Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 12.1920

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Gernez, 3eid)nung. Galerie Druet.

Neue Graphik
Die vielfeitige, bereits feit 1859 beftebende
Firma E. Fjeidkamp, Potsdam, fübrt ibre neu-
begründete Verlagsabteilung mit einer Reibe
beachtenswerter F>olzfcbnitte ein, von denen
ficb die drei Blätter von Vogel durch guten
Druck auszeicbnen. Rbytbmifcb am beften ift
der „Liebeskampf“, hingegen erfcbeint der Se-
baftian am Marterpfabl extravagant in der Be-
wegung, die in ihrer Übertreibung nicht als
Steigerung, fondern vielmehr als Äbfcbwäcbung
des Eindruckes wirkt. Äus Oswald Erichs
jecbs Blättern der Mariengefcbicbte fpricbt ein
ftarker Drang zur Konzentration. Nichts Rnek-

dotifcbes oder kleinlich Gefcbildertes, alles groß
und vifionär gedacht und in einer beberrfcbten
Cechnik ausgedrückt. Man betrachte Blätter
wie die Verkündigung, die Mater dei und die
Conceptio immaculata. Bullerts f>olzfcbnitt-
bildnijje entbehren noch manchmal der Ge-
fchloffenheit, enthalten aber gute Hnfä^e zu
monumentaler Geftaltung; befondere Erwähnung
verdient das Bildnis eines Dichters.
Die neu eingerichtete grapbi[cbe Hbteilung
der Modernen Galerie Cannbaufer-Müncben
veröffentlicht Ärbeiten von Rene Beeb,Gnold
und Großmann. Rene Beeßs Lithographien
wirken befonders durch ihre monumentale Ge-
fcbloffenbeit großzügig und laffen die felbft-

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