Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 12.1920

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Bevorfteljende Verweigerungen

gut ftammt zum weitaus größten üeil aus noch
unbekanntem Privatbefilj und ift zumeift durd)
die Mitwirkung Frankfurter Kunftfirmen der
Äuktion übergeben. Älles irgendwieMittelmäßige
oder3weifelf)afte ift durd) das Sacßverftändigen-
Kollegium, befteßend aus den Direktoren der
Frankfurter Mufeen Bernard Müller, Robert
Schmidt und Georg Swarzenfki und Dr. Lübbecke,
ausgefcßieden worden.
Seßr ftark find alte und moderne Gemälde
vertreten, darunter Stücke, für die fid) befonders
der intelligente Sammler intereffieren wird, da
fie nod) nid)t der Gefcßmack des Durch fchnitts-
liebßabers find. Mit feßr guten Stücken find
befonders die niederländifcße und italienische
Malerei des 15.—17. Jahrhunderts vertreten. Äud)
eine Reihe Porträts des 18. Jahrhunderts aus
königlichem und fürftlichem Befiße werden auf
befondere Liebhaber rechnen dürfen.
Das Kunftgewerbe ift in zahlreichen vorzüg-
lichen Möbeln, Porzellan, Fayencen, Gold- und
Silberarbeiten und anderem Gut vertreten.
Äls Gefamtblocks kommen der hiftorifche Befitj
des Scbloffes von Ober-Mörlen bei Frankfurt
zur Verweigerung — ausgezeichnete Gemälde,
Möbel, darunter eine ganz hervorragende Gar-

nitur Petit-Point-Stickerei— ferner eine gewählte
Sammlung Frankfurter Meifter des 19. Jahr-
hunderts aus Frankfurter Privatbefitj, eine Samm-
lung Münchener Meifter der gleichen 3eit aus
demBefiß eines Münchener Sammlers, und fd)ließ-
lid) eine Sammlung expreffioniftifcher Meifter
aus mitteldeutfchem Privatbefilj, darunter vor-
zügliche Cüerke, wie Kandinfky, Chagall, Boccioni
und Gleizes.
Die graphifche Äbteilung bietet eine kleine,
aber ausgezeichnete Privatfammlung von Blät-
tern Dürers und Rembrandts, darunter die Me-
lancholie und das Fjundertguldenblatt jn feiten
fchönem Äbdruck, ferner Fjandzeichnungen und
ausgewählte, japanifche Fjolzfchnitte. -Ruch das
chinefifche und japanifche Kunftgewerbe find in
einer Reihe glänzender Stücke vertreten.
Die Husftellung wird in den FJallen und Feft-
fälen des Frankfurter Römers zufammen mit der
Meffekunftfchau des deutfchen Fjandels vereinigt
und wird ein Bild bieten, das die Äusftellung der
Frühjahrsmeffe noch bei weitem übertreffen wird.
Die Verfteigerung felbft wird während der
Meffetage am 7., 8. und 9. Oktober unter Lei-
tung der Frankfurter Äuktionsßrnien Fiebing
Bangel und Preftel ftattßnden.

»fRUSSTe
V>v alter und O
moderner Meifter
Carl Nicolai-BerlinWiO
Viktoriaftraße 26 a
Ängebote aus Privatbefi^
möglichst mit Pßoto unter Ängabe von Künftler, Maß u. Preis erwiinfcßt

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