich, ebenso die Durchführung schwedischen Volkes auf dem Lande lebt und unter

des Quahtatspnnzips bei solchen Gelegenheiten. Verhältnissen, die wir in Deutschland nicht kennen.

S. S. F. hat eine Qual.tatsmarke geschaffen, die an Zweifellos dringt dje Maschine immer stärker in die

solche verteilt wird, die ihre Produkte einer Qual,- schwedische Landwirtschaft ein, aber sie be-

tatsprüfung unterstellen, d.e für sie positiv ausfallt. herrscht dort noch njcht das persönliche Dasein.

Schließlich verwaltet S. S. F. die sogenannte „Mar- und soweit Schweden ein Industrieland geworden

tinsche Bildersammlung", die ihr mit ihren ca. 30 000 ist, datiert das aus weit jüngerer Zeit als bei uns.

Abbildungen aus allen Gebieten und Zeiten des es gibt überdies dort kein ausgesprochenes Prole-

Kunsthandwerks und der Architektur als wesentliche tariat. Die Einwanderung in die Stadt erfolgte später

Hilfe bei ihrer Bildungsarbeit erscheint. a|s bei uns und infolgedessen sind die Beziehun-

Dies alles sind gewissermaßen „private" Auf- gen zum flachen Land weit enger als bei uns. Für

gaben, die S. S. F. sich gestellt hat. Neben diesen Schweden ist das flache Land eben der Boden

hat sie jedoch auch eine gewisse offizielle Funktion, handwerklicher Kultur, und es ist tatsächlich noch

die nicht zu unterschätzen ist. Sie hat durch Ab- soviel Tradition handwerklicher Technik und volk-

machungen mit dem Institut, das in Schweden unse- liehen Kunstsinns da, daß die Bemühungen der Slöjd-

ren Handwerkskammern entspricht, die Möglichkeit, vereine nicht romantisch sind, sondern die nationale

in den Ausbildungsgang der jungen Handwerker Kultur auf fester Basis zu halten vermögen und —

mit einzugreifen, indem ihr die Behandlung der künst- das ist wesentlich — ihre produktiven Kräfte der

lerischen Probleme in den Kursen überlassen wurde. neuen Zeit einzuordnen.

ZUR ERÖFFNUNG DES ALTERSHEIMS

DER HENRY BUDGE-STIFTUNG FRANKFURT/MAIN

s. fink

Wir verweisen auf die Veröffentlichung des Projektes zu diesem Bau in Heft 14/1928

- Altersheim. Haupteingang mit Turm-

ü^jh haus der Angestellten

'iospice. Entree principale, malson en
forme de tour pour le logement des em*

Home for the Aged. Main entrance,

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