Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 12.1920

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facsimile
fius dem Frankfurter Kun ft Handel
Mit 4 Abbildungen

Das Dafein guter Kunftwerke im Handel ift meift nur von kurzer Dauer; meteor-
haft tauchen fie auf, um dann meift unauffindbar wieder zu verfd)winden; es ift
daher wol)l berechtigt, wenn fie in dCIort und Bild feftgetjalten werden und fo
wollen wir tyeute über einige Gemälde aus dem Frankfurter Kunftl)andel (Galerie
Richard 3efner) berichten.
Die Reihe eröffnet der fdjon immer hocbgßf^äfete h°Ländifche Landfehafter Jan
van Gogen (1596—1656) mit einem Binnenfeeftück. Über die weite Fläche der ruhigen
See, die von Fifcherbooten belebt ift, fpannt fiel) ein regenfd)werer f)immel, der dem
ganzen Bild fein Gepräge verleiht; dies hat der Künftler durch eine faft monochrome
Farbengebung in meifterhafter ftüeife erreicht, gelbgraue und braune üöne herrfd)en
vor, die Farbe ift paftos aufgetragen. Im Vordergrund hantiert auf einem fcl)malen
Landftreifen ein Mann mit einer Boie, red)ts fel)en wir auf dem anzeigenden Land
eine große Kirche und ddindmühlen, auch auf der linken Seite ift ein fdßmaler Küften-
ftreifen angedeutet. Das Segel des dem Befdßauer am nächsten Bootes trägt das


Jan van Goyen.

ßolländifcbe Binnenfee.
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