Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 5.1930

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REICHSTAGERWEITERUNG UND PLATZ DER REPUBLIK

LUDWIG H I LBERSEI M ER

Der Reichstag braucht für die Abgeordneten
Arbeitszimmer sowie Archiv-, Bibliothek- und
Leseräume. Um geeignete Projekte für diese
Bauaufgabe zu erhalten, wurde 1927 ein Wett-
bewerb ausgeschrieben, dessen einzig positives
Ergebnis die klare Erkenntnis war, daß jede mit
dem Reichstag verknüpfte Bauaufgabe nur im
Zusammenhang mit der Gestaltung seiner Um-
gebung, d. h. des Platzes der Republik, zu lösen
ist. Es erfolgte daher ein neuer engerer Wettbe-
werb, in dem neben den Preisträgern des ersten.
Wettbewerbs: Professor E. Fahrenkamp und
Professor H. de Fries, Düsseldorf, Hans Hein-
rich Grotjahn, Leipzig, Rudolf Klophaus und
Erich zu Putlitz, Hamburg, Karl Leubert und Hans
Lehr, Nürnberg, Paul Meissner, Dresden, G.
Schaupp, Frankfurt (Main), Franz Stamm und
Georg Holzbauer, München, Professor Dr. Hein-
rich Straumer, Berlin, und Josef Tiedemann,
Berlin, vom Reichsausschuß für das Wettbe-
werbswesen noch die Architekten Oberbaudirek-
tor Abel, Köln, Professor Peter Behrens, Berlin,

Geheimrat Professor Dr. Bestelmeyer, München,
Professor Dr. Kreis, Dresden, Professor Hans
Poelzig, Berlin, Professor Schmitthenner, Stutt-
gart. Professor Dr. Siedler, Berlin, und Professor
Wach. Düsseldorf, aufgefordert wurden, neben
dem zunächst notwendigen Ergänzungsbau für
den Reichstag Vorschläge für die Gestaltung des
Platzes der Republik zu machen. Das Ergebnis
dieses Wettbewerbs lag nun vor, allerdings
ohne eine vollkommene Lösung der Aufgabe ge-
bracht zu haben. Seit Errichtung des Wallot-
baues haben sich schon eine Reihe Architekten
um die Gestaltung dieses überdimensionierten
Platzes bemüht, ohne jedoch über mehr oder
weniger dekorativ-städtebauliche Lösungen hin-
auszukommen. Das liegt wesentlich an der all-
gemeinen Unklarheit darüber, welche Bedeutung
diesem Platze als solchem wie auch innerhalb
des Gesamtkomplexes Berlin zukommt.

Die Errichtung des Reichstagsgebäudes war
von grundlegender staatspolitischer Bedeutung,
die allerdings von den damaligen Machthabern

planstudie fllr die Bebauung der Gebiete nördlich, östlich und südlich des Tiergartens in Berlin. Hugo Häring. Februar 1927

Esquisse dressee pour la mise en construction des terrains situes au Nord, ä l'Est et au Sud du „Tiergarten" de Berlin
Projected plan for the erection of buildings on territory to the north, east and south of the Tiergarten park in Berlin

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