Der Kunstwart: Rundschau über alle Gebiete des Schönen ; Monatshefte für Kunst, Literatur und Leben — 1.1887-1888

Page: 345
DOI issue: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kunstwart1/0351
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile

üöer as5e WeöieteOöeKEcöönen.

24. Stück.

Lrscbcint

Derausgeber:

Ferdtnand Nvenarius.

Kcstellpreis:
viertrljährlich 2 t/z Nlark.

Zakrg. l.

Nil unsere Leser!

a iit dem Gktober beginnt ber „Aunstwnrt" seinen zweiten ssahrgang. Ls widerstrebt nns, in ihn
einzutreten, ohne an dieser Stelle wenigstens durch ein knrzes wort all Denen zu danken, welche durch ihre

Unterstützung mit Nat und That diese kleine rilitteilung ermöglicht haben.

was wir schon früher einmal aussprachen, wiederholen wir auch heute: wir sind uns vollständig
dessen bewußt, daß die beschämend reiche Anerkennung, die dem „Aunstwart" gespendet wurde, viel mehr
unserem Streben galt, als dem, was wir vorläufig wirklich bieten konnten. Lben deshalb wird es für uns
auch kein Nasten geben, ehe der Inhalt des „Aunstwarts" in jeder Beziehung dem entspricht, was vielleicht
mehr, als viele unserer Leser, wir selber von ihm verlangen. Ts werden sich freilich uur Solche, welche in
den bkreis unserer Arbeiten eingeblickt haben, einen Begriff von den Schwierigkeiten machen können, die mit
der Gründung eines in fast jeder Beziehung eigenartigen Blattes verbunden sind. Darauf glauben

wir hinweisen zu dürfen, wenn wir für mancherlei Alängel im nun zu Tnde geführten ersten Iahrgange

uns Lntschuldigung erbitten.

Der zweite beginnt nach einer Neuordnung unsrer inneren ^eitungsverhältnisse, deren erfreuliche
Folgen unsere Leser hoffentlich schon mit dem nächsten Lsefte wahrnehmen. Den uns vielfach ausgesprochenen
wunsch, über wichtigere Neuschöpfungen der einzelnen Rünste —- Dichtungen in vers und j)rosa, Tonstücke,
Bildwerke usw. — mehr, wenn auch nur in gedrängtester weise, gebracht zu sehen, haben wir als berechtigt
anerkennen müssen und werden demgemäß in Zukunft verfahren. Im Übrigen werden wir auch fernerhin
danach streben, die Zufälligkeit in den dargebotenen Beiträgen, unter der die meisten Zeitschriften so bemerk-
bar leiden, von der unseren weiter und weiter zu entfernen, damit die Lrwähnung im „Runstwart" für eine
Sache mehr und mehr gleichbedeutend werde mit der Anerkennung ihrer Bedeutsamkeit an sich oder als kenn-
zeichnendes Nterkmal für irgend eine geistige Strömung. An dem Grundsatze, nach Möglichkeit Stimmen
aller j)arteien zum Gehör zu verhelfen, halten wir fest nach wie vor, da wir uns einen Fortschritt nur
durch widerlegung, nicht durch verschweigung der Gründe eines Gegners denken können.

Der Znhalt des vorliegenden Lfeftes fiel etwas dürftiger aus, als jener der anderen, weil Znhalts-
verzeichnis und Titel zum ersten Zahrgang mit beigegeben werden mußten: auch die Fortsetzung des Niünchner
Runstausstellungsberichts konnte aus diesem Grunde nicht aufgenommen werden. wir halten uns deshalb
für verpflichtet, diejenigen unserer Leser, welche etwa den Bestellerkreis des „Kunstwarts" zu verlassen gedenken,
doch aber gerade für die bildenden Rünste eine besondere Teilnahme hegen, darauf hinzuweisen, daß der
Aunstwart-Verlag in Dresden unser nächstes Heft an Zedermann auf eine einfache Anfrage hin unentgeltlich
und postfrei versendet.

Mmstwart-Leitung.

Dresden,

Mitte September t888.

Ikunstwart-Verlag.


— .345 —
loading ...