Der Kunstwart: Rundschau über alle Gebiete des Schönen ; Monatshefte für Kunst, Literatur und Leben — 1.1887-1888

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Lrscbclnt

b» Vtüen. om fünften u. zwanzigsten

Derausgeber:
Ferdinand Avenarius.

Lesrcllpreis: >

vierteljährlich 2 r/o Mark.

iiber alle Webieie^eKMcöönen.

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Lin unsere Leser!

<)er „Aunstwart" wird bereits init seinem nächsten Stücke in bedeutend erweiterter
Form vor seine Leser treten, ohne deshalb in Zukunft mehr zu kosten, als bisher.

N)er unser Zeitungswesen ein wenig kennt, weiß, daß wir mit diesen Worten einen Sieg verzeichnen.
Zu tausenden von Zeitschriften trat eine neue und fragte: braucht man mich? Und sie erhielt zur Antwort: ja!

wir wähnen nicht, daß der Beifalk, der uns entgegengebracht ward, dem galt, was wir schon
leisteten. Dem, was wir wollen, galt er. wir wissen es: der „Runstwart" hat noch nicht ein-
gelöst, was er versprach. Seine einzelnen Teile standen noch nicht im rechten Verhältnis zu einander,
manche seiner Gebiete wurden vernachlässigt, manche sehr lückenhaft bebaut, seine Sprache war dann und
wann zu schwer und setzte zum unmittelbaren verständnis zu viel voraus. Bekennen wirs offen: unser Schiff
immer fest im rechten Fahrwasser zu halten, reichten unsere Rräfte noch nicht aus. Aber sie wuchsen und
wachsen bei der Arbeit. Und sicherer gesteuert, besser gerüstet, mit neuen, trefflichen werkgenossen an Bord,
wird der „Uunstwart" in Z«kunft seine Fahrten beginnen.

Zedes Lseft dieser Zeitschrift wird fortan sechszehn Seiten bringen, statt, - :e bisher nur zwölf.
Bedeutende Veränderungen werden mit dieser Erweiterung verbunden sein. Wir gewinnen nun Naum, die
unmittelbare Gegenwart und ihre Greignisse genauer zu betrachten. An Stelle der vereinzelten vermerke
„Uom Tage" wird eine eigene reichhaltige Abteilung treten, die sich zu einer Thronik des zeitge-
nössischen Dichtungs-, Ukusik- und Runstlebens erweitern will. Gine besondere „Bücherschau"
soll von werken Uenntnis geben, deren Besprechung nicht an eine andere Stelle gehört. Bei all dem wird es
möglich sein, die „Nundschau" in Zukunft in größerem Druck zu geben, womit wir vielfachen wünschen
entsprechen. >

Zum Schluß eine Bitte an unsere Leser und Freunde. ll)ir beweisen durch seine Trweiterung, daß
der „Runstwart" kein Geldmacherblatt ist, daß er für einen Lrfolg durch eine Mehrleistung dankt.
Unseren Lesern liegt's in der Lsand, wie viel zur Derbesserung unserer Zeitschrift auch fürder gethan werden
kann. Sollte es nicht jedem von ihnen möglich sein, uns wenigstens einen neuen Besteller zuzuführen?
„wenn ein Blatt vorliegender Art zur rechten Lntwicklung und wirkung kommt", so sprach sich Rlaus
Groth dieser Tage öffentlich über den „Uunstwart" aus, „ist damit für einen jeden kunstliebenden oder
kunstübenden Gebildeten ein wahrer Schatz gewonnen." Blöchten unsere Freunde das Ihre thun, daß
es zur „zur rechten Lntwicklung und NArkung" komme! An uns soll's nicht fehlen.

Dresden,

Mitte Dezember 1887.

Ikunstwart-Leitung.

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