Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 12.1920

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Äbb. 9. Bernard Salomon. Narciß am Brunnen.
(Leid)t vergrößert.)

neuen Eifer und die Gefahr einer einfachen Vergrößerung mit dem dabei unvermeid-
lichen Leerwerden der Form wurde glücklich vermieden. Es gelang mit dem Inhalt
jener kaum 20 Quadratzentimeter auch die größten Schüffeln, wie etwa die der Dres-
dener Sammlung mit dem Befucß der Pallas bei den Furien, reftlos zu füllen.
(Uas wir aus den fünfziger Jahren an Entlehnungen aus dem Ovid Bernard Salo-
mons kennen, fcheint von einer Fjand zu fein. Man würde gern auf Oratio Fontana,
Nicolo Pelliparios Enkel, fcßließen, der als der befte Maler der (Uerkftatt überliefert
wird. Aber die wenigen bezeichneten Arbeiten diefes Meifters aus den Jahren 1542
und 1543 berechtigen in ihrer unerfreulichen Ängftlichkeit kaum zu diefer Annahme
und wenn man auch in Betracht zieht, daß diefen Erftlingsarbeiten eine Entwicklung
zu der Fjöße der hier in Frage fteßenden (üerke gefolgt fein kann, fo feßeinen letztere
doch noch enger verknüpft mit den bezeichnten Arbeiten des Francesco Durantino,
der i544 in der (Uerkftatt des Guido da Merglino in Urbino arbeitete1 und 1553 eine
eigene (Uerkftatt, anfeßeinend in Monte Bagnolo bei Perugio befaß. Icß glaube feine
Fjand bereits in einigen 1545 datierten Arbeiten der Fontanawerkftatt zu erkennen und
möcßte aueß zur Erwägung geben, ob fieß die Signatur <p. cf. auf vereinzelten Arbeiten
diefer Art nicht zwanglofer auf ißn, als wie es zumeift gefeßießt, auf Oratio Fontana
beziehen läßt.
1 Vgl', die Bezeichnung einer Scßüffel des Mufeums in Schwerin „in botega dm°guido & merlino
p mano ct fräcesco durätino 1544“.


Äbb. 11. Bernard Salomon. Raub der Europa.

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