Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 12.1920

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Neue Bücher — Der Kunftmarkt

einer Gefchichte der neuen Kunft in Rußland
ausreifen wollen. Klichtig und überzeugend zu-
gleid) ißt vor allem aud) das am Sd)luß katalog-
artig zufammengeftellte Catfachenmaterial, das
die führenden Künftler der zeitgenöffifchen ruf-
fifchen Kunft, Sammlungen, Vereine, Lehranftalten,
Äusftellungen, die neuen Monumente, die Kunft-
literatur ufw. verzeichnet, Mitteilungen, aus denen
man bewundernd die organifatorifchen Möglich-
keiten erfährt, die einem Volk gegeben find, das
[ich eins weiß mit feiner fchöpferifchen Kunft. B.
Äfien als Erzieher
Das in diefer 3eäfchrift kürzlich ausführlich
erwähnte Klerk von Paul Cohen-Portheim,
das aus der Synthefe des weftlichen Individualis-
mus mit dem dniverfalismus des Oftens die Lehre
einer neuen Menfchheitsverföhnung entwickelt
und wie kaum ein Buch den Geiftigen in diefer
3eit befd)äftigen dürfte,ift inzwifchen bei Klink-
hardt & Biermann erschienen.
Der Kun ft markt
Frankfurter Kunftmeffe
Die dritte internationale Frankfurter Meffe
ftand im Gegenfaß zur Leipziger F)erbftmeffe
unter einem glücklichen Stern. Über 60000 Meß-
fremde mußten allein durch den Kloßnungs-
nachweis des Meßamtes untergebracht werden.
Kläßrend fonft in den Schlußtagen das Meß-
gefchäft abzunehmen pflegt, konnte man dies-
mal eine wefentliche 3unahme feftftellen. Sämt-
liche Gefchäftszweige hatten bedeutende Ab-
fchlüffe zu verzeichnen. Starke Anziehung übten
auf viele Meßfremden die künftlerifchen Sonder-
veranftaltungen der Meffe aus, die Äusftellung
der Deutfchen Gefellfchaft für Auslandsbud)-
handel im Viktoria-Meßhaus „Das deutfche
Buch“ und die große Kunftfchau im Römer.
Diefe, fcßon acht Lage vor Beginn der Meffe

eröffnet, wurde von über 40000 Perfonen, dar-
unter etwa zwei Drittel Meßfremden, befucht.
Allgemeine 3uftimmung fand die ausgezeichnete
Aufteilung der zahlreichen, ihrer Art nach fo
verfchiedenen Stücke, deren 3al)l fich gegenüber
der auf der Frühjahrs-Kunftmeffe gezeigten
Kunftwerke genau verdoppelt hatte. Croßdem
war das faft Qnmögliche durch ßinzunahme
eines neuen gotifchen Saales im Haufe Löwen-
ftein neben dem Römer geglückt: jedes Stück
war fo geftellt und gehängt, daß es feine beften
Eigenfcßaften entfalten konnte, ohne den Ge-
famteindruck weiträumiger, man möchte fagen,
wohnlicher Geftaltung zu ftören.
Schon während der Äusftellung wurden zwi-
fchen Händlern und Publikum zahlreiche Ab-
fchlüffe getätigt. Das Fjauptgefchäft brachte die
Verweigerung am 7.-9. Oktober, auf der für
etwa 1500000 Mark umgefeßt wurden. Klare
aus Privatbefiß wurde faft reftlos verkauft, wäh-
rend F)ändlerbefiß nur zögernde Abnahme fand.
Der Grund hierfür ift in dem Klunfcße vieler
Händler zu fuchen, in der Hochkonjunktur des
Vorjahres zu hoch bezahlte Klare durch die Ver-
weigerung an den Mann zu bringen. Ab-
fchließend darf gefagt werden, daß der
erfte Verfucb, die Frankfurter Meffe mit
einer größeren Kunftverfteigerung zu
verbinden, durchaus geglückt ift. Viele
neue Verbindungen wurden zwifchen Händlern
und Publikum durch die Kunftmeffe geknüpft.
Klohl kein Frankfurter Kunfthändler wird leugnen
können, daß auch fein Privatgefchäft fich wäh-
rend der Meßtage ftark belebte.
3weifellos ift die Kleiterentwicklung der Frank-
furter Kunftmeffe nicht nur von der Mitarbeit
des deutfchen Kunfthandels, fondern in weitaus
größerem Maße von der zunehmenden Stabili-
fierung der allgemeinen deutfchen Verhältniffe
abhängig. Beruhigt fich unfer Klirtfchaftsleben
weiterhin, fo darf man der Frankfurter Kunft-


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