Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 12.1920

Seite: 252
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am Beftande deutfcßer Sammlungen gefcßätjt, nocß nicht ein 3eßntel der erhaltenen Bild-
majoliken, eine fel^i* befcßeidene 3aßl. wenn wir ihr gegenüberftellen, daß [ich bereits für
ein volles Viertel allein der Braunfehweiger Istoriati die Vorlagen haben feftftellen laffen
und mit der Möglichkeit weiterer Nachweife durchaus gerechnet werden muß. Es ift
der Bucßßolzfcßnitt, der diefe erftaunlicße Menge neuen und bisher unbeachteten
Vorlagenmaterials bietet. Nicht, wie man erwarten füllte, der italienifche, der in der
erften fjälfte des Jahrhunderts etwa mit dem Venezianer Ovid von 14971 oder mit dem
Dio Caffius mit dem 3eid)en P. F. von 15332 [ich vereinzelt nach weifen läßt, fon-
dern der deutfeße und franzöfifeße. Großtaten des italienifcßen Bucßholzfcßnittes, wie
die FJypnerotomacßia Polypßili und Meifterwerke, wie die Ovidilluftrationen aus dem
Verlage des Gabriele Giolitto di Ferrari3, feßeinen den Majolikamalern ganz unbekannt
geblieben zu fein, ganz zu feßweigen von den geringeren Leiftungen der italienifcßen
Fjolzfcßneider. Aber die ßandlicßen Bilderbücher der Fjolbeinfcßule find einer Reiße von
Majolikawerkftätten zum unentbehrlichen Rüftzeug geworden, und fie find es, die ißnen
die große Maffe des Vorlagenmateriales geliefert haben. (Fortfeßung folgt.)

1 P. Ovidii Nasonis metamorpßosis cum Rapßaelis Regii commentariis, Venedig 1497, Parma
1505, Venedig 1509.
2 Dione ßistorico, 1533 in Vinegia per Nicolo d’ Hristotile di Ferrara detto 3oppino.
3 Le trasformationi di M. Lodovico Dolci, Venedig 1553.


Hbb. 8. Scßale auf Ringfuß, Majolika. Lod der Lucretia nach- G. Pencz (B. 79).
Venedig um 1568.

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