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Neuer General-Anzeiger: für Heidelberg und Umgegend ; (Bürger-Zeitung) — 1893 (Juli bis Dezember)

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Roman von E. P. von Ar eg.

le Bootz.
imel7'

und Wasserleitung
-eis 210 Mark-
rer Exved. d. Bb

„Ich will mit der Wahrheit nicht zurückhalten-
Ihre ewigen Geldangelegenheiten haben mich ge-
nvthigt, mich darnach umzuthun, in wie weit ich
auf eine Sicherheit für meine Darlehen rechnen
könne. Und was ich da erfahren habe, lantct
bezüglich Ihrer Verhältnisse wenig günstig."
„Das liegt an der Quelle, die Sie ausforfchten.
Der Sohu des begüterten Rittergutsbesitzers Kurt
von Flottwcll auf Borkum —"
„Sie schlagen gerade die Seite an, Herr
Oberleutnant, die auch ich berühren wollte", un-
terbrach ihn Wienbrand. „Ich habe mit aller
Bestimmtheit in Erfahrung gebracht, daß Ihr
Herr Vater sich in neuester Zeit geweigert hat
fernerhin für Sie einzutreten."
„Man hat Sie belogen, Herr Kommissionär!"
„Ich verlasse mich nur auf mich allein. Meine
Darlehen sind nur gewährt worden, weil ich mit
Bestimmtheit darauf rechnete, daß Ihr Herr Vater
den Sohn nicht fallen lassen würde. Seit das
sich geändert hat, bin ich gezwungen, meine For-
derungen mit aller Energie einzutrciben. Auch
die beiden anderen kleinen Beträge sind in aller
Kürze fällig."
„Geben Sie mir eine bestimmte Frist zur
Zahlung!"
„Im äußersten Falle acht Tage."
„Und was soll geschehen, wenn ich diesen
Termin nicht einzuhalten vermag?"
„Ich werde die Wechsel in Borkum präsentircn,
und wenn das erfolglos ist, Ihren Ehrcnschein
dem Regimentskommandeur vorlegen."

Namen „Neustadt" noch heute behalten hatte und
nur in Folge sich weiter und weiter ausdeh-
uenden städtischen Bauten nach und nach in den
Stadtbezirk hineingezogen worden war.
Durch die breiteren und mehr der Neuzeit
entsprechend angelegten Straßen der Neustadt schritt
in der Mitte des nächsten Vormittags ein junger,
elegant gekleideter Mann, die Reitpeitsche statt des
Stockes in der Hand. Er war blondhaarig und
blauäugig; ein mächtiger, wohlgepflegter Schnurr-
bart zierte seine Oberlippe. Nur sein Gesicht zeigte
nicht die natürliche Frische, die seinem jugendlichen
Alter wohl angemessen gewesen wäre; es fehlte
ihm die Farbe, und ein müder Zug von Ab-
spannung, wie ihn nicht die Thätigkeit, sondern
das Nichtsthun hervorzubringen pflegt, lag um
seinen Mund.
Am Ende einer Straße, in die der junge
Mann eben einbog, lag ein nur einstöckiges Haus
in einem kleinen Garten, am Pfeiler des Garten-
thores war ein Porzellanschild angebracht, auf
dem stand: Peter Wienbrand, Kommissionär.
Der junge Mann durchschritt den Vorgarten
und trat ins Haus. An der Thür rechts in dem
Flur war die Inschrift „Comptoir" angebracht.
Hier trat er ein. Der Raum strafte seine äußere
Bezeichnung Lügen. Es war nur ein höchst ein-
fach möblirtes Wohngemach mit Ausnahme des
eisernen Geldschrankcs ohne sonst eines der Uten-
silien, die man in einem Comptoir vorfindct. Ein
Mann, der die Mitte der fünfziger Jahre über-
schritten haben mußte, mit einem grauen etwas ab-
geschabten Schlafrock angethan, saß am Fenster.

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Er erhob sich, als der Andere eintrat; die Be-
grüßung war steif und stumm.
„Da bin ich, Herr Wienbrand. Ich höre,
Sie haben den Wunsch, mich zu sehen. Deßhalb
bin ich gekommen. Was giebt es?"
„In der That eine etwas sonderbare Frage,
Herr Oberleutnant", versetzte der Besitzer des
Hauses merklich kühl. „Es ist Ihnen wohl aus
dem Gedächtniß gekommen, daß wir heute den
achten September haben, und daß der Wechsel
über dreitausend Mark, den ich von Ihnen in
Händen habe, am ersten dieses Monats abge-
laufen ist.
„Die Sache hat ihre vollkommene Richtigkeit",
entgegnete der Ossicier. „Aber um sie erledigen
zu können, dazu gehört eine Kleinigkeit, über die
ich augenblicklich nicht verfüge, nämlich Geld"
„Wenn es so steht", versetzte der Kommissionär
kühl, „so werden Sie es mir nicht verdenken
können, wenn ich diejenigen Schritte einschlage,
die ich für nothwendig halte, um zu meinem Gelde
zu kommen."
„Sie haben mir schon wiederholt Wechsel pro-
longirt, Herr Wienbrand. Was früher geschah,
kann auch heute wieder geschehen. Geben Sie also
einen neuen Zettel her, ich will meinen Namen
unterschreiben."
„Nein Herr Oberleutnant, das kann heute
nicht abermals geschehen. Ich muß darauf be-
stehen, endlich zu meinem Gelde zu kommen."
„Was macht Sie denn mit einem Male so
rappelköpfig, Herr Kommissionär?" fragte der Andere
mit gerunzelter Stirn.

(Fortsetzung)
«L .-'Gut, das ist also das Eine. Und was giebt
f°nst noch?"
"Der Teufel ist los, Herr! Und draußen in
^Zbenhagm ist er los! Der gute Freund, den
fwrt haben, ist bockbeinig geworden, weil
cn>^ Stiche gelassen haben. Sie stehen
iln fch-vcr in der Kreide bei ihm, nnd das macht
frech. Er droht, Herr; was haben Sie
"U lhm?"
biu droht? Mir? Verflucht soll er sein! Ich
iln- der ihn in der Hand hält, nnd wenn ich
" fallen lasse, so ist er verloren."
W sagen Sie ihm selber. In der nächsten
fm^elstunde kehre ich dem Neste hier den Rücken.
M st. Nach Stavenhagen komme ich in den nächsten
slbi überhaupt nicht. Ich habe gewarnt;
o Sie diese Warnung in den Wind, so
d-Nehts auf Ihre eigene Verantwortung, Herr."
D "Ich werde handeln, August. Und nun gehe!
Alte könnte die Thüre schließen."
, rr Doktor hörte, wie August nach einem
- ^n Gutenachtgrüße dieser Aufforderung folgte.
3. Capitel.
.H Derjenige Thcil der Stadt, der an dem dem
hall entgegensetzten südlichen Ende derselben lag,
fon^.twr. Iahten noch nicht zu dieser gehört,
ern einen Vorort gebildet, der seinen alten

General-

Anzeiger


für Heidelberg und Umgegend

1883

Heidelberg, Donnerstag, den 2st. Juli

Zimmer

Ili, eine TreE

Druck und Verlag:
kfeckmann, Dörr L Zvurm.

Verantwortlicher Redacteur:
Herrn. Streich.

i «I « r b « r K

Ministers auf die Wünsche aus der Mitte des
Reichstages behufs Rücksichtnahme auf die Futter-
no th bei denManövern, haben, durchaus im
Gegensatz zu den Ausführungen der Kriegsminister
von Bayern und Württemberg, keinen günstigen
Eindruck gemacht. Nichtsdestoweniger hat die preuß-
Militärverwaltung der Angelegenheit die lebhafteste
Fürsorge zugewendet. Es haben deßwegen vor der
Abreise des Kaisers verschiedene Konferenzen unter
dessen persönlicher Theilnahme stattgefunden und es
sind Anordnungen getroffen, um die weitgehendste
Schonung der in Betracht kommenden Landwirthe
eintreten zu lassen. Die Anordnungen ffind noch
nicht einmal abgeschlossen und es kann daher nicht
als zutreffend bezeichnet werden, wenn jetzt bereits
Meldungen über Dekung des Futterbedarfs bei den
Manövern aus den hiesigen Hauptlagereien u. s. w.
verbreitet werden. Es dürste in Kurzem wohl
näher bekannt werden, in welchem Umfange auch
bezüglich der Einzelheiten Anordnungen erlassen
worden sind.
— Die Deutsch-Südwestafrikanische Schutz-
truppe wird eine Verstärkung von 90 Mann
erkalten, die aus Freiwilligen der deutschen Armee
besteht. Dieselben sind Samstag nachmittag in
Berlin eingetroffen und Montag eingekleidet worden.
Sie werden Dienstag abend nach Hamburg fahren,
wo sie Tags darauf unter Führung des Lieutenants
Grafen Haltringk eingeschifft werden.
— Sänger und Turner sind schon seit längerer
Zeit mehr oder minder in den Dienst der sozia l-
demokratischen Agitation gestellt; die Ar-
beitersängerbunde, die schon nach Tausenden von
Mitgliedern zählen, sind sehr geschickt dem ganzen
Organisationsnetze angepaßt. Seit dem sozialde-
mokratischen Turnertage in Gera scheinen auch
die sozialdemokratischen Turnvereine an Mitglieder
zu gewinnen, auch hat die Sozialdemokratie ihr
Augenmerk auf die Radfahrer geworfen; sozial-
demokratische Radfahrervereine, die
namentlich während der Wahlbewegung der Partei
recht gute Dienste geleistet haben sollen, bestehen
schon seit einigen Tahren in einzelnen Städten
(Leipzig, Nürnberg u. s. w.) Nun wird die
Gründung eines sozialdemokr. Radfahr-Bundes
beabsichigt, und ein neuer Ring soll nm die sozial-
demokratische Partei geschmiedet werden. Der
Radsahrklub „Vorwärts" in Nürnberg hat die
Vorarbeiten zur Gründung in die Hand genommen
und in wenigen Wochen dürste das neue sozial-
demokratische Gebilde wohl zustande kommen. Nach
den Radfahrern dürften dann die Ruderer an die
Reihe kommen.
— Die siamesische Angelegenheit hält man
in Berlin insoweit für geklärt, als es feststeht,
daß zwischen England und Fra nkreich wegen
der Dinge dahinten es nicht zu ernstlichen Differenzen
kommen wird. Die englische Negierung hat bei
dem französischen Cabinet ihre Ansichten und Forde-
rungen mit so erfolgreichem Nachdruck geltend ge-

Aus Mcch und Jern.
* Karlsruhe. 19. Juli. Auf Samstag, 22.
Juli, Nachmittags 3 Uhr, sind die Mitglieder des
Bürgerausschusses zu einer öffentlichen
Sitzung in den großen Nathhaussaal eingeladen.
Tagesordnung: Aufnahme eines 3^prozentigen
Anlehcns im Betrage von 1 500 000 Mark durch
die Stadtgemeinde.
* Karlsruhe, 20. Juli. Gestern früh gegen
6 Uhr ersuchte ein Fremder in der Bahnhofwirth-
schaft einen Kellner, ihm 120 Dollarscheine aus-
zuwechseln mit dem Vorgeben, er sei Pferdehändler,
habe Pferde in Mannheim stehen, welche er aus-
lösen müsse, und brauche dazu deutsches Geld, jetzt
aber noch kein Bankier sein Geschäft auf habech
Da derselbe Fremde vorgestern früh bei demselben.
Kellner 3 Dollarschcine auswechseln ließ, welche
später auch ein Bankier auswechselte, so trug der
Kellner kein Bedenken, dem Fremden die Gefällig-
keit zu erweisen und gab ihm den richtigen Betrag
von 485 Mk. für die Scheine. Als der Kellner
diese Scheine indeß beim Bankier umwechscln lassen
wollte, erfuhr er zu seinem Schrecken, daß die
Dollarscheine zwar ächt, aber schon längst außer
Kurs gesetzt und ganz werthlos seien, und ist nun
der Kellner für seine Gefälligkeit um die 485 Mk.
betrogen.
* Mannheim, 20. Juli. Gestern früh stieß
der zu Thal gehende mit Backsteinen beladene
Nachen „Aurora" des Schiffers Valentin Kaul

im Zentrum und Süden für den Ausstand;
absolut dagegen sind Durham und Northumberland.
20 000 Bergleute legen demnach am 28. Juli die
Arbeit nieder. Eine große Agitation findet unter
den übrigen Gewerken statt, deren Organisationen
den Bergleuten kräftigste Unterstützung zusicherten.
Große Besorgniß herrscht daher in den Industrie-
kreisen. Die Kohlenpreise sind um 3 Schilling
4 Pence gestiegen.
Malta, 19. Juli. In der Sitzung des Kriegs-
gerichts wegen des Untergangs der Victoria
sagte der Flaggenoffizier Gillford, als Zeuge ver-
nommen, aus, daß nach dem Zusammenstöße Ad-
miral Tryon ihm erklärt habe, daß Unglück sei einzig
und allein durch seine, Tryons Schuld, herbeige-
führt worden.
Stockholm, 19. Juli. Die „Hohenzollern"
mit dem Kaiser und der Kaiserin an Bord
ist auf der Rhede von Wisby eingetroffen. Eine
zahlreiche Menschenmenge war auf dem Quai an-
wesend, Häuser und Schiffe waren reich beflaggt.
Das Kaiserpaar begab sich mit Gefolge um 5^
Uhr an Land und unternahm eine Fahrt durch die
Stadt nach den Ruinen. Das Diner wurde an
Bord eingenommen. Abends findet ein Fest zu
Ehren des Kaiserpaares in den beleuchteten Ruinen
statt, wobei Szenen aus dem kirchlichen Leben des
Mittelalters und der Hansazeiten, verbunden mit
Gesängen zur Darstellung gelangen.

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macht, daß von Paris aus schleunigst ein kalter
Wasserstrahl an die französischen Behörden und
Seeoffiziere nach Bangkok gerichtet worden ist.
Die französische Negierung hat schon dem Londoner
Cabinet gegenüber die Erklärung abgegeben, daß
sie nicht minder wie die britische die Unabhängigkeit
und Integrität des siamesischen Reiches aufrecht
erhalten werde und ist die britische Regierung mit
dieser französischen Erklärung durchaus zufrieden.
— Gestern fand eine Sitzung des preußischen
Ministeriums statt, welches jetzt vollzählig an-
wesend ist und bis Anfang August auch versammelt
bleibt. Dann beginnen die Urlaubsreisen; Miquel
geht Mitte August nach Scheveningen. Gleichzeitig
beginnt der Urlaub des Arbeitsministers Thielen.
— Die Landtags-Neuwahl findet im
November statt. Der neue preuß. Landtag wird Mitte
Januar berufen. Es heißt, die Regierung plane
eine lurze Tagung, nur die Vorlegung des Staats-
haushalts und der nothwendigen Gesetze.
Köln, 19. Juli. Das Kais er Pa ar kommt
bei Gelegenheit der Kaisermanöver hierher. Die
Kaiserin bleibt einige Tage hier. Die Stadt ver-
anstaltet für das Kaiserpaar ein Fest im Gürzenich.
Oldenburg, 19. Juli. DerOldenburgische
Landtag wird zu einer außerordentlichen Session
einberufen'. Es handelt sich um eine Verfassungs-
änderung behufs Einführung jährlicher Tagung und
Finanzperioden.
München, 19. Juli. In einer Polemik zwischen
einem freisinnigen und einem sozialdemokratischen
Blatt über die letzten Landtagswahlen wird
jetzt klar gestellt, daß die Sozialdemokratie inNürn-
berg beabsichtigt hatte, die dortige Abgeordnetenwahl
zu vereiteln, sobald ihr nicht die Mehrheit sicher
war. Nach dem bayerischen Wahlgesetz ist es noth-
wendig, daß eine absolute Mehrheit der Wahl-
männer ihre Stimmen auf den Kandidaten ver-
einigt, der gewählt wird. Ist die nöthige Zahl von
Wahlmännern nicht vorhanden, so wird eine neue
Wahlhandlung ausgeschrieben; die fehlenden Wahl-
männer haben jedoch die Kosten zu tragen. Es
'sollen nun etwa 90 sozialistische Wahlmänncr auf-
gestellt gewesen sein, die nichts besaßen, also auch
nicht gepfändet werden und deßhalb durch hart-
näckiges Fortbleiben eine gültige Wahl vereiteln
konnten. Dieser Fall zeigt, wie widersinnig und
gekünstelt das bayerische Wahlgesetz ist.
Ausland.
Paris, 19. Juli. Nach dem Ministerrath
telegrapbirte der Minister des Aeußern an den
französischen Gesandten in Bangkok, daß das in
dem Kabinet angenommene Ultimatum von einem
außerordentlichen Gesandten überbracht werden soll;
derselbe habe den Befehl, sobald Siam schlechten
Willen zeige, die Verhandlungen sofort abzubrechen.
Loudon, 19. Juli. Das Referendum über
einen allgemeinen Bergarbeiteraus st and er-
gab eine erdrückende Majorität aller Bergdistrikte

Hauptstraße 120^
he Sendung


'' Moderne Strotzen.
äußert^ Frage „Gerade oder krumme Straßen?"
Fli? bekannte geniale Illustrator der
Facbb?^en Blätter", Meister Oberländer, in einem
Wese« "—Das ganze leere, öde, nichtssagende
seren ^erer modernen Welt drückt sich in un-
krumw^^en, schnurgeraden Straßen aus. Die
die ^we ist die Linie des Lebens, sie weckt
z^.^?IPasie, die gerade ist die des Todes, sie er-
djx ^J^irnverödung. Nicht malerische Schrullen,
fach? Laien nichts angehen, sondern das ein-
wechs-f^s'chllchr Gefühl ist's, das uns auf die ab-
rnal d^Evolle Linie hinweist. Würde ein-
Und Menschengeschlecht vollständig aussterben
. ere Lebewesen fänden die schachbrettartigen
für^^/e Chicago's z. B-, sie würden dieselben
^-hier , " halten, welche ein niedrig organisirtes
für sr?' Bienen, hergestellt haben, nimmermehr
T^jt?°hustäLten denkender, fühlender Menschen!
warFuhrmann vergangener Jahrbunderte
ertrz^ ganz gerade, glatte, endlose Straße so un-
nnlen- .man sie absichtlich in Windungen
Straö' diese schließlich langweiligen, gerade
faqcu eben praktisch", hört man hundertmal
pr^Z warum denn aber immer und immer wieder
sau u.scheußlich! Unsere Alten haltenden Grund-
siuu "-taktisch und schön!" Selbst der Schönheits-
ljch^"dert sich in unserem Jahrhundert in bedenk-
den streife; in manchen Romanen liest man von
im si-^ßlichen krummen" Straßen der alten Stadt
Nemn zu den „schönen kerzengeraden" der
dicH . adt. Jeder Architekt Hätte Ursache, gegen
das langen Straßen zu protestiren, denn auch
Mar, -Nfie Gebäude kommt darin nie zur Geltung.
Unse^ ^Ee sammtliche Paläste Venedigs in eine
ist u r Efoftlosen geraden Straße und das ganze
heiler- ^m? endlose Fadheit, von allen jenen Schön-
? kommt nichts zur Geltung!"
jede^"^t der Münchener Meister! Er verdient
xm ^allö, zum Wort zu kommen, wenn es auch
Nun. sNge geben dürfte, die entgegengesetzter Mei-

-—— > ... . , .—
Expedition: K«upLstraßo Wr. 23.

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Expedition: Kcrnptstraße Wr. 25.

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Märzgasse
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per Monat 15 M"
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Deutsches Reich.
Berlin, 19. Juli.
t. Das Erscheinen des Kaisers im Ne ichs-
immer noch lebhaft besprochen. Man
wi^^'fsen, es habe sich dabei hauptsächlich um
kam/^ Mittheilungen des Kaisers an den Reichs-
Abr ? vor seiner, wenige Stunden darauf erfolgten
gehandelt. Der Abg. v. Stumm und v.
seit^n^E, welche der Kaiser rufen ließ, gehören
A -.INgerer Zeit zu den nächsten Kreisen, die den
der ^^^eben. Den Probst Dr. v. Jadzewski,
8, Ileichfallö zum Kaiser gerufen wurde, hat der
fier jedenfalls zum ersten Mal gesprochen. In der
^,'Mchen Fraktion herrscht daher eine sehr gehobene
"vimung.
Die Aeußerungen des preußischen Kriegs-

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