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Neuer General-Anzeiger: für Heidelberg und Umgegend ; (Bürger-Zeitung) — 1893 (Juli bis Dezember)

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Nummer 269.

Dienstag. 14. November 1893

eneral

für Heidelberg und Umgegend



Kxpedition: Kcruptstraße Hlr. 26.

Expedition -. Knuptstrahe Wv. 26.

belesenstes Blcrtt in Stcrdt rr. Aint HeideLbcvg rnrd Mngegerrd. Gröszter Lvfslg fuv Insekte

dy- Telephon-Anschlrch Nr. 102. -MK

den

Vorsatz zil rastloser Arbeit und stecke Geld in seinen
Beutel, welches ihm ermöglicht, wenigstens zwei
bis drei Monate ohne Beschäftigung zu leben.
Schon vorher, oder doch unmittelbar nach seiner
Ankunft aber wende er sich an Verwandte oder
Freunde, die schon länger im Lande leben und
welche ihm Auskunft über die Arbeitsgelegen-
heiten und Erwerbsverhältnisse in den Vereinigten
Staaten zu geben, zu einer geeigneten Stellung zu
verhelfen ini Stande sind.

gäbe würde es auch sein, über die sogenannten
Zollkuriosa von Fall zu Fall sachgemäß zu ent-
scheiden.
— Der Gesetzentwurf über den Unter-
stützungswohnsitz, der dem Bundesrath be-
kanntlich zugegangen ist, berücksichtigt die Beschlüsse
der Reichslagskommission, der der vorige Entwurf
vom verflossenen Reichstage in seiner letzten Tagung
überwiesen worden war- Dem „Hamb. Korr."
wird hierüber geschrieben: Der Vorschlag, die
Altersgrenze für den Erwerb und Verlust des
Unterstützungswohnsttzes vom 24. auf das zurück-
gelegte 18. Lebensjahr herabzusetzen, ist beibehalten
worden. In der Reichstagskommission war die
Mehrheit damit einverstanden, während Vorschläge,
die Grenze auf das 16. oder auch auf das 19.
Lebensjahr festzusetzen, in der Minderheit blieben.
Der vorige Entwurf hatte hinsichtlich der Ver-
pflichtung der Armenverbände zur Gewährung von
Kur und Verpflegung, die nach dem Gesetze auf
Dienstboten, Gesellen, Gewcrbegehilfen und Lehr-
linge beschränkt war, zahlreich laut gewordenen
Wünschen entsprechend, diese auch für die land-
und forstwirtbschaftlichen Arbeiter in Vorschlag ge-
bracht. In Uebereinstimmung mit den Beschlüssen
der Reichstags^Kommission überweist die gegen-
wärtige Vorlage überhaupt alle Personen, die gegen
Lohn oder Gehalt in einem Dienst- oder Arbeits-
verhältniß stehen, im Erkrankungsfalle für die
Dauer von 13 Wochen der Fürsorge des Beschäfti-
gungsortes. Von dem übrigen Inhalt des gegen-
wärtigen Entwurfs ist noch hervorzuheben, daß die
von der Reichstags-Kommission gebilligte Straf-
vorschrift unverändert wieder ausgenommen ist.
Die bisherigen Bestimmungen des Strafgesetzbuches,
die einen Schutz gegen mißbräuchliche Inanspruch-
nahme der Armenpflege gewähren sollen, haben sich
nicht als ausreichend erwiesen. Häufig wird es
nothwendig, arbeits- und erwerbsfähigen Personen,
insbesondere aber ihren Angehörigen aus öffent-
lichen Mitteln Unterstützung zu gewähren, ohne
daß auf Grund des Strafgesetzbuches eingeschritten
werden kann, da nach diesem nur der bestraft wird,
der sich dem Spiel, Trunk oder Müßiggang der-
gestalt bingiebt, daß für seinen oder seiner Ange-
hörigen Unterhalt fremde Hilfe in Anspruch ge-
nommen werden muß. Danach bleibt ein Familien-
haupt straffrei, das seiner Arbeit zwar nachgeht,
seinen Verdienst aber unter schuldvoller Vernach-
lässigung seiner Familie vergeudet. Gegen diesen
Uebelstand soll das neue Gesetz Abhilfe schaffen.
— Eine freie Vereinigung aller revolutio-
nären Arbeiter ist in einer gestern in den
Germania - Sälen abgehaltenen Versammlung
revolutionärer Metallarbeiter zu gründen beschlossen
worden. Der Verein soll nach anarchistischem
Rezept eine große Zentral- Organisation und Sektion

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Pit 8sertigem illußrirteru Sonntagsblatt: monatlich
45 Pfennig frei in's Haus, durch die Post bezogen
vierteljährlich 90 Pfennig ohne Bestellgeld.

Jnsertionsprerör
die Ispaltige Petitzeile oder deren Raum 5 Pfg.,
für auswärtige Inserate 10 Pfg., bei öfterer Wieder-
holung entsprechender Rabatt-

Freilich wird es auch heut selbst dem begab-
testen und arbeitswilligsten und mit dem ge-
schmeidigsten Charakter ausgestatteten Einwanderer
nicht so leicht werden, ein Unterkommen zu finden,
wie vor mehreren Jahrzehnten. Die Zeiten haben
sich auch in Amerika geändert. Die Landwirth-
schaft weist ost eine Ueberproduktion auf, mit
welcher der Export nicht immer gleichen Schritt
halten kann, und die Industrien, welche, wenn
auch nicht überall bis zu der Hohe der euro-
päischen entwickelt, doch mit besseren Maschinen
arbeiten, sind schon mit geschulten Arbeitern der-
art überfüllt, daß die geringste Stockung auf dem
Markte Tausende brodlos macht. Wenn auch
derartige Geschästskrisen in dem schnelllebigen
Amerika immer bald wieder vorübergehen, bes-
seren Zeiten Platz machen, so erfordern sie doch
ost ein längeres, verdienstloses Abwarten der
Arbeiter.
Leider werden alle diese Verhältnisse von den
Einwanderern zumeist nicht berücksichtigt. Tau-
sende treffen ohne genügende Information und
ohne hinreichende Mittel in den großen Hafen-
städten ein, sich auf ihr gut Glück oder ihre
Klugheit verlassend, und es ist wohl keine Zu-
fälligkeit, daß gerade die großen Städte und die
sogenannten gebildeten Klassen das Gros dieser
Glücksritter stellen. Der europäische, insbeson-
dere deutsche Landmann ist vorsichtiger; er trennt
sich schwer von der angeerbten Scholle oder dem
Boden, den er seit seiner Kindheit beackerte, und
die neue Welt zumeist nur auf, nachdem er
sich zuvor sein bescheidenes Plätzchen in derselben
gesichert. Der Kommis, der Lieutenant, der ver-
bummelte Student rc. aber, die meist mehr ge-
zwungen als sreiwillig kommen, sie bilden sich ein,
mit ihrem überlegenen Verstand des halbcivilisirte
Amerika im Sturm erobern zu können. Sie
haben kaum den Staub der alten Welt von den
Sohlen geschüttelt, so suchen sie in New-Jork,
oder wo sie sonst gelandet sei mögen, die zunächst
gelegene deutsche Bierstube auf, wo sie dann als
„Grüne" selbstverständlich sofort einen Kreis wil-
liger Zuhörer finden.
So geht die Sache fort, bis der letzte Pfen-
nig gegangen, dann werden Brandbriefe nach
Hause geschrieben; kann man oder will man aber
dort nichts mehr geben, dann geht's ans Ver-
setzen, bis der kluge Herr so heruntergekommen,
daß er sich nirgend mehr sehen lassen, nun nicht
mehr die Stellung eines Geschirrwaschers annehmen
kann, mit der er sich nunmehr gern begnügen
möchte.
Wer die Absicht hat, die alte Heimath mit
Amerika zu vertauschen, lasse alle Hoffnungen
aus schnelle Erwerbung großer Reichthümer,- alle
Vorurtheile hinter sich, wappne sich mit dem festen

sie Beide ihrer Gewohnheit getreu in den Garten
hinab.
„Ich muß heute Vormittag meine Stachel-
beermarmelade machen", sagte Fräulein M'Travish
nachdenklich. „Am Nachmittag möchte ich gern
meine Spitzengarnitur fertig machen, welche ich
in der Arbeit habe. Ich beabsichtigte, Lady
Folliot ein Geschenk damit zu machen, aber ich
kann ihr etwas anderes verehren, und ich möchte
sie Ihnen gerne als Brautgeschenk geben, meine
Liebe, doch fehlen mir noch einige Spitzeneinsätze
dazu. Wollten Sie nicht so gut sein, sich von
Saunders im Ponnywagen nach Durham fahren
zu lasfen und mir die Spitzen besorgen?"
„Gewiß, sehr gerne", erwiderte Beatrix.
„Sie sind immer sehr gefällig, meine Liebe",
sagte die alte Dame. „Wenn Sie auch so gütig
wären, mein Buch in der Leihbibliothek auszu-
tauschen, wäre ich Ihnen sehr viel Dank ver-
pflichtet. Es ist neun Uhr vorbei. Ich will so-
gleich anspannen lassen." «
Sie beeilte sich, dies zu thun.
Beatrix ging auf ihr Zimmer und vertauschte
ihr Morgenkleid mit einem Straßenanzuge. Ein
schwarzer Strohhnt mit schwarzem Sammet besetzt
vollendete ihrer Toilette.
Sie steckte ihre Börse mit einem bedeutenden
Geldbeträge ein, denn sie hatte für sich ebenfalls
Einkäufe zu machen, und lief dann leichtfüßig die
Stiege hinab.
Der Wagen wartete bereits, und Saunders,
das Generalfaktotum der bescheidenden, kleinen
Haushaltung in verblichener Livree, aber mit der
stolzen Haltung eines treuen Dieners eines edlen,

und vernünftig, um meinem Glücke in den Weg
treten zu wollen. Ich will Dir einen liebevollen
Empfang von ihr versprechen. Sage mir nun,
Beatrix, kannst Du meine Liebe erwidern?"
Wir brauchen Beatrix Antwort nicht wieder-
zugeben.
Sie liebte Sir Lionel von ganzer Seele und
das glückliche, junge Paar verweilte lange im
Garten, bis Fräulein M'Travish herauskam, um
Beatrix zu suchen und dann gingen alle drei zu-
sammen ins Haus.
Sir Lionel setzte Fräulein M'Travish sofort
von seiner Verlobung in Kenntniß.
„Ich beabsichtige, meine Braut sogleich mit
mir fortzunehmen", sagte er. „Ich werde mich
nicht sicher fühlen, wenn ich sie länger hier lasse.
Wer weiß, zu welcher Stunde sie von ihren
Feinden entdeckt wird?"
„Ich bin vollkommen sicher hier, Lionel",
sagte Beatrix, „und ich kann Dich nicht eher
heirathen, ehe Du nicht Lady Folliots Einwilli-
gung zu unserer Verheiratung gewonnen hast.
Gehe morgen zu ihr, sage ihr Alles, und wenn
Sie einwilligt, dann komme und hole mich."
„Beatrix hat Recht", sagte Fräulein M'Travish.
„Es wäre verräterisch gegen Lady Folliot, ohne
ihre Einwilligung zu heirathen."
Sir Lionel war gezwungen, sich Beatrix's und
ihrer Beschützerin Wunsch zu fügen.
„Ich will mit dem nächsten Zuge nach Folliot
Court zurückkehren", sagte er. „In einer Woche
komme ich wieder und hole Dich, Beatrix. Be-
schützen Sie sie sehr sorgfältig, Fräulein M'Travish.

Deutsches Reich.
Berlin, 13. November.
— Bekanntlich ist der mutmaßliche Reiner-
trag der geplanten Reichsweinsteuer aus 17 Mil-
lionen veranschlagt. Diese Summe wird offiziös
folgendermaßen berechnet - „Rund 12^ Millionen
fallen auf den Naturwein. Es ist angenommen,
daß rund 1281 000 Hektoliter in einer Preislage
von über 50 Mk. an die Detailverkäufer und
Konsumenten abgesetzt werden. Der Durchschnitts-
werth dieser Weine ist auf Grund von Aeuße-
rungen Sachverständiger auf 78 Mk. für das
Hektoliter bemessen worden. Bei einer Steuer
von 15 Proz. des Werthes würde demnach sich
ein Brutto-Ertrag von rund 15 Millionen er-
geben, von denen jedoch 15 Proz. Verwaltungs-
kosten in Abzug kommen. Der Rest des ge-
mutmaßten Gesammtreinertrags im Betrage von
4'/2 Millionen würde auf die Schaumweine ent-
fallen. Man nimmt an, daß vom inländischen
Schaumwein 9 120000 Flaschen, vom auslän-
dischen 1035 000 Flaschen für den Konsum iu
Deutschland jährlich in Frage kommen. Den
Werth der ersteren hat man auf 2,25 Mk., den
der letzteren auf 6 Mk. für die Flasche ange-
nommen, so daß ein Gesammtwerth des zu ver-
stcuerernden Schaumweines von rund 26,7 Mil-
lionen Mark sich ergeben würde. Bei einer
Steuer von 20 Proz. des Werthes würde sich
ein Bruttoertrag von 5,3 Millionen Herausstellen,
von welchem gleichfalls 15 Proz. in Abzug kämen.
Auf erhebliche Erträge aus der Kunstweinsteuer
dürste nicht zu rechnen sein. Beispielsweise stellt
sich der Jahresertrag der Kunstweinsteuer in
Baden auf 1004Mk. Hiernach mußte beider
Ertragsberechnung der Weinsteuer von der Ein-
stellung eines Betrages für die Kunstweinsteuer
abgesehen werden."
— Wie ein hiesiges Börsenblatt erfährt, be-
steht die Absicht, im NeichSamt des Innern eine
besondere Abtheilung für das Zollwesen einzu-
richten und dieser Abtheilung den „Zollbeirath",
der jetzt in Bezug auf den russisch-deutschen
Handelsvertrag einberufen ist, als ständige Ein-
richtung an die Seite zu stellen. Der Abtheilung
soll ein eigener Direktor vorsteben und ihre Auf-

* Ein Mahnruf au Auswanderer.
„Nach Amerika!" so lautet das Lovsungs-
wort, welches den niedergebrochencn Geschäfts-
mann, den verunglückten Lieutenant, den ver-
zweifelten Landmann, den militärscheuen Jüng-
listg, den Justizflüchtling w. rc. der alten Welt
Mit Hoffnungen belebt und über den Ozean nach
Mr neuen Welt treibt. In Amerika, dem Lande
Mr Freiheit, des ungehinderten Wettbewerbes,
Äaubt der Auswanderer das wiederzufinden, was
shm in der alten Heimath durch eigenes oder
stemdes Verschulden verloren gegangen, oder ent-
rissen worden, rcsp. das zu erreichen, was die
Verhältnisse und Einrichtungen der alten Welt
erlangen, ihm unmöglich machten. In dem
Lande, welches noch viele Millionen Ackers besten
jungfräulichen Bodens zu vergeben hat, die nur
mr fleißigen Hand bedürfen, um Reichthümer her-
vorzubringen, wo, nach seiner Ansicht, jeder im
Stande ist, die ihm von der Vorsehung verliehenen.
Gaben bestmöglichst zu verwerthen, wird es ihm
nicht schwer werden, sich einen Theil des, von
der Natur mit fast verschwenderischer Freigiebig-
keit ausgestreuten Neichsthums zu sichern, oder
doch, seinen Wünschen entsprechendes Unterkommen
M finden.
Leider erweisen sich in ungezählten Fällen
alle diese Hoffnungen als ein thörichtcr Wahn.
Tausende hoffnungsreicher und hoffnungsberechtigter
Leben enden in: tiefsten Elend, und die That-
krast von Legionen intelligenter, arbeitslustiger
Männer scheitert an den, ihnen völlig unbekannten
geschäftlichen und sozialen Verhältnissen. Die ihm
anerzogene Denkungsweise hindert ihn, sich in die
Maschine des geschäftlichen Lebens eines Volkes
hineinzupassen, auf welches er vielleicht zuvor mit
halber Verachtung herabblickte. Selbst das Klima
steht ihm ost hindernd im Wege.
Und doch bietet Amerika in seiner überall
zum Ausdruck gelangenden Vielseitigkeit noch
jedem Einwanderer Erwerb, welcher körperlich und
geistig gesund, mit dem guten, unerschütterlichen
Willen zur Arbeit ausgestattet ist und sein ganzes
vergangenes Leben, insbesondere seine europäischen,
voller Vorurtheile steckenden Anschauungen hinter
sich gelassen hat.

Die Jagd nach einer Erbin.
Roman von Hermine Frankenstein.
62) (Fortsetzung.)
„Sir Lionel ist hierher gekommen, um Sie
zu bitten, mir das Recht zu geben, Sie für immer
vor ihnen beschützen zu dürfen. Beatrix, seit der
Stunde, als ich Sie zuerst sah, habe ich Sie ge-
liebt. Mein Geständniß erscheint Ihnen vielleicht
überstürzt, voreilig. Vielleicht kennen Sie mich
nicht lieben; aber ich liebe Sie, meine süße Bea-
trix. Wollen Sie meine Gattin werden, Thcuere?"
Der so gemachte Antrag war gar nicht nach
dem von Sir Lionel gemachten Plane ausgefallen.
Er hatte beabsichtigt, ihr seine heiße Liebe in
einer langen, zärtlichen Erklärung auseinander
zu setzen.
Aber kaum hatte er begonnen gehabt, als die
Worte wie ein Strom in leidenschaftlichem Aus-
drucke von seinen Lippen stürzten und er hatte
die Hand des Mädchens ergriffen, und sich so kurz
als möglich gefaßt.
Beatrix wurde bleich und versuchte es, ihm
ihre Hand zu entziehen.
„Fräulein Bermyngham?" sagte sie schwach.
„Ist mir gar nichts. Ich bin ihr nichts,
Beatrix —"
„Aber Lady Folliot?" stammelte Beatrix.
„Meine Tante liebt Dich, Beatrix. Sie wird
Dich mit Freuden als ihre Nichte willkommen
heißen. Ich will nickt leugnen, daß sie andere
Pläne mit mir gehabt hat, aber sie ist zu gut

Ich habe sonderbare Ahnungen. Ich fürchte, es
könnte etwas geschehen, das mir meinen Schatz
entreißt."
Etwas später kehrte er nach Durham zurück
und benutzte den ersten nach Süden gehenden Zug.
Und am nächsten Tage kamen die Brands —
Vater, Mutter und Sohn — wie Bluthunde auf
der Spur in Durham an. Sie hatten
Schlupfwinkel ihres Opfers ausgeforscht.
3 2. Kapitel.
Wieder hinausgetrieben.
Sir Lionel Charlton hatte in der Gluth seiner
leidenschaftlichen Liebe für Beatrix und in dem
Schmerz über die rasche Trennung nach ihrer
Verlobung trübe Ahnungen bezüglich ihrer Zukunft
des von ihm geliebten Mädchens ausgesprochen.
Eine plötzliche Verstimmung, ein unerklärliches
Vorgefühl war rasch und dunkel, wie ein flüchtiger
Schatten durch sein Gemüth gezogen und wieder
verschwunden. Aber Beatrix ahnte in ihrem neu-
gefundenem Glücke nichts von der schrecklichenWe-
fahr, welche sie bedrohte.
Die Nacht, welche sie dem kurzen Besuche Sir
Lionels folgte, brachte ihr nur frohe Gedanken
und glückselige Träume. Am nächsten Morgen,
kam sie zum Frühstück hinab, leuchtender, schöner,
anmuthiger, denn je; es war, als ob ihre Schön-
heit einen neuen Reiz empfangen hätte. Sie
setzte sich zu Fräulein M'Travish an den kleinen,
runden T'sch in dem Speisezimmer. Sie plau-
derten von Lady Folliot, von Sir Lionel und
Beatrix's Zukunft. Nach dem Frühstück gingen

werden von allen Postanstalten, Landbriesträgern,
Unseren Agenten und Trägerinnen Abonnements
cntgegengenommen.
 
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