Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 5.1930

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MITTEILUNGEN DES DEUTSCHEN WERKBUNDES

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1. AUGUST 1930

Von unseren Mitgliedern

Der in dem Wettbewerb für das Chormosaik der
St. Antoniuskirche von Professor Ludwig Gies,
Berlin, eingereichte Entwurf wurde mit dem 1. Preis
ausgezeichnet, womit auch die Übertragung der Aus-
führung verbunden sein sollte. Die kirchliche Ober-
behörde hat jedoch alle vorgelegten Entwürfe so-
wohl vom kirchlichen als auch vom künstlerischen
Standpunkt aus abgelehnt, so daß Professor Gies
auch nicht mit der Ausführung des Mosaiks beauf-
tragt werden konnte.

Professor Franz Paul G I a s s , München, erhielt
den zweiten Preis von 1000— M. bei dem großen
deutsch - österreichischen Plakatwettbewerb der
chemischen Fabrik Heumann, Nürnberg.

Professor August Grisebach, Breslau, hat
einen Ruf an die Universität Heidelberg als Nach-
folger von Geheimrat Carl Neumann erhalten, dem
er Folge leisten wird.

In dem Wettbewerb zur Umgestaltung des Reichs-
kanzlerplatzes in Berlin wurde ein Entwurf der
Architekten Dr.-Ing. Alfred Wiener und Dipl.-Ing.
Hans J a r e t z k i, Berlin, angekauft.

Frau Gerd Kornhas-Brandt ist unter gleich-
zeitiger Ernennung zum Oberstudiendirektor als Lei-
terin der neu zu gestaltenden Meisterschule für
Mode nach München berufen worden.

Unter Führung des Oberstadtschuldirektors
Bai er plant die Stadt München diese Schule in
den Rang der bereits bekannten Meisterschule für
Deutschlands Buchdrucker und für das Malerhand-
werk usw. zu stellen.

Im internationalen Wettbewerb für eine große Be-
bauung an der Terasse für Terasien fiel der 1. Preis
nach Prag, der 2. Preis nach Deutschland, der
3. nach Paris und der 4. nach Belgrad. Der deutsche
Preisträger ist Professor O. O. Kurz in München.

In dem internationalen Wettbewerb für die Be-
bauung eines größeren Areals im Innern der Stadt
Belgrad mit Museum, Klubgebäude. Wohnhäusern,
Bürogebäuden usw. erhielt Professor O. O. Kurz.
München, den zweiten Preis.

Ernst May, der Leiter des Frankfurter Hochbau-
amtes, hat von der Russischen Regierung einen Ruf
als technischer Organisator und technisch-verant-
wortlicher Leiter für das Städtebau- und Wohnungs-
wesen der Union der vereinigten russischen Sowjet-
Republiken erhalten und wird diesem Ruf Folge lei-
sten. Der bekannte Organisator des Frankfurter

Siedlungsbaus wird damit vor eine Aufgabe mit ein-
zigartigen Möglichkeiten gestellt.

Maler und Grafiker Karl Michel, Berlin, wurde
zum Professor ernannt.

Regierungsbaumeister Willi Max Scheid ist
durch Entschließung des Staatsministeriums zum
Professor an der Badischen Kunstgewerbeschule
ernannt worden.

Bei dem Wettbewerb für die Pädagogische Aka-
demie in Kassel wurde der Entwurf von Architekt
Walter Schwagenscheidt, Frankfurt a. M.-
Römerstadt, angekauft.

Für die Ausgestaltung der Schinkel-Wache am
Kastanienwäldchen Unter den Linden zu einer Ge-
denkhalle für die Toten des Weltkrieges wurden
dem Ministerium folgende Entwürfe empfohlen: an
erster Stelle der Entwurf von Professor Dr. Hein-
rich Tessenow, an zweiter und dritter Stelle die
Entwürfe der Architekten Mies van der Rohe
und Professor Hans P o e I z i g.

August Wagner, der Seniorchef der Vereinig-
ten Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei Puhl-
Wagner-Heinersdorff in Berlin-Treptow, ist von der
Technischen Hochschule zu Berlin zum Ehrenbürger
ernannt worden.

Verbände

Der Reichsverband bildender Künst-
ler Deutschlands wird in diesem Jahre in
Breslau vom 25. bis 27. September zusammentreten.

Der Reichsausschuß für Lieferbedin-
gungen beim Reichskuratorium für Wirtschaftlich-
keit hat ein Merkblatt (RAL 840 E) „Fassadenfarben,
Richtlinien für den Einkauf und die Prüfung" heraus-
gebracht, das in sachlicher Kürze alle die Erfahrun-
gen niederlegt, die bei Außenanstrichen von den
deutschen Fachkreisen und Verbrauchern gemacht
worden sind. Der Deutsche Werkbund empfiehlt
seinen Mitgliedern dieses Merkblatt und bittet sie
auf die Anwendung der Vereinbarungen in der Praxis
hinzuwirken.

Wettbewerbe

Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für die
Textilindustrie. Veranstaltet vom Vogtländisch-Erz-
gebirg. Industrieverein zu Plauen i. V. Zur Verteilung
kommen 12 Preise, und zwar: Drei je 200 RM., vier
je 150 RM.. fünf je 100 RM. Außerdem sind 3000 RM.
für Einzelankäufe von 30 bis 75 RM. vorgesehen.
Dem Preisgericht gehören an: Fabrikant Alfred
Schönfeld, Vorsitzender des Vogtländisch-Erzgebirg.
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