Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 5.1930

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ren die gleiche—ganz ungriechische, echt moder-
ne — Einsamkeit, die wir heute als das Bezeich-
nendste der Figuren von Mareks empfinden, und
erscheint seine Klassizität so sehr durchsetzt
mit fremden, unklassischen Elementen, daß sie

nicht mehr als Gegensatz zu Archipenko oder zu
den anderen Generationsgenossen erscheint,
sondern als eine unter vielen Möglichkeiten des
Ausdrucks der tiefen Kräfte, die diese Zeit be-
herrschen, unmittelbar erkannt wird.

DER BILDHAUER GERHART MARCKS

ERNST KALLA I

Das Ergreifende der Plastiken von Gerhart lassen, in scheuer Verschlossenheit Stütze und

Mareks liegt in der herben und melancholischen Halt suchend gegen die feindliche Leere, von der

Vereinsamung ihrer Gestalten. Diese Menschen sie unsichtbar, doch quälend umgeben sind,

sind entblößt: sie scheinen nicht eigentlich als Diese seelische Haltung seiner Kunst teilt

entkleidete Körper sondern als nackte Seelen da- Gerhart Mareks mit Bildhauern wie Lehmbruck,

zustehen, zaghaft, fast hilflos sich selbst über- Barlach und von den jüngern mit Karsch. Von

„David", Bronze, 1927

Höhe 80 cm
Gerhart Mareks, Halle

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