Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 12.1920

Page: 357
DOI issue: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cicerone1920/0383
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Äbb. 1. Oskar Coefter.

Selbftporträt. 1912.
Bef.: R. Genin, Berlin.

Seufzen und Leid find. Sie bauen fieß meift von einem Vordergrund aus, wo kleine
menfeßließe Figuren fiel) andeuten mit einer gepreßten Staffagen-Munterkeit, wo die
für Coefter typifeßen Bäume, mit feßwaeßen, bebend gekrümmten Stämmen und bu-
feßigen Kronen einfam den ßnfteren Klolken zuftreben, die pittoresk und gewittrig,
meift ganz abfeitig in der Färbung, unrußig und läßmend über das weite, feueßt
feßimmernde Tal ßängen. Dort feßnen fieß F)ügel in eine leießtere Ätmofpßäre ßinein
und Kläffer, das feltfam alt und rindenßaft erfeßeint, leitet den naeß einem Ausweg
fieß müßenden Blick in die (Ueite ßinüber (Äbb. 4, 5). Das Ließt ift immer wie verdeckt
oder dureß ein trübes Medium verdüftert, und einmal gibt es da eine untergeßende
Sonne, deren olives Glimmen ein einziges Äusftrömen des Grams und des feßmerz-
licßen Geficßtes ift (Äbb. 6).
Im letjten Jaßr ift dann Coefter in einigen pßantaftifeßen Kompofitionen aus Möbeln,
357
loading ...