Der Kunstwart: Rundschau über alle Gebiete des Schönen ; Monatshefte für Kunst, Literatur und Leben — 1.1887-1888

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nüt Blumenbeeten, hohen Zierpflanzen, geschmackvoll gestellten
Bäumen und Buschgruppen. Die Erdoberfläche ist etwas be-
wegt gehalten, erhöhte Etellen geben da und dort sür Etein-
grupxen oder Bänke unter schattigen Bäumen einen günstigen
Platz, kleinere sanft gencigte Flächen sür Teppichbeete. Durch
diese Anlagen sühren schnrale, gewundene IVege von einer
5eitenstraße nach der andern. Der Gesainnlteindruck ist wesent-
lich besser, als der der Berliner Mittel-jdromenaden mit ihrem

Aies, der, den Fußgängern ohnehin nicht zum Vergnügen,
bei wind auch staubt, und mit den in Reih' und Glied auf-
marschirten Bäumchen zur Leite. Run soll die Berliner jdark-
Deputation erwägen, ob sich einige Versuche mit solchen An-
lagen cmpfehlen. Alan will dabei Sorge tragen, daß zugleich
Spielplätze sür Aindcr erhalten werdcn. Möge die Anregung
Lsobrechts in ihren kVirkungen nicht aus Berlin beschränkt
bleibenl

Lose

Meide der limnst.

Von

Vllul Desse.

lVillst du ein neues U)erk beginnen
Und glüht dir's nicht in allen Sinnen,

Zn Geist und Seele wundersam

Vor R'lut und Zagen, Glück und Scham,

Als hättst du, eh dir dies gelungen,

Noch niemals einen j)reis errungen,

Aüissest zum ersten Alale zeigen,
tVas dir an Art und Runst zu eigen,

Und bangst, du möchtest über Nacht
chinsahren, eh dies Merk vollbracht:

So ist an deinem Thun und Negen
Der Melt nicht sonderlich gelegen;

Magst als geschickter Labrikant
Aundschast gewiuneu rings im Land,

Klütter.

Die aber die Sache recht verstehen,
Merden an dir vorüber gehen.

Denu mit des echten Rünstlers Triebe
Zsts ganz wie mit der Frauenliebe.

Dich lockt wohl ein' und audre Lust,

Doch fühlst du nicht iu tiefster Brust
Der chimmelsflamme holdeu Strahl,

2lls träf' er dich zum ersten Ulal,

Ukagst du in manchem Abenteuer
Dich wärmen wohl an Flackerfeuer,
Bleibst doch ein lauer Lüstliug nur,

Der echte Uünne nie erfuhr,

vor der, wenn sie von fern nur winkt,

All' irdisch eitle j)racht versinkt,

Mie vor der U'luse Gruß und 1<uß
Die Melt umher versiuken muß. --N

Vlnsere IlA'mste, zum überblick. 'HAmdsebUU: Friedrich Theodor vischer, Nachrus von w. Rirchbach.

Dichtung: „Die Sebalds" von Iordan, Besprechung. „Der Naturalismus und die Gesellschaft von heute"
von Klaus bsermann, Anzeige. vom Tage: Theodor Storms siebenzigster Geburtstag. Theater: vom Tage: Lserrigs
Lmtherfestspiel, Dresdener wagneraussührungen, Gesellschast sür Gpernsreunde. Mus ik: Richard lvagners L-ctur-Symphonie.
vom Tage: Deutscher Säugcrbund. Bildende Künste: Die Aquarcllausstelluug in Dresdcn. Selbstanzeige: „Zur Asthetik
dcr Architektur" von A. Göller. voin Tage: Künstlerische Lieserungswerke, Salon der Zurückgewiesenen, Bairische Forderungen
sür Runst, jdsannschmidt-Ausstellung, Max' „vaterunser". Runsthandwerk: Der sranzösische Geschmack. vom Tage:
jdorzellansabrik in Sövrcs. vermischtes: Städtische jdarkanlagen in Berlin. Lose Wlätter: weihe der Runst von j)aul kseyse.

Lcbluss der Lusummcnstellung: 2-s. September s887.

n Zukunst wird „Dcr Runstwart" an weiteren Abteilungen einsühren: „Spreebsuul", „Aeitungssebuu", „Linge--
sundte Mlerke" und „lllerkebr". Man wolle den „Vrospekt" vergleichen.

r-G Uerlag von ^ouis Ehlermann in Dresden. S-t-—

Deutscbe L^rik der Gegenwart seit 1850. 2. verm. u. verb. Aufl„ stilgemäß gebunden 7 M. 50 pf. Alaus Groth (Aieler Zcitung):
L» I Ntt „Die Arbeit eines entschlossenen, unabhängigen Mannes von Gcschmack und Nrteil! . . Leiden (Avenarius und Thcodor Storm) genieinsanl

ist die lvabrhastigkeit der Überzeugung, ohne Rückstcht und Vorsicht nur das auszunehnicn, rvas sie sür vorzüglich halten. und eine geivichtige Regel: das Fern-
haltcn aller leeren phrase. „aller jcner weichlich schmachtenden Reimcreien. die ihr Gedeihen in den Llumenlesen wenigcr deni Uitcil der Urteilssähigen. als dcr
Rücksicht aufs Anthologicen-konsuniierende Gcschlecht der Backfische verdanken." . . . Ls ist ein Buch. das jahrelang vorhält. ein Lrtrakt aus den schünsten Blütem
die inniges deutsches Gemüt seit dreißig Iahren in allen Gauen aus dem Herzblut hat wachsen machen." vom Fels zum Meer: „Der vergleich mit den
landläufig zusanimengestoppeltcn Anthologieen wäre cine Veleidigung sür diese Sammlung. Ls ist ein lilterarhistorischcs werk im eminenten Sinnc... wie spiegelt
es dcn Lharakter der lyrischen und lz'risch-epischen Dichtung in dcn letzten drei Iahrzehnten! . . Zugleich ist das Buch eine «Luelle reinsten und ersrischendsten
Gcnusses und namentlich sür den mit der modernen Litteratur Vertrauten auch eine scharfe Aritik." Franz Muncker (Münchner Allgem. Atg.): „Für die
ästhetische Trefflichkeit bürgt schon der Name des Herausgcbers . . dcr außcrordentlich reiche und gcdiegene Inhalt wird den billigcn Beurteiler vollaus besriedigen."
Lchwäbischer Merkur: „Als ,Natuv könnte man das bezeichnen, wonach Avenarius gcgriffcni gesunde, werdende Natur um uns her und in uns; und wir

'ilAct'dcil , Gedichte. ^Brosch. -s m., elcg. geb. 5 m.^ y. Acck Gcutschcs Litteratuiblach: „Sie ^xackcn, sie lassen mcht

lüindcr von Mobldort. Geh/2 M., eleg! gcb. 2 M. 50 ssf. Deutsche presse (rkmxüiochh ^ „Avenarius' D'chlung und^ dcr

eiusacher Lchönheit zngänglich ist." Litterarischer Merkur (ssros. Lederer): s,In amnutigstcm Gewande ein Büchlein, wclches den Leser wie Nachtigallenschlag
neben Zeisig- und Spatzengezwitscher berührt. . . Avenarius hat mit scinen „Aindcrn von wohldors" ein Ganzes und Schönes geschaffen. Ls ist mchr ein er-
habencs lyrisches Gedicht, als ein Lpos. Man kann sich das Licd von dcr Macht dcs Gesanges kauni in vollcndcterer Darstellung dcnken." Die Gcsellschast

diesem hehren Spiclmannsliede anstimmt." Romanzeitung (V.'v. Leirner): „Die Dichtung cmhält cntzückend schöne, innige Stcllcn voll Geniütsanmut. Ich
lege sic allen warnien Menschen an das !)crz." Blätter s. litt. Unterhaltung (Lrnst Ziel): „„Die Ainder von wohldors" verdiencn die allgemeinste Beachtung."

DLe 5. Iklasse U2. IköniglLc!) SücbsLscder Landes-LotterLe,

500,060 kV!.^306M0 ^.^20 !50 600 ^^Woo'^',' 40,000 !V>.,

30,000 M. 5 Mül, 15,000 M. LO mnl, 5000 M. 50 »i.il, 3000 M. 750 mal u. s. w.

welcher beträgt: 210 /D. lür sii, 105 kll). lür tz, 42 D». lür ffz, 21 kll). lür Los. Für Zusendung derselben in cln-
gescbrlcbenem und der amtlicbcn Gewinn-Liste nach Lchluß der Lotterie in einlucbem Kriete, sind obigcm Betrage noch 55 ssf., vom Auslande 75 ssf.,
verläge beizuschließen. — Lluszablung dcr Ecn'innc, sclbst dcr böebstcn Lrctkcr, N'ic scitbcr, sotort. — Ikecllc Kcdicnung und strcngstc vcr-
scb lviegcnbcit. — Ausländische Geldsorten werden zuni Tagesrours berechnet. — Aussührliche Sxielpläne auf verlangen gratis und tranko unter Louvert,

li^ctndold Mnllber in Lcipzig, j)fasfendorser Ltraße Nr. 5. (Als Adresse genügl: Reinhold walther in Leixzig.)

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